Bettina Bommersbach
Gewalt als Mittel und Inhalt politischer Kommunikation in der Vormoderne - Die Jacquerie von 1358
In meinem Dissertationsprojekt beschäftige ich mich mit der Frage, inwiefern bzw. in welcher Gestalt Gewalt Mittel und Inhalt vormoderner
politischer Kommunikation sein konnte.(Vgl. das
Projekt C1 des Bielefelder SFB 584, das dieser Frage am Beispiel mehrerer
spätmittelalterlicher Protestbewegungen im englisch-französischen Vergleich nachgeht und in dessen Rahmen meine Promotion entsteht.)
Analysiert werden soll das Gewalthandeln der Aufständischen wie auch der die Revolten niederschlagenden Obrigkeiten während der Jacquerie
von 1358 und der zeitgleichen Rebellion der Stadt Paris unter Etienne Marcel; beide gehören zu den bedeutendsten Erhebungen des französischen
Spätmittelalters. Durch eine solche Analyse vor allem der überlieferten Rechtsquellen können weitergehende Erkenntnisse nicht
nur über die konkreten Formen der Gewaltausübung, über die jeweiligen Akteure und Opfer, sowie über die Richtung der Gewalt generell
erhalten werden; es wird sogar möglich, Aussagen über hinter diesen Handlungen stehende Motivationen und Ziele abzuleiten.
Dieses Vorgehen bietet sich an, da die lange Zeit sehr einflussreichen Berichte vieler Chroniken gerade für die Jacquerie
zwar charakterisiert sind durch die Beschreibung von Gewaltexzessen, über Hintergründe der Revolte oder Motive der Aufständischen
aber kaum Aufschluss gewonnen werden kann. Mit einer bislang noch ausstehenden systematischen Analyse soll zur Klärung der Frage nach
dem Kommunikationscharakter von Gewalt beigetragen werden.

