Verena Witte

Systemisches Denken und der Wandel des Systems - Die Rezeption von Systemtheorie und Kybernetik in der DDR, ca. 1955-1975

Gegenstand meines Dissertationsprojektes ist die Geschichte von Kybernetik und Systemtheorie in den Wissenschaften der DDR zwischen 1955 und 1975. In zahlreichen Disziplinen der Geistes- und Naturwissenschaften kam es seit den späten fünfziger Jahren (nach einer Phase der Ablehnung der Kybernetik) auch in der DDR zur Rezeption systemtheoretischer und kybernetischer Ansätze, die bis in die 1970er Jahre überaus erfolgreich waren. In meinem Projekt frage ich danach, wie sich der Erfolg von Systemtheorie und Kybernetik als transdisziplinäre Paradigmen in einer wissensbasierten Gesellschaft wissenschaftshistorisch erklären lässt. Meine These ist, dass sich hiermit ein moderner, wissenschaftlicher Denkstil etablierte, der trotz der autoritären politischen Voraussetzungen in der DDR an Bedeutung gewinnen konnte und seitens der Wissenschaftler als Versuch gelesen werden kann, die Etablierung der "Wissensgesellschaft" unter dem Label "Wissenschaft als vierte Produktivkraft" im progressiv-sozialistischen Sinne voranzutreiben.




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