Andrea Hense
Wahrnehmung von Ungleichheit im Zeitverlauf: Ursachen subjektiver Erwerbsunsicherheit und Prekarität
Während sehr viel Forschung zur Entwicklung einzelner atypischer Arbeitsverhältnisse und ihrer Konsequenzen für aktuelle und zukünftige Möglichkeiten der Lebensgestaltung durchgeführt wurde, blieb die subjektive Wahrnehmung der objektiven Veränderungen am Arbeitsmarkt weitestgehend unberücksichtigt. Internationale Arbeiten zeigen jedoch, dass die Prekaritätswahrnehmung zahlreiche Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche hat, so z.B. die individuelle Gesundheit der Arbeitnehmer oder die Einstellung zur Arbeit bzw. zum Betrieb. Somit ist sie für das Individuum, die Familien, den Arbeitgeber und die Gesamtgesellschaft sozial folgenreich. Dennoch ist relativ wenig über die Ursachen dieser subjektiven Beurteilung der eigenen Lage am Arbeitsmarkt bekannt. Entsprechend stellen sich zwei zentrale Fragenkomplexe:
- Wie entwickeln sich die selbst wahrgenommene Einkommens- und Beschäftigungsprekarität? Kommt es neben dem Wandel der objektiven Chancenstruktur auch zu einer Veränderung der subjektiven Interpretation derselben?
- Welche Ursachen können für die Prekaritätswahrnehmung identifiziert werden? Gibt es eine Entsprechung zwischen objektiven und subjektiven Aspekten sozialer Ungleichheit? Welche Relevanz kommt den atypischen Arbeitsverhältnissen zu? Werden soziale Ungleichheiten verstärkt, erzeugt oder verringert?

