Gregor Lax

Das lineare Modell der Innovation in Westdeutschland, 1945-1965. Zur Entstehung einer Innovationsrhetorik

In der angestrebten Dissertation sollen die Ursprünge des linearen Modells der Innovation in Westdeutschland im Zeitrahmen 1945-1965, anhand einer methodisch erweiterten Diskursanalyse, erarbeitet werden. Das Modell ist als Konzept für die Innovations- und Wissenschaftspolitik zu verstehen und geht von einem statischen Wissenstransfer aus, in dem Wissen aus der Grundlagenforschung über Anwendungsforschung und technologische Entwicklung in die Wirtschaft diffundiert. Zurückgeführt wird dieses Konzept in der Forschungsliteratur gern auf Vannevar Bushs Report "Sience, the endless frontier" aus dem Jahre 1945, wobei ein eigentliches Einsetzen linearer Wissenschafts- und Förderpolitik in den OECD-Staaten zumeist in den 1960er und den beginnenden 1970er Jahren verortet wird. Der Zwischenzeitraum von immerhin fünfzehn Jahren wurde - insbesondere mit dem Blickwinkel auf Westdeutschland - bislang kaum, bzw. nur oberflächlich betrachtet. Im Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft prägte lineares Denken seit der Mitte des letzten Jahrhunderts über Jahrzehnte hinweg innovations- sowie förderpolitische Entscheidungen und nahm Einfluss auf die wissenschaftsorganisatorische und -politische Landschaft, insbesondere auf jene der Weststaaten. Das Modell gilt in Bezug auf die Forschungspraxis als hinreichend widerlegt; allerdings wurde bislang versäumt, eine umfassende Studie zu der Frage nach den Gründen, für die so nachhaltige Etablierung linearen Denkens, anzustellen. Das hier umrissene Dissertationsprojekt möchte diese Forschungslücke, anhand des Beispiels Westdeutschland, schließen.

Curriculum Vitae

Ausbildung
Seit 10/2010
    Internationaler Promotionsstudiengang Geschichtswissenschaft an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS)
SoSe 2008-SoSe 2010
    Studium des forschungsorientierten Programms "History, Philosophy and Sociology of Science" (HPSS) an der Universität Bielefeld Abschluss: Master of Arts
WS 2003- SoSe 2008

    Studium der Geschichts- und Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld. Abschluss: Bachelor of Arts, Profile: Fachwissenschaft (KF) und Medien und Kultur (NF)

    Erweiterungsprüfung Latinum
2002-2003
    Fokussierung und Intensivierung einer seit 1986 laufenden künstlerischen Ausbildung auf den Bereich Jazzpiano
Aktivitäten im akademischen Kontext
Seit 15.09.2011
    Mitarbeiter im Rahmen eines Projekts zur Geschichte des Max-Planck-Instituts für Chemie, am MPI für Chemie in Mainz
15.05.2010-14.09.2011
    WHK-Stelle bei Prof. Dr. Carsten Reinhardt (Fakultät für Geschichtswissenschaft in Bielefeld)
01.06-30.08.2010
    Auftragsarbeit für eine Ausstellung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) auf dem größten europäischen Chemikerkongress 2010, Nürnberg
08/ 2009- 04/ 2010
    Forschungsstipendium am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) an der Universität Bielefeld zum Thema: Strategien nachfrageorientierter Innovationspolitik in Deutschland seit 2006
SoSe 2008/2009
    Auslandsaufenthalt an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS), Paris
Akademische Interessen
  • Geschichte der Wissenschaftspolitik nach 1945
  • Strategien und Konzepte der Innovations- und Wissenschaftspolitik
  • Kulturtransfer und Kulturtransformation
  • Geschichte und Entwicklung des 'Jazz'
Publikationen
    Gregor Lax: Tagungsbericht Anwendungsorientierung in der universitären Forschung. Historische Perspektiven auf eine aktuelle Debatte. 04.03.2011-05.03.2011, München, in: H-Soz-u-Kult, 06.04.2011, URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3601



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