Raphael Susewind

Doktorand in der Sozialanthropologie (Universität Bielefeld) und Associate am Contemporary South Asian Studies Programme (Universität Oxford)

Kurzlebenslauf

Meine Promotion wird an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (Prof. Pfaff-Czarnecka) und am Department of Anthropology, University College London (Dr. Michelutti) betreut. Für die Feldforschung war ich am Center for the Study of Social Systems, Jawaharlal Nehru University New Delhi, affiliiert; im Sommer 2013 schrieb ich eine erste Fassung meiner Dissertation an der School of Interdisciplinary Area Studies der Universität Oxford. Von 2010 bis 2011 arbeitete ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in vergleichender Politikwissenschaft und International Development Studies auf zunächst halber und später voller Stelle an der Universität Marburg; in 2012 unterrichtete ich Forschungsmethoden als Visiting Faculty bei SIT Study Abroad in New Delhi. Zuvor habe ich von 2004 bis 2009 Politikwissenschaft, Soziologie und Friedens- und Konfliktforschung (Diplom) an der Universität Marburg, in 2008 Entwicklungspolitik und Kulturanthropologie an der School for International Training, Jaipur, und von 2009 bis 2010 Regionalwissenschaften Indien (Master of Science) an der Universität Oxford studiert.

Forschungsinteressen

Inhaltlich interessieren mich in Forschung und Lehre muslimische Zugehörigkeit, die Ambivalenz des Sakralen und Wahlen in Indien; bisweilen schreibe ich auch über indische Diplomatie (ausführliche Beschreibung meiner Forschungsinteressen). Meine politikwissenschaftliche Diplomarbeit analysierte verschiedene Weisen des Zusammenspiels religiöser Identitäten muslimischer FriedensaktivistInnen in Gujarat mit deren politischem Handeln (die Monographie dazu erschien bei Sage, New Delhi); nach einer Masterarbeit zur Verhandlungsweise des Indian Foreign Service gegenüber Bangladesch (publiziert im Journal of International Relations) widmet sich meine anthropologische Promotion der Politik und Poetik muslimischer Zugehörigkeit in der nordindischen Stadt Lucknow (mehr dazu in meinem Blog). Ich engagiere mich in Indiens junger Open Data Bewegung, habe einen Computeralgorithmus entwickelt um religiöse Gruppenzugehörigkeit aus südasiatischen Namen zu erschließen (forthcoming in Field Methods) und pflege einen umfangreichen Datensatz zu Religion und Politik in Uttar Pradesh (Basis für einen Artikel in Economic & Political Weekly). In diesen diversen Projekten verwende ich ethnographische, psychometrische, geographische und statistische Daten aus 18 Monaten Feldforschung seit 2008.

Ausgewählte Publikationen

Lehrportfolio

In Marburg und New Delhi habe ich seit 2007 etwa 230 Kontaktstunden in vergleichender Politikwissenschaft, Forschungsmethoden und Propädeutika unterrichtet (auf Deutsch und Englisch). Die meisten Veranstaltungen wurden extern evaluiert und erhielten sehr positives Feedback. Außerdem habe ich Curricula in International Development Studies (MA-Level) und Methoden (BA-Level) entwickelt, und empirische Feldforschung von BA-Studierenden mitbetreut. In meiner Lehre ermutige ich insbesondere regelmässiges akademisches Schreiben in Kleingruppen und versuche dadurch gezielt die analytische Fähigkeiten meiner Studierenden zu stärken (ausführliche Beschreibung meiner Lehrerfahrung).

Stipendien, Drittmittel und Mitgliedschaften

Ich habe drei Stipendien der bischöflichen Studienstiftung Cusanuswerk, zwei Stipendien des DAAD (eines abgelehnt) sowie ein Abschlussstipendium des Bielefelder Nachwuchsfonds erhalten. Auch habe ich etwa 15.000 Euro Zuschüsse (Grants, Reise- und Konferenzkosten) bzw. Sachmittel (Datenacquise, Transkriptionskosten, etc) eingeworben; für meinen UP Datensatz erhielt ich Rechenkapazität am Oxford Advanced Research Computing cluster im Wert von 32.500 Euro FEC. Zur Zeit bin ich Mitglied im Forschungsverbund Religion und Konflikt der FEST, in der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde (DGA; seit 2013 als Sprecher der Nachwuchsgruppe und Gast im Vorstand), der British Association for South Asian Studies (BASAS) und der European Association for South Asian Studies (EASAS).


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