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Bielefeld Graduate School
in History and Sociology
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Interdisziplinäres Seminar

Im Wintersemester 2009/10 wurde auf Initiative von Doktorandinnen und Doktoranden der BGHS das Interdisziplinäre Seminar als neues Veranstaltungsformat ins Leben gerufen.
Es sollte den Austausch zwischen Geschichtswissenschaft und Soziologie weiter fördern, sowie zur Reflexion interdisziplinärer Zusammenarbeit anregen.

Ziel des Veranstaltungsformats ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Professorinnen und Professoren zu einer gemeinsamen Theoriedebatte über Forschungsansätze der beiden Disziplinen Geschichte und Soziologie anzuregen. Organisiert und veranstaltet wird das Seminar von Promovierenden der BGHS sowie einer Hochschullehrerin oder einem Hochschullehrer einer der beiden Fakultäten.

Bisherige Themen des Interdisziplinären Seminars waren Theories of Consumption, Working with/on Social Practices, Control, Raum und Zeit, Kultur und Gesellschaft, Struktur und Reproduktion und Wandel und Kontinuität. Detaillierte Beschreibungen zu den einzelnen Interdisziplinären Seminaren finden Sie in der folgenden Liste.


Wintersemester 2016/17: Comparisons

Veranstalter: Thomas Welskopp, Oliver Flügel-Martinsen, Kerstin Schulte, Simon Füchtenschnieder

Das Seminar beschäftigte sich mit dem Instrument des wissenschaftlichen Vergleichs und damit, wie es in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen betrachtet, benutzt oder auch nicht benutzt wird. Pate bei der Idee zu dem Seminar stand auch der Sonderforschungsbereich an der Universität Bielefeld, der sich mit Praktiken des Vergleichens und des Vergleichs beschäftigt, und der seinen Schwerpunkt sowohl in der Geschichtswissenschaft als auch in der Literaturwissenschaft hat. Neben einschlägigen Ideen und Theorien aus der Soziologie und der Geschichtswissenschaft zum Thema Vergleich (wie etwa denen Michel Foucaults, Quentin Skinners oder Philipp Thers) spielten für das Seminar auch immer wieder Ansätze aus den Vergleichenden Literaturwissenschaften eine wichtige Rolle (wie etwa die Rajagopalan Radhakrishnans oder Susan Stanford Friedmans).

Wintersemester 2013/14: Theories of Consumption

Veranstalter: Marius Meinhof, Thomas Welskopp

Das Seminar behandelte verschiedene empirische und theoretische Beiträge aus Geschichte, Soziologie und Ethnologie zum Forschungsfeld "Konsum". Von besonderer Bedeutung dabei war die Rolle von Konsum für Globalisierung, Distinktion, Kulturunterschiede, Identitätskonzepte und Wirtschaftswachstum. Die Themenwahl resultierte aus der Beobachtung, dass die Konsumforschung seit den 1980er Jahren zwar an Bedeutung gewonnen hat. Trotzdem gestaltet sich eine Fokussierung der verstreuten empirischen und theoretischen Beiträge zu diesem Forschungsfeld bis in die Gegenwart als schwierig. Gleiches gilt für die Rolle des Konsums innerhalb der Gesamtgesellschaft, insbesondere für das Verhältnis von Konsum und Produktion.

Wintersemester 2012/13: Working with/on Social Practices II

Veranstalter: Henrik Dosdall, Clemens Eisenmann, Thomas Welskopp

Das Seminar versuchte Ansätze, die unter dem Etikett "Praxistheorie" subsumieren, in ihrem theoretischen Kern aufzubereiten und die Ergiebigkeit praxeologischer Herangehensweisen zu demonstrieren. Hierzu fanden u.a. Beispiele aus dem Feld der Sportpraktiken, insbesondere des Boxens, und dem Feld industrieller Praktiken Eingang in das Seminar. Anhand dieser Beispiele wurde das Potenzial praxeologischer Ansätze diskutiert. Darüber hinaus wurde die Praxistheorie kritisch auf ihren Neuigkeitswert hin befragt. Das übergreifende Ziel des Seminars war es, das Verständnis praxistheoretischer Ansätze zu vertiefen und diese im Hinblick auf ihre soziologische/geschichtswissenschaftliche Adäquanz kritisch und reflektiert zu diskutieren.

Unter dem Etikett Praxistheorie subsumieren sich prominente soziologische und geschichtswissenschaftliche Theorieangebote. Allerdings sind die Ansätze, die sich dem Thema sozialer Praxis verschreiben, teilweise sehr diversifiziert und keineswegs als ein einheitlicher soziologischer bzw. geschichtswissenschaftlicher Zugang zu begreifen: von der Techniksoziologie bis hin zu Bruno Latours Akteur-Netzwerk Theorie reicht das Spektrum der Theorien und Ansätze, die diesem Label zugeordnet werden. Ausgehend vom Begriff der sozialen Praxis unternehmen diese Ansätze den Versuch, die Beschreibung sozialer Wirklichkeit auf einen Fluchtpunkt umzustellen, der sich aus der Beobachtung und Beschreibung sozialer Praktiken speist.

Das Seminar schloss an Diskussionen aus dem Sommersemester 2012 "Working with/on Social Practices" an. (Programm (engl.))

