|
Das
Lehrangebot des Lehrstuhls für Stoffwechselphysiologie und
Biochemie der
Pflanzen umfaßt Veranstaltungen zur Stoffwechselphysiologie und
Ökophysiologie, zur molekularen Biochemie und Biotechnologie und
zur
Formenkenntnis von Pflanzen, sowohl im Grund- wie auch im Hauptstudium.
Die nachfolgend aufgelisteten Veranstaltungen finden entweder
regelmäßig, d.h. im jährlichen Turnus von WS und SS
statt, teilweise
aber auch nur nach Maßgabe freier Kapazitäten in
unregelmäßigen
Abständen (s.a. Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis der
Fakultät: eKVV).
Veranstaltungen zur Stoffwechselphysiologie und Ökophysiologie
Vorlesung:
" Antioxidantien"
Blockpraktikum: Streßphysiologie
der Pflanzen - Biochemische Grundlagen
Praktikumsblock:
"Umweltschadstoffe und Stoffwechsel"
Praktikumsblock:
"Schwermetalle in Pflanzen"
Praktikumsblock: "Physiologie
der Photosynthese"
Praktikumsblock:
"Grundstoffwechsel der Pflanzenzelle: Ioneneinfluß"
Praktikumsblock:
Biochemische Grundlagen der pflanzlichen Anpassung an Umweltstreß
Seminar "Das andere Gesicht
des Sauerstoffs - Sauerstoffradikale in biologischen Systemen"
Veranstaltungen zur molekularen Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen
Vorlesung:
"Einführung
in die Molekularbiologie der Pflanzen" Vorlesung
"Einführung in die Molekularbiologie der Pflanzen" :
Vorlesung
und Seminar:
"Biotechnologische Aspekte moderner Pflanzenphysiologie"
Seminar: "Die Physiologie
pflanzlicher Membranen"
Praktikumsblock: "Molekularbiologie
der Pflanzen"
Praktikumsblock: "Pflanzliche
Molekularbiologie: Reportergene"
Praktikumsblock:
"Vom Protein zum Gen"
Praktikumsblock: "Phytohormone"
Praktikumsblock:
"Das Ergrünen etiolierter Pflanzen"
Veranstaltungen zur botanischen Formenkenntnis
Seminar: "Vegetation der
Atlantikküste: Bretagne"
Exkursion: "Atlantik – Bretagne"
Praktikumsblock: "Morphologie und
Physiologie von Kleinpilzen"
Inhaltsangaben
Veranstaltungen zur Stoffwechselphysiologie und Ökophysiologie
Vorlesung: Antioxidantien
In einer
sauerstoffhaltigen
Atmosphäre sind Organismen stets von unkontrollierten
Oxidationsreaktionen bedroht, die u.a. Enzyme inaktivieren und DNA und
Strukturmoleküle schädigen können. Antioxidantien sind
Schutzstoffe, die helfen, das Zellmilieu reduziert zu halten. Sie
erhöhen die Umwelttoleranz und können Alterungsprozesse
verlangsamen. Natürliche Antioxidantien sind z.B. Ascorbat
(Vitamin C) und Tocopherol (Vitamin E), die von Pflanzen und vielen
Mikroorganismen gebildet werden können. Von vielen Tieren (u.a.
Menschen) müssen sie jedoch mit der Nahrung aufgenommen werden, um
den Stoffwechsel vor oxidativen Schäden zu schützen. In der
Vorlesung wird nach einer Beschreibung des Gefahrenpotentials von
reaktiven Sauerstoffspezies die Biosynthese und die Wirksamkeit von
Antioxidantien vorgestellt, um schließlich auf die Anwendung von
Antioxidantien in der Lebensmittelindustrie, Medizin und Kosmetik
einzugehen.
Blockpraktikum:
Streßphysiologie der Pflanzen - Biochemische Grundlagen
(BAIER/DIETZ/GEORGI/GOLLDACK/KANDLBINDER)
Pflanzen sind als
Primärproduzenten mit
spezifischen, auch modifizierbaren Syntheseleistungen und
ausgeprägter
Anpassungsfähigkeit nicht nur landwirtschaftlich, sondern auch
biotechnologisch interessant. Gezielte biotechnologische Nutzung von
Pflanzen verlangt grundlegende pflanzenphysiologische Kenntnisse, z.B.
