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Lehre - Grundstudium
Die V-ATPase ist die
dominante primäre Protonenpumpe der Vakuole und der sekretorischen
Endomembranen eukaryotischer Zellen. Sie säuert unter ATP-Hydrolyse im
Cytosol das Lumen von Endomembranvesikeln und die Vakuole an und erzeugt
ein Membranpotential. Die dadurch entstehenden elektrochemischen
Triebkräfte werden für Transportprozesse wie die Akkumulation von u.a.
Na+, Cd2+, Zn2+ und Glucosiden
verwendet. Dadurch ist die V-ATPase zentral wichtig für die Entwicklung
und Anpassung Höherer Pflanzen. Neben diesen fundamentalen Funktionen
im Stoffwechsel ist die V-ATPase aus zwei Gründen Modell für molekulare
Prozesse in der Zelle: Die V-ATPase ist ein molekularer Motor, in dem
ein Rotor aus den Untereinheiten VHA-c, VHA-c’’, VHA-D und VHA-F in
einer Statorstruktur aus den übrigen Untereinheiten rotiert (VHA-A, -B,
-C, -E, -G, -H, -a, -d). Dadurch wird die Hydrolyse von ATP im Kopf des
Stators an die H+-Bewegung im Rotor gekoppelt. Die
Komplexität des Aufbaus aus 13 verschiedenen Untereinheiten (vermutete
Stöchiometrie der Zusammensetzung: A3B3CDE2FG2Hac5c’’d)
verlangt Koordination der Expression, sowie Mechanismen der
Assemblierung und Regulation. Diese Fragestellungen werden in einem
interdisziplinären Projekt des Sonderforschungsbereichs
613 bearbeitet.
Teilprojektleiter
sind Karl-Josef Dietz und Dortje Golldack (Biochemie und Physiologie
der Pflanzen) und Markus Sauer (Laserphysik). Durch die Kombination
physikalischer, molekularbiologischer und biochemischer Ansätze soll die
Struktur und konformations-abhängige Funktion des multi-heteromeren
Proteinkomplexes der vakuolären ATPase (V-ATPase) der Pflanzen
beispielhaft für die Verwendung dieser Methoden an anderen
Proteinkomplexen aufgeklärt werden. Das Projekt gliedert sich in zwei
Vorhaben: Ausgewählte Untereinheiten werden als Fusionsproteine mit dem
"Green Fluorescent Protein" oder dessen chromophoren Mutanten (z.B. YFP)
exprimiert. Mit Hilfe der Einzelmolekülspektroskopie, des Fluoreszenz-Resonanz-Energietransfers (FRET), der Fluoreszenzkorrelationsspektroskopie (FCS) und zeitaufgelöster
Spektroskopie werden Protein-Protein-Interaktionen zunehmender
Komplexität in vitro, nach
Synthese im zellfreien Extrakt, und in lebenden Zellen untersucht. Das
Vorkommen und die Struktur der V-ATPase wird mittels AFM an isolierten
Endomembranen und am nativ gereinigten und solubilisierten
V-ATPase-Komplex untersucht, wobei der Einsatz spezifischer Antiseren
die Lokalisierung von bisher nicht zugeordneter Untereinheiten im
Gesamtkomplex ermöglichen soll.
Dietz K-J, Tavakoli N, Kluge C, Mimura T,
Sharma SS, Harris GC, Chardonnens AN, Golldack D (2001)
Significance of the V-type ATPase for the adaptation to stressful growth
conditions and its regulation on the molecular and biochemical level.
J. Exp. Bot. 52, 1969-1980
Kluge C, Lamkemeyer P, Tavakoli N, Golldack
D, Kandlbinder A, Dietz KJ (2003) cDNA cloning of a set of all 12
subunits of the V-type ATPase from Mesembryanthemum
crystallinum and their expression under stress. Molecular
Membrane Biology 20, 171-183
Kluge C, Lahr L, Hanitzsch L, Bolte S,
Golldack D, Dietz K-J (2003) New insight into the structure and
regulation of the plant vacuolar V-ATPase. J. Bioenerg. Biomemb. 35,
377-388
Kluge C, Seidel T, Bolte S, Sharma SS, hanitzsch M, Satiat-Jeunemaitre B, Roß J,
Sauer M, Golldack D, Dietz K-J (2004) Subcellular
distribution of the V-ATPase complex in plant cells, and in vivo
localisation of the 100 kDa subunit VHA-a within the complex. BMC
Cell Biol. 5, 29
Seidel T, Kluge C, Hanitzsch M, Ross J, Sauer M, Dietz K-J, Golldack D (2004) Colocalization and FRET-analysis of subunits c and a of the vacuolar H+-ATPase in living plant cells. J. Biotechnology 112, 165 - 175
Seidel T, Golldack D, Dietz K-J (2005) Mapping of C-termini of V-ATPase subunits by in vivo-FRET measurements. FEBS Lett. 579, 4374 - 4382
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