Sommersemester 2012: Working with/on Social Practices

Veranstalter: Gleb Albert, Rory Tews, Thomas Welskopp

Das Seminar versuchte anhand zentraler Texte eine Bilanz der Entwicklung der Theoriedebatte über praxistheoretische Ansätze zu ziehen. In der Geschichtswissenschaft, aber auch zunehmend in der Soziologie, gelten diese Ansätze als zukunftsträchtige Auswege aus den verschiedenen methodologischen Dilemmata: als Möglichkeit, Struktur und Handeln miteinander zu vereinbaren, als Tor für die Rückkehr des menschlichen Akteurs, als Perspektive der Vermittlung von Sprache und Handeln, als zu Bruno Latour alternatives Transportvehikel für das Materielle in der Kultur.

Wintersemester 2011/12: Control

Veranstalterinnen und Veranstalter: Anna Demidova, Thomas Welskopp

Im Seminar wurde eine Reihe von Texten (u.a. Pierre Bourdieu, Michel de Certeau, Harvey Sacks und Michel Foucault) bearbeitet, die sich mit verschiedenen Aspekten der Kontrollforschung befassen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reflektierten anhand der Texte, wie man die diskutierten Vorgehensweisen in eigenen Arbeiten umsetzen kann.
Folgende Themen standen zur Diskussion: understanding of rules, social production of law, being deviant as being noticeable, everyday resistances, resources of the European domination, political rationalities und governmental technologies.

Sommersemester 2011: Raum und Zeit

Veranstalterinnen und Veranstalter: Dominik Mahr, Mashid Mayar, Thomas Welskopp

Das Ziel des Seminars bestand darin, die Teilnehmerinnen und Teilnehmner an die tempo-spatiale Theoriediskussion in der Geschichtswissenschaft und der Soziologie heranzuführen. Die topologische Wende der späten 1980er Jahre wurde zum Ausgangspunkt gewählt, um das Thema in seinen disziplinären Ausprägungen, Fragestellungen und Analysemöglichkeiten zu untersuchen.
Anhand repräsentativer Texte gelang es, unterschiedliche historische und zeitgenössische Zugriffsmöglichkeiten zu dem Begriffspaar "Raum und Zeit" zu reflektieren. Hierbei erwies es sich als heuristisch sinnvolles Instrument zur Analyse von Phänomenen unterschiedlicher Größenordnungen (z.B. Globalisierung) und aus unterschiedlichen Wissensfeldern (z. B. Wissenschaftsforschung).

Wintersemester 2010/11: Kultur und Gesellschaft

Veranstalterinnen und Veranstalter: Ruben Hackler, Manuela Pfinder, Thomas Welskopp

Im Rahmen des Seminars wurde das Begriffspaar Kultur und Gesellschaft aus sozial- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive einer kritischen Betrachtung unterzogen. Dabei wurde Kultur ganz allgemein als ein dynamisches Ensemble von Praktiken mit variierenden Bedeutungsmustern verstanden, Gesellschaft hingegen als ein in sich gefestigtes Gebilde, dem die Tendenz zur Vereinheitlichung eigen ist. Die Autonomie oder die Interdependenz des Begriffspaars wurde methodisch und theoretisch aus soziologischer sowie historischer Sichtweise reflektiert.

Sommersemester 2010: Struktur und Reproduktion

Veranstalter: Thomas Welskopp, Frank Wolff

Im Rahmen des Seminars wurden die omnipräsenten Begriffe Struktur und Reproduktion einer genaueren Betrachtung unterzogen. Dabei wurden unter dem Begriff Strukturen wandelbare soziale Zusammenhänge verstanden, deren Bezug zum reproduzierenden Akteur oder Operator jedoch theoriespezifisch ausgelegt wird. Wie ist konzeptionell zu fassen, dass hinter beobachtbaren Regelmäßigkeiten des Handelns Regelhaftigkeiten stehen? Dieses Wechselverhältnis wurde im Interdisziplinären Seminar anhand der Theorieentwicklung von Klassikern der Soziologie bis zu aktuellen Ansätzen ausgelotet.

Wintersemester 2009/10: Wandel und Kontinuität

Veranstalterinnen und Veranstalter: Jörg Bergmann, Hye-Young Haubner, Ulrike Schulz, Thomas Welskopp

Das Seminar nahm den in der Soziologie derzeit stark beachteten Forschungsansatz sozialer Mechanismen zum Ausgangspunkt, um den Dialog über Synergieeffekte, aber auch Abgrenzungslinien zwischen der Geschichtswissenschaft und insbesondere der Soziologie aufzunehmen. Der inflationäre und in beiden Disziplinen nicht hinreichend explizierte Gebrauch des Mechanismusbegriffs legt einen vorerst offenen Zugang nahe: Soziale Mechanismen werden zunächst ganz allgemein als kontingente, kontextspezifische und verallgemeinerbare kausale Zusammenhänge verstanden, die zur Erklärung von sozialem Wandel herangezogen werden. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das je zu erklärende soziale Phänomen, sondern vor allem sein Entstehungsprozess. Dies berücksichtigte explizit die historische Dimension: die Kontingenz von Wandlungsprozessen sowie die große Varianz von Einflussfaktoren, etwa Erinnerung und Erfahrungen, die Etablierung sozialer Praxen und Routinen oder Pfadabhängigkeiten.

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