


Bielefeld 2000plus hat in diesem Projekt im Rahmen der AG „Innenstadtentwicklung“ eine Konzeption für eine Neugestaltung des Bielefelder Zentrums entwickelt. Die Durchführung des Projekts war darauf ausgerichtet, der Bedeutung der Innenstadt für die Gesamtstadt Rechnung zu tragen und dabei einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen herzustellen. Diese Konzeption sollte einerseits die engen räumlichen Vernetzungen berücksichtigen, die in vielfacher Hinsicht zwischen den einzelnen baulichen Elementen der Innenstadt bestehen und einer isolierten Betrachtung auf planerischer Ebene entgegenwirken. Andererseits – und hier ging das Projekt über gängige städtebauliche Entwicklungskonzepte hinaus – sollten alle wichtigen gesellschaftlichen Aspekte konkret in die Überlegungen mit einbezogen werden. Hierunter wurden die folgenden Themenfelder verstanden: Image, Selbstverständnis / Stadtbild, Architektur / Stadtgrün, öffentlicher Raum / Bildung, Forschung, Wissenschaft / Industrie, Handel, Gewerbe, Dienstleistungen / Bevölkerung, Soziales / Wohnen / Kultur / Freizeit, Sport, Erholung / Regionale Anbindung, Infrastruktur, Verkehr / Umwelt, Ressourcen / Politik, Verwaltung und Partizipation.
Das Projekt war in drei Phasen unterteilt: Bielefeld wurde zunächst als Ganzes betrachtet und analysiert. Danach hat die AG „Innenstadtentwicklung“ festgelegt, wie sich die Bielefelder Innenstadt räumlich und qualitativ definieren lässt. Schließlich wurden beispielhaft sechs Handlungsfelder in der Innenstadt mit besonders wichtigen Themenschwerpunkten ausgearbeitet. Die Ansätze dieser Handlungsfelder können wie folgt skizziert werden:
- „Nächster Halt Bielefeld“: Den Ankunftssituationen der Stadt und der Innenstadt wird hier besonderes Gewicht beigemessen. Das Handlungsfeld versteht diese als Chance, die Stadt zu präsentieren und „lesbar“ zu machen. Dazu wurden die Ankunftspunkte verschiedener Verkehrsträger einer kritischen Würdigung unterzogen und Vorschläge zu ihrer Aufwertung gemacht.
- „City“: Die Visitenkarte einer Stadt für EinwohnerInnen und BesucherInnen ist ihre Innenstadt. Der zentrale Innenstadt-Bereich (Hufeisen- und Bahnhofstraßen-Bereich) mit Einzelhandel und Dienstleistungen, Gastronomie, Kultur- und Unterhaltungsangeboten wurde in diesem Handlungsfeld auf seine Potenziale untersucht und weiterentwickelt.
- „Platzgestirn“: Der öffentliche Raum der Stadt ist unabdingbare Bühne für das urbane Leben. Im Handlungsfeld „Platzgestirn“ wurde der Versuch unternommen, das Bielefelder Freiraum-System in seiner Gesamtheit zu entfalten.
- „StadtWaldStadt“: Ein Alleinstellungsmerkmal Bielefelds ist der unmittelbar an die Innenstadt angrenzende Höhenzug des Teutoburger Waldes. Das Nebeneinander von urbaner Szenerie und Naturraum erfordert eine gesonderte Betrachtung. Dabei wurde insbesondere der Frage nachgegangen, wie die Spannung zwischen diesen beiden Polen in eine attraktive Landschaft übersetzt werden kann.
- „Umbruch im Osten“: Im nordöstlichen Innenstadtbereich zeichnen sich in den kommenden Jahren große Veränderungen ab. Die Neuordnung dieses Stadtviertels muss frühzeitig, planvoll, aber auch mutig in Angriff genommen werden. Vorschläge hierzu finden sich im Abschlussbericht des Projekts.
- „Kulturblüte“: Ein weiteres wichtiges Standbein der Attraktivität Bielefelds ist seine lebendige Kulturszene. Diese muss aber, um nicht zu erstarren, räumlich und personell Erweiterungs- und Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden. Auch hierzu wurden konkrete Vorschläge ausgearbeitet.
Die Ergebnisse dieses Projekts wurden am 14. April 2010 in einer Vortragsveranstaltung im vollbesetzten Historischen Saal der Ravensberger Spinnerei erstmals einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert und diskutiert. Zeitgleich wurde ein umfangreicher Ergebnisbericht „Bielefeld – Zukunft Innenstadt“ in Form einer 70-seitigen Broschüre publiziert.
Abschlussbericht des Projekts "Bielefeld - Zukunft Innenstadt" (PDF-Download, 9,3 MB).
Weitere Präsentationen des Projekts fanden im Rahmen der 5. Bielefelder Stadtentwicklungstage (Kongress zur kooperativen Stadtentwicklung) am 22. April 2010 und einer Informationsveranstaltung im Rat der Stadt Bielefeld am 15. Juli 2010 statt. Am 3. Februar 2011 wurde das Projekt bundesweit im Rahmen der Online-Ringvorlesung im Wintersemester 2010/2011 in der Veranstaltungsreihe „Unsere Städte – gestern, heute, morgen“ vorgestellt.
* Mitglieder dieser Arbeitsgruppe sind:
Jörg Beyer, Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe e.V.; Gerhard Bock, Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld WEGE mbH; Dr. Florian Böllhoff, Dr. Böllhoff Unternehmerberatung; Brigitte Brand, Kulturamt Stadt Bielefeld; Volker Crayen, Crayen und Bergedieck, Architekten und Stadtplaner; Jasmin Dallafior, Bielefeld 2000plus; Prof. Dr. Reinhold Decker, Bielefeld 2000plus; Klaus Frank, Umweltamt Stadt Bielefeld; Prof. Dr. Joachim Frohn, Bielefeld 2000plus; Dietrich B. Grautoff, Pro Bielefeld e.V.; Andreas Kämper, Dezernat Soziales Stadt Bielefeld; Carl Peter Kleidat, Bielefeld 2000plus; Dr. Annette Klinkert, Bielefeld Marketing GmbH; Prof. Klaus Köpke, Gestaltungsbeirat Stadt Bielefeld; Bruno Peters, Peters + Winter Landschaftsarchitekten; Hendrik Schrenk, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld; Michael Seibt, Baugenossenschaft Freie Scholle eG; Claudia Warnecke, Bauamt Stadt Bielefeld;