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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Theresa Hornischer


« Les écrivaines-voyageuses » - Le cas de Léo Wanner: une intellectuelle de l'entre-deux-guerres en France

Version Française

"Les écrivaines-voyageuses" - Reisende Frauen als Intellektuelle in der Zwischenkriegszeit in Frankreich am Beispiel von Léo Wanner

Das 20. Jahrhundert gilt als das "Jahrhundert der Intellektuellen". Die Zeitgeschichtsschreibung widmete sich den Intellektuellen in zahlreichen Studien. Obschon der Begriff des Intellektuellen omnipräsent ist, besteht bis heute in der Intellektuellenforschung kein Konsens darüber, wer oder was als ein legitimer Intellektueller zu bezeichnen sei und welche gesellschaftspolitische Rolle ihm zugeschrieben werden könne. In einem gleichen sich die Beiträge der Geschichtsforschung: die Ausblendung der Frauen in der systematischen Analyse intellektueller Figuren. So blieb der Terminus des Intellektuellen bis heute männlich konnotiert. Doch existierten bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Reihe kluger und engagierter Frauen, die in ihrer Rolle als Intellektuelle fungierten, unter Ihnen die Französin Léo Wanner. Als Militantin der "Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit" engagierte sich Wanner nicht nur für Frieden und Gleichberechtigung aller Nationalitäten und Ethnien, sondern deckte als "écrivaine-voyageuse" zugleich mit ihren Reiseberichten Missstände in den Kolonialgebieten Frankreichs auf.

Das Dissertationsprojekt widmet sich dieser in Vergessenheit geratenen Intellektuellen im Frankreich der 1920er und 1930er Jahre. Um die Rolle der Reiseschriftstellerin Wanner als Intellektuelle in der Zwischenkriegszeit bestimmen zu können, soll ihr Engagement in Relation zu den weiblichen Intellektuellen Magdeleine Paz, Andrée Viollis und Madeleine Rolland sowie zu männlichen intellektuellen Zeitgenossen in der kommunistischen und sozialistischen Bewegung entfaltet und untersucht werden.

Welche Kritik übte Wanner und wie lancierte sie diese in der Öffentlichkeit? Welches Gesellschaftsbild vermittelten diese "Eingreifenden Denkerinnen" mit ihren Schriften? Welche Bedeutung hatte das Reisen für die politischen Interventionen dieser Frauen?

Anknüpfend an deren Reisen und Schriften soll herausgefunden werden, welche Handlungsspielräume den Protagonistinnen geboten wurden, respektive welche Interventionsstrategien und Verhaltensmuster sie anwandten, um in der Öffentlichkeit wirksam als Intellektuelle gehört zu werden. Dadurch greift die Arbeit eine aktuell debattierte intellektuellensoziologische Problematik auf: die Frage nach spezifischen weiblichen Interventionsstrategien. Der relationalen Methode des französischen Soziologen Pierre Bourdieu folgend, orientiert sich die Arbeit an Begriffen, Fragestellungen und Hypothesen der deutschen und französischen Intellektuellensoziologie und Intellektuellengeschichte.

Angenommen wird, dass in der Zwischenkriegszeit weibliche Intellektuelle vermehrt in einem Kollektiv auftraten, um in der Öffentlichkeit Gehör zu finden im Gegensatz zu ihren männlichen Gefährten, die sich meist als "autonome Intellektuelle" in das politische Geschehen einmischten; jedoch das Reisen Ihnen die Möglichkeit bot, aus dem Kollektiv herauszutreten und ihnen jene Legitimation verlieh, öffentlich Stellung zu beziehen, Kritik zu äußern und überdies autonom politisch zu intervenieren.

Das Dissertationsprojekt nimmt sich diesem Phänomen an und rückt am Beispiel Wanner mit den drei weiteren "Eingreifenden Denkerinnen" die Reiseschriftstellerinnen in ihrer Rolle als Intellektuelle ins Blickfeld der Untersuchung.

Betreuung:

Cotutelle de thèse zwischen der Universität Bielefeld (BGHS) und Université Paris Diderot- Paris 7 (ED 382, Laboratoire ICT EA 337).

Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey (Deutschland)
Prof. Dr. Claudine Delphis (Frankreich)

Akademische Laufbahn:

Seit 04/2017
Promotionsstelle an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS), Universität Bielefeld.
Seit 04/2016
Doktorandin der BGHS, Cotutelle de thèse zwischen der Universität Bielefeld und Université Paris Diderot- Paris 7 (seit 02/2017 Ecole Doctorale 382) .
10/2015 - 01/2016
Stipendiatin des Shortcuts-Programms der BGHS.
09/2012 - 09/2015
Binationaler Doppelmaster (Master of Arts und Master Recherche) in Geschichtswissenschaft, dt.-fr. Studienprogramm Geschichte der Universität Bielefeld und Université Paris Diderot- Paris 7, gefördert von der Deutsch- Französischen Hochschule.
10/2008 - 09/2012
2-Fach Bachelor in Geschichtswissenschaft (HF) & Sozialwissenschaften (NF) an der Universität Bielefeld, dt.-fr. Studienprogramm Geschichte, gefördert von der Deutsch- Französischen Hochschule. Zusatzprogramm "Studierende & Wirtschaft" mit Schwerpunkt Marketing & Eventmanagement, Universität Bielefeld.

Forschungsschwerpunkte

  • Intellektuellengeschichte und -soziologie

  • Frauengeschichte und Geschichte des Feminismus

  • Deutsch-französische Beziehungen
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InterDisciplines

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Gefördert durch:

Exzellenzinitiative zur Förderung der Hochschulen
(1. Förderphase 2007-2012,
2. Förderphase 2012-2017)



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