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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Sebastian M. Schlerka

Muslime in Deutschland: Im Spannungsfeld von Säkularisierung als Kampf (Arbeitstitel)

Der Islam in Europa ist bereits seit längerem ein stark diskutiertes Thema im öffentlichen Diskurs. Dabei wird einerseits oft eine Desäkularisierung der westlichen Gesellschaften postuliert und andererseits die Anpassung der religiösen Praxis der Muslime an westliche Säkularität gefordert. Damit wird für die westlichen Gesellschaften explizit ein Wandel behauptet, während ein solcher für die Muslime implizit bestritten wird.

Eine Untersuchung des Themenkomplexes auf Grundlage eines differenzierten Säkularisierungsbegriffs steht bisher noch aus und soll in der hier skizzierten Arbeit geleistet werden. Dazu werden zwei Fragen gestellt:

  1. Wie hat sich die von DİTİB und Millî Görüş vertretene muslimische religiöse Praxis in Deutschland im Zeitraum von etwa 1990 bis 2014 mit Blick auf durch den deutschen Staat vertretene Säkularitätsvorstellungen verändert?

  2. Wie haben sich die durch den deutschen Staat vertretenen Säkularitätsvorstellungen im selben Zeitraum mit Blick auf die von DİTİB und Millî Görüş vertretene muslimische religiöse Praxis verändert?

Die im Zusammenhang mit den Fragen formulierten Hypothesen lauten: (1.) Es lässt sich durchaus ein Prozess der Anpassung an deutsche Vorstellungen von Säkularität beobachten, die sich in einem Wandel in Perspektive, Zielsetzung und Angebotsstruktur der beiden größten muslimischen Verbände niederschlug, der seinerseits mit dem Auftreten der zweiten Generation türkischstämmiger Migranten einherging. (2.) Seit Beginn der 2000er Jahre wandelte sich die in Deutschland dominante Vorstellung von Säkularität in Richtung einer stärkeren Bindung an kulturelle Inhalte, wodurch zunehmend Religions- und Integrationspolitik miteinander vermengt wurden. Der Untersuchungszeitraum beginnt etwa 1990, und die detaillierte Betrachtung islamischer religiöser Praxis muss aus Gründen der Durchführbarkeit auf Köln eingegrenzt werden.

Die theoretische Grundlage der Arbeit ist Bourdieus Praxeologie und der vom Autor entwickelte praxeologische Zugang zu Säkularisierung, methodologisch basiert die Arbeit auf der HabitusAnalysis. Dabei wird der praxeologische Ansatz im Rahmen der Arbeit für historische Fragestellungen fruchtbar gemacht.

Publikationen

  • Säkularisierung als Kampf. Entwurf eines feldtheoretischen Zugangs zu Säkularisierungsphänomenen, Wiesbaden: Springer 2016, 151 S.

Private Homepage

http://www.schlerka.net
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