Andreas Wenninger
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Tel.: +49-521-106-2659
Dissertationsprojekt
"Wissenschaft und Öffentlichkeit – Neue Grenzziehungen im Internet? (Arbeitstitel)"
Neue Kommunikationsformen, wie z.B. Weblogs, Wikis, Internetforen und Mailinglisten, die das Internet ermöglicht, werden durch Organisationen und Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie der Politik, den Massenmedien und der Wirtschaft genutzt. Neu gegenüber traditionellen Kommunikationsmedien ist die Offenheit des Mediums Internet. Prinzipiell Jeder kann z.B. ein Weblog erstellen und ins Netz stellen, hat aber auch die Möglichkeit, bei bestehenden Internetangeboten in Form von Kommentaren Beiträge abzugeben. Dadurch können etablierte Strukturen gesellschaftlicher Bereiche teilweise unterlaufen und ggf. auch geändert werden. Im journalistischen Bereich der traditionellen Massenmedien führt das bspw. dazu, dass Informationen von Kriegs- und Krisengebieten von den Betroffenen, ohne die Selektions- und Aufbereitungsverfahren von Redaktionen zu durchlaufen, in die aktuelle Berichterstattung einfließen können. Mein Dissertationsprojekt stellt nun die Frage, ob es auch im Bereich der Wissenschaft zu vergleichbaren Veränderungen kommt.
Im Internet gibt es eine deutliche Zunahme neuer wissenschaftlicher Kommunikationsformen wie z.B. die Portale 'Scilogs', 'Science Blogs' oder das 'Wissenschafts-Café'. Mit der Durchsetzung des sogenannten 'Web 2.0' kommt es zu einer immer stärkeren Vernetzung (Verlinkung) dieser Angebote untereinander sowie mit den Internetangeboten traditioneller Medien, wie z.B. 'Focus-Online' oder der 'Zeit'. Im Rahmen dieser Internetauftritte finden regelmäßig öffentliche Diskussionen zwischen Wissenschaftlern, Journalisten und anderen Usern statt. Für diese Nutzung neuer Medien zur Wissenschaftskommunikation haben sich in der Forschung die Schlagwörter 'Cyberscience' oder 'Interactive Science' eingebürgert. In Auseinandersetzung mit systemtheoretischen Konzepten, die die Massenmedien bzw. den Journalismus und die Wissenschaft als unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche konzipieren und eine klare, kommunikativ konstituierte Grenze zwischen diesen Bereichen annehmen, gehe ich in meinem Dissertationsprojekt folgenden Fragen nach: Verändern sich durch das neue Verbreitungsmedium Internet und den damit einhergehenden Kommunikationsformen, wie z.B. Weblogs oder Internetforen, die Grenzziehungen zwischen wissenschaftsinterner Kommunikation und journalistischer Berichterstattung über wissenschaftliche Themen? Kommt es durch diese neuen Kommunikationsformen zu einer Veränderung der Wissenschaftskommunikation z.B. im Bereich wissenschaftlicher Publikationen? Welche Rolle spielt diese neue Form von Öffentlichkeit für die Wissenschaftskommunikation im Internet? Kommt es aufgrund veränderter Beteiligungsmöglichkeiten an der Wissenschaftskommunikation zu neuen Formen der Inklusion? Im Mittelpunkt meines Projektes stehen sinnrekonstruktive Analysen der öffentlich stattfindenden Kommunikationsbeiträge und Diskussionen im Internet. Soweit es für die Klärung der Forschungsfragen notwendig ist, soll auch den Referenzen zur 'Offline-Welt' nachgegangen werden. Dies könnte bspw. dann der Fall sein, wenn Diskussionsbeiträge oder Informationen von 'Laien' in eine traditionelle wissenschaftliche Fachpublikation einfließen. Abhängig vom Forschungsverlauf werden ggf. unterstützend Experteninterviews durchgeführt.
Ausbildung
| seit 2007 | Promotionsstudent an der International Graduate School in Sociology (IGSS) / Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS, Universität Bielefeld |
| 2005 | Diplom-Soziologie: Diplomarbeit mit dem Thema: „Zur Empirie der Systemtheorie. Praxisfelder einer systemtheoretisch orientierten Forschung.“ |
| 2001 | Praktikum bei der bayrischen Landtagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN |
| 2000–2005 | Studium der Soziologie, Sozialpsychologie und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München |
| 1997–1999 | Abitur an der Wirtschaftsoberschule in Stuttgart |
| 1989–1992 | Ausbildung als Bürokaufmann in Stuttgart |
| 1989 | Realschulabschluss |
Berufserfahrung
| seit 10/2007 | Koordinator des DFG-Graduiertenkollegs "Weltgesellschaft - Die Herstellung und Respräsentation von Globalität" am Institut für Weltgesellschaft, Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld |
| 09/2007 | Wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Tilmann Sutter, Universität Bielefeld |
| 01/2006- 02/2007 |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Massenmediale Inklusionsprozesse. Zur Ausdifferenzierung soziologischer Medien- und Rezeptionsanalysen" geleitet von Prof. Dr. Tilmann Sutter, Prof. Dr. Alfons Bora und Prof. Dr. Michael Charlton, Universität Bielefeld |
| 2001-2005 | Verschiedene Tätigkeiten als studentische Hilfskraft an den Lehrbereichen von Prof. Dr. Armin Nassehi und Prof. Dr. Jutta Allmendinger Ph.D., Ludwig-Maximilians-Universität München |
| 2001 | Studentische Hilfskraft im Projekt "Diffusion nachhaltiger Konsummuster im Rahmen lokaler Agenda-Prozesse" an der TU München |
| 1992-1999 | Berufstätigkeit als Kaufmännischer Angestellter |
Lehrerfahrung
| SS 2007 | Seminar „Kommunikation und Medien in der Luhmannschen Systemtheorie“ (Universität Bielefeld) |
| SS 2006 | Seminar „Massenmediale Inklusionsprozesse“ (gemeinsam mit Prof. Dr. Tilmann Sutter, Universität Bielefeld) |
| WS 2001/02- SS 2004 |
Tutorien zu den Vorlesungen: "Einführung in die Soziologie", "Einführung in soziologische Theorien" von Prof. Dr. Armin Nassehi und "Sozialstruktur der BRD" von Prof. Dr. Martin Abraham, Ludwig-Maximilians-Universität München |
Publikationen
Wenninger, Andreas (2008): Kontrollierte Offenheit. Review Essay: Niklas Luhmann (2005). Einführung in die Theorie der Gesellschaft [65 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(3), Art. 23, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803237.
Wenninger, Andreas (2005): Zur Empirie der Systemtheorie. Praxisfelder einer systemtheoretisch orientierten Forschung. Ludwig-Maximilians-Universität München 2005 (Unveröffentlichte Diplomarbeit).
Wenninger, Andreas (2003): Komisch, kein Kaffee! In: forte-magazin: gegen den Strich – die Soziologen-Kolumne: 06/2003.