(1) zur Flußkontrolle in biologischen Systemen, wenn
Stoffwechselwege
manipuliert werdenm, (2) zur Mineralernährung und
Xenobiotikaentgiftung,
wenn Schwermetall- oder organochemisch belastete Böden einer
'Bioremediation' durch geeignete Pflanzen unterzogen werden, (3) zu
Toleranzmechanismen, wenn sensitive Arten Resistenz gegenüber Ozon
u.ä.
Stressoren erlangen sollen oder (4) zu den Stoffwechselwegen, wenn z.B.
Gerste für beigeschmackfreies Bier oder 'ideale Fette' für
die
Nahrungsmittelindustrie erzeugt werden sollen.
Praktikumsblock
"Umweltschadstoffe und Stoffwechsel"
Im Praktikum wird
die Wirkung von Luftschadstoffen (Schwefeldioxid,
Autoabgase, Ozon), Herbiziden (DIURON, NORFLURAZON o.a.) und
Schwermetallionen (Blei, Kupfer, Zink) auf Pflanzen untersucht:
Photosyntheseaktivität, Pigmentzusammensetzung und -synthese,
photosynthetischer Elektronentransport, Lipidstruktur und Verhalten von
Membranen, Enzymfunktion (RubPCO, Acetolactat-Synthase),
Oxidationsschutzmechanismen (Katalase, Ascorbat, Glutathion). Das
Praktikum richtet sich in erster Linie an Studierende Lehramt und
Umweltwissenschaften.
Praktikumsblock
"Schwermetalle
in Pflanzen"
(GEORGI/DIETZ)
Einige Schwermetalle werden als
Spurenelemente benötigt, z.B. Eisen, Zink, Mangan, Molybdän.
Auf der
anderen Seite stellen die gelösten Kationen aller Schwermetalle
oberhalb
gewisser Schwellenkonzentrationen (je nach betrachtetem Element) starke
"Umweltgifte" dar. Dementsprechend verfügen alle Lebewesen
über
grundlegende Mechanismen, die Aufnahme, intrazelluläre
Verfügbarkeit und
Ausscheidung von Schwermetallen zu kontrollieren. Anthropogene
Einflüsse haben zu einem beschleunigten Anstieg der
Verfügbarkeit vieler
chemischer Elemente in der Biosphäre geführt, darunter vieler
Schwermetalle. Dies hat in besonders belasteten Lebensräumen zu
einem
erheblichen Selektionsdruck zugunsten von toleranten
Pflanzenvarietäten.
Es wird untersucht werden, auf welche Weise Schwermetalle Pflanzen
schädigen. Pflanzen werden allerdings nicht nur passiv
geschädigt,
sondern reagieren aktiv auf die Behandlung mit Schwermetallen. Der
Schwerpunkt im Praktikum liegt auf dem essentiellen Schwermetall Zink.
Praktikumsblock "Physiologie
der Photosynthese"
(GEORGI)
Es werden die
Themenbereiche Struktur (Pigmente),
Mechanismus (Lichtreaktion) und Physiologie behandelt. Letzteres mit:
begrenzende Faktoren, ökologische Anpassungen, anthropogene
Beeinträchtigungen. Das Praktikum richtet sich in erster Linie an
Studierende Lehramt.
