Stefan Schulz
Kommunikation unter Unbekannten. Gesellschaftliche Folgen der Auflösung der Villikation ab dem 12. Jahrhundert
Das Promotionsprojekt zielt darauf ab, die im 12. Jahrhundert europaweit geschehene Auflösung/Umwandlung der grundherrschaftlichen Ordnung, die als "Auflösung der Villikation" bekannt ist, als den historischen Ausgangspunkt zu markieren, ab dem sich die gesellschaftliche Kommunikation auf 'Kommunikation unter Unbekannten' umstellt. Die bisherige, hauptsächlich historiografisch geprägte Mediävistik hat diesem Moment bislang keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl es sich augenscheinlich um einen bis in die Moderne folgenreichen Vorgang handelt. Für die Problematisierung dieses Momentes, dient die Theorie der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien als theoretischer Rahmen. Methodisch wird auf bestehende, historiografische Empiriearbeiten zugegriffen, die mit Hilfe der systemtheoretischen funktionalen Methode problematisiert werden. Das Ziel ist die Herausstellung sozialer Mechanismen und gesellschaftlicher Effekte, die diese Umstellung charakterisieren. Es wird darauf Wert gelegt, themenzentrisch zu arbeiten und die Ergebnisse nicht nur für die Soziologie, sondern die Mediävistik allgemein anschlussfähig zu halten.

