Susan Banihaschemi
Elternschaft und Geschlecht in Zeiten der assistierten Reproduktionsmedizin - Samen- und Eizellspende im medizinischen Diskurs
Mit der Durchsetzung der biomedizinischen Technologien der assistierten Reproduktion wie der In-vitro-Fertilisation (IVF) wurden technische Verfahrensmöglichkeiten und medizinische Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten erweitert sowie bisherige gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten der Reproduktion in Frage gestellt. Insbesondere durch das der Gametenspende (Eizell- und Samenspende) zugeschriebene Potential "gespaltene Elternschaft" (in genetische, biologische und soziale Elternschaft) zu erzeugen, stehen bisher etablierte und als selbstverständlich vorausgesetzte "natürliche" Beziehungen von Elternschaft zur Disposition
Die Dissertation untersucht aus einer geschlechtertheoretischen Perspektive den Wandel in den Vorstellungen und Konzepten von Elternschaft und Geschlecht anhand des in Deutschland geführten medizinischen Diskurses über Eizellspende und Samenspende. Die zugrunde liegende Annahme ist, dass der durch die Technologien der assistierten Reproduktion ermöglichte professionelle extrakorporale Umgang mit Eizellen und Samenzellen von reproduktionsmedizinischen Expert_innen und das inhärente reproduktionsmedizinische Wissen die etablierten und als selbstverständlich vorausgesetzten gesellschaftlichen Vorstellungen von der Reproduktion der Geschlechter und ihrer sozialen Beziehungen in Frage stellt. Dementsprechend ?assistiert? die Reproduktionsmedizin nicht nur bei der Fortpflanzung, sondern sie beeinflusst darüber hinaus auch Vorstellungen und Konzepte von Geschlecht und sozialen Beziehungen.
Die zentrale Fragestellung der Arbeit ist, wie im medizinischen Diskurs die Spende von jeweils männlichen und weiblichen Gameten problematisiert wird und wie hierbei Vorstellungen über soziale Beziehungen wie Elternschaft und Geschlecht verhandelt werden.
Curriculum Vitae
- 2000 - 2006
- Studium der Soziologie (Diplom) an der Universität Duisburg-Essen/ Universität Bielefeld
- seit 10/2007
- Koordinatorin des Masterstudiengangs 'Gender Studies - Interdisziplinäre Forschung und Anwendung' am Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF) der Universität Bielefeld
- seit 4/2008
- Doktorandin an der 'Bielefeld Graduate School in History and Sociology' (BGHS) der Universität Bielefeld.