Praktikumsblock
"Grundstoffwechsel der Pflanzenzelle: Ioneneinfluß"
(GEORGI)
Die Ionenaufnahme
und die durch sie verursachten
ökophysiologischen
Veränderungen können eindrucksvoll an Wurzeln von Keimlingen
Höherer
Pflanzen in Agarschichten gezeigt werden. Der Nachweis der
Notwendigkeit
und der Funktion von (Makro-)Nährelementen, wie z.B. Kalium, (als
auch
die Wirkung toxischer Ionen(konzentrationen)), wird durch die
Untersuchung einer Grünalgenkultur (Chlorella spec.) geführt:
Wachstum
(Vermehrung), Zusammensetzung und physiologische Leistung eines
pflanzlichen Organismus lassen sich an einer solchen sehr gut verfolgen
und analysieren.(An Hand dieses Versuches werden sowohl grundlegende
Techniken der chemisch-physiologischen Analytik vermittelt und
eingeübt,
als auch besonderer Wert auf den Umgang und die Verarbeitung
großer
Mengen von Meßdaten gelegt.) Die Überproduktion von
Citronensäure durch
bestimmte Mikroorganismen, z.B. den "Schwarzen Köpfchenschimmel"
Aspergillus niger (Ascomycetes), ist Folge einer Fehlregulation des
Stoffwechsels bei eingeschränkter (Unter-)Versorgung mit den
Spurenelementen Eisen und Zink. Im Versuch wird die bei
unterschiedlicher Nährlösungszusammensetzung nachweisbare
Menge an
Citronensäure mit der Massenzunahme des Pilzes und dem Verbrauch
an
Kohlenhydrat in Beziehung gesetzt und so eine Bilanzierung dieser
Stoffwechselreaktion vorgenommen.
Praktikumsblock:
Biochemische
Grundlagen der pflanzlichen Anpassung an Umweltstreß (BAIER/DIETZ/GEORGI/GOLLDACK/KANDLBINDER)
Das Überleben der Pflanzen
hängt
von ihrer Fähigkeit ab, widrige Umweltbedingungen zu tolerieren.
Am
Beispiel des Gerstenkeimlings werden biochemische Schutz-und
Toleranz-mechanismen gegenüber Stressoren wie Xenobiotika,
Schwermetallen und Starklicht analysiert. Dominante Schutzenzyme werden
identifiziert, zellulär lokalisiert, gereinigt und auf ihr
Expressionsverhalten unter Stress analysiert. Dabei steht die
Einordnung
der jeweiligen Enzyme in den Gesamtstoffwechsel im Vordergrund. Dieser
Kurs vermittelt die Basis für weiterführende Kurse zur
molekularen
Analyse von Umweltstreß bei Pflanzen.
Literaturseminar "Neuere
Ergebnisse in Biochemie und Physiologie der Pflanzen"
(BAIER/DIETZ/GEORGI/GOLLDACK/KANDLBINDER)
Seminar "Das andere Gesicht
des
Sauerstoffs - Sauerstoffradikale in biologischen Systemen"
(GEORGI / N.N.)
Sauerstoff ist nicht nur ein
essentielles Element auf der Erde, ohne ihn wäre das Leben in
seiner
heutigen Form nicht denkbar, sondern er zeigt auch in Gestalt seiner
'reaktiven Spezies' überaus schädliche Wirkungen. Stichworte
dazu sind
z.B.: Photooxidation, 'respiratory burst', Zellalterung/Zelltod,
Cancerogenese, Papierzerstörung, u.a.. In den
Seminarbeiträgen sollen
hauptsächlich diese toxischen Effekte und die verschiedenen
Schutzmechanismen der Zelle(n) gegen (freie) Sauerstoffradikale
vorgestellt werden, wobei aber auch Sauerstoffradikal-abhängige
Stoffwechselprozesse wie die Ligninsynthese besprochen werden.
Veranstaltungen zur molekularen Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen
Vorlesung "Einführung in die
Molekularbiologie der Pflanzen"
(DIETZ)
Nach einer einführenden
Darstellung der Genom- und Genorganisation in höheren Pflanzen
werden
die gängigen methodischen Ansätze der pflanzlichen
Molekularbiologie
vorgestellt, z.B. die Identifizierung und Charakterisierung von Genen,
die Regulation der Genexpression, die Proteinsortierung in der Zelle,
die Erzeugung und Nutzung transgener Pflanzen in Grundlagenforschung
und
Praxis, die Bedeutung der molekurbiologischen Techniken für
ökophysiologische und biochemische Fragestellungen der
Pflanzenwissenschaften.
Vorlesung und Seminar
"Pflanzenbiotechnologie"
(DIETZ)
Pflanzen sind als
Primärproduzenten mit spezifischen, auch modifizierbaren
Syntheseleistungen und ausgeprägter Anpassungsfähigkeit nicht
nur
landwirtschaftlich, sondern auch biotechnologisch interessant. Gezielte
biotechnologische Nutzung von Pflanzen verlangt grundlegende
pflanzenphysiologische Kenntnisse, z.B. (1) zur Flußkontrolle in
biologischen Systemen, wenn Stoffwechselwege manipuliert werdenm, (2)
zur Mineralernährung und Xenobiotikaentgiftung, wenn Schwermetall-
oder
organochemisch belastete Böden einer 'Bioremediation' durch
geeignete
Pflanzen unterzogen werden, (3) zu Toleranzmechanismen, wenn sensitive
Arten Resistenz gegenüber Ozon u.ä. Stressoren erlangen
sollen oder (4)
zu den Stoffwechselwegen, wenn z.B. Gerste für beigeschmackfreies
Bier
oder 'ideale Fette' für die Nahrungsmittelindustrie erzeugt werden
sollen.
Vorlesung
"Entwicklungsbiologie der Pflanzen"
(GOLLDACK)
Die Vorlesung behandelt
molekulargenetische Grundlagen der pflanzlichen Entwicklung mit dem
Schwerpunkt der Zelldifferenzierung und Zellmusterbildung bei der
Entwicklung der Organe und Gewebe. Darüber hinaus werden z.B.
Mechanismen der Gametogenese und Embryogenese ebenso wie die
pflanzliche Seneszenz und die pathologische Morphogenese vorgestellt.
Als ein weiterer thematischer Aspekt werden aktuelle
Forschungsergebnisse der funktionellen Genomanalyse der pflanzlichen
Entwicklung z.B. unter Einsatz von Arabidopsis-Mutanten sowie
Transkriptom- und Proteomstudien behandelt. Die Literatur wird zu
Beginn der Lehrveranstaltung vorgestellt.
Seminar "Die Physiologie
pflanzlicher Membranen"
(DIETZ)
Die Membranen pflanzlicher Zellen
sind zentral an der Energiekonversion (Photosynthese), am Nahtransport
(z.B. zwischen Cytosol und Plastiden oder Vakuole), am Ferntransport
(Phloem, Xylem), an der Signalperzeption (z.B. Hormone) und
Signalweiterleitung (Rezeptorkinasen, Ionenkanäle) etc. beteiligt.
Diese
fundamentale Bedeutung pflanzlicher Membranen wird anhand neuerer
Veröffentlichungen herausgearbeitet.
Praktikumsblock
"Molekularbiologie der Pflanzen"
(KANDLBINDER/GOLLDACK/BAIER/GEORGI/DIETZ)
Höher Pflanzen haben zum
Teil
einzigartige Fähigkeiten entwickelt, sich an widrige
Umweltbedingungen
wie zum Beispiel erhöhte Ionenkonzentrationen, Trockenheit und
oxidativen Stress anzupassen. Man kan nun die komplexen Mechanismen,
die
in Pflanzen der Erscheinungsform, dern Eigenschaften und den Antworten
auf Stresoren zugrunde liegen, systematisch aufklären, indem man
auf der
Basis von Hypothesen gezielte eingriffe durchführt und ihre
Auswirkungen auf den Ebenen der Transkription un Translation,
Physiologie, protein- und Metabolitmengen untersucht. Am Beispiel einer
der Modellpflanzen des Lehrstuhls soll die Anpassung eines
ausgewählten
Stoffwechselweges an einen abiotischen Stressor charakterisiert werden.
Grundlegende Arbeitstechniken der pflanzlichen Molekularbiologie werden
eingesetzt. Zum Beispiel Isolierung von Nukleinsäuren, PCR,
DNA/RNA-Hybridisierungstechniken und weiterführende
bioinformatische
Analysen. Darüber hinaus stehen physiologische Basismethoden wie
Chlorophyllfluoreszenzanalyse als Stressindikator zur Verfügung.
Praktikumsblock "Pflanzliche
Molekularbiologie: Reportergene"
(BAIER/GOLLDACK/DIETZ)
Reportergene sind künstliche
Gene
aus einem Promotor und dem kodierenden Bereich eines Fremdgens, dessen
Genprodukt ine einfach nachzuweisende Reaktion katalysiert. Sie sind
Hilfsmittel, um das Schaltverhalten von Promotoren im lebenden
Organismus zu verfolgen, und liefern zeitlich und räumlich
aufgelöste
Informationen über die Aktivität des verwendeten Promotors.
Im Kurs wird
mit stabilen Reportergenlinien gearbeitet. Versuchsobjekt ist die
genetische Modellpflanze Arabidopsis thaliana. Die inhaltlichen
Fragestellungen werden sich mit entwicklungsabhängiger
Genexpressionsregulation und Stressinduktion von Genen befassen, die
über verschiedene cis-Elemente im Promotor vermittelt werden. In
weiterführenden Experimenten kann durch Effektorstudien die
Signaltransduktion untersucht werden. Es wird ein Einblick in
histochemische und in vitro Methoden bei der Reportergenanalyse
in Pflanzen gegeben. Bei vergleichenden Expressionsstudien wird auf
weitere, grundlegenden molekularbiologischen Methoden eingegangen (z.B.
Nukleinsäureisolierung, Northern-Blot-Hybridisierung;
semi-quantitative
RT-PCR) und es werden grundsätzliche physiologische Probleme (z.B.
Referenzwert, Umweltadaptation) angesprochen. Molekularbiologische
Grundkenntnisse werden vorausgesetzt und der Besuch der Vorlesung
"Molekularbiologie der Pflanzen" empfohlen.
Praktikumsblock: Vom Protein
zum Gen
(BAIER/GOLLDACK/DIETZ)
Die molekulare Analyse
pflanzlicher Stoffwechselprozesse kann von sehr unterschiedlichen
Ausgangspunkten ausgehen. Bei Kenntnis der beteiligten Gene –
beispielsweise aus Genomprojekten - kann man anhand der Sequenz die
Aminosäuresequenz der kodierten Proteine herleiten und erste
Struktur-,
und aufgrund von Sequenzhomologievergleichen, auch erste
Funktionsvermutungen aufstellen. In der Regel mußte bisher in der
Forschung jedoch der umgekehrte Weg begangen werden. Man kennt ein
bestimmtes Enzym oder man beobachtet ein interessierendes Protein, das
in einem bestimmten physiologischen Zustand verstärkt oder
vermindert
exprimiert wird, und man möchte das betreffende Gen oder
zunächst häufig
die cDNA klonieren und analysieren. Ziel des Praktikums ist die
exemplarische Vermittlung des experimentellen Ablaufs, wie ausgehend
von
einem beliebigen, isolierten Protein die zugehörige genetische
Information in Form einer cDNA kloniert werden kann. Gegenstand des
Praktikums wird das Enzym 2-Cystein-Peroxiredoxin der Pflanzen sein,
das
hochtoxische organische Lipidperoxide entgiftet.
Praktikumsblock
"Phytohormone"
(BAIER/DIETZ/GEORGI)
Die Entwicklung von Pflanzen wird
entscheidend durch Phytohormone gesteuert. Antagonistisch-wirkende
Stoffe hemmen bzw. induzieren z.B. die Keimung, das Austreiben von
Adventivwurzeln und -knospen und den Laubfall. Im Praktikum kann die
Wirkung von Phytohormonen an Beispielen untersucht werden. Basierend
auf
klassischen Experimenten (z.B. dem Koleoptilenkrümmungstest von
Went)
werden Biotests zum Nachweis der Hormonwirkung, der Wechselwirkung von
Hormonen und zur Quantifizierung der Hormonwirkung erarbeitet, die
anschließend zum Beantworten physiologischer Fragestellungen
eingesetzt
werden. Zum Beispiel kann analysiert werden, wie ein Phytohormon in der
Pflanze verteilt ist, wie sich der Hormongehalt in verschiedenen
Pflanzen unterscheidet und wie sich verschiedene Hormone wechselseitig
beeinflussen. Im praktikumsbegleitenden Seminar werden klassische und
moderne Arbeiten zum Thema vorgestellt.
Praktikumsblock "Das
Ergrünen
etiolierter Pflanzen"
(BAIER/DIETZ)
Etiolierte Pflanzen durchlaufen
nach Belichtung starke strukturelle und biochemische
Veränderungen, die
genetisch gesteuert sind. Somit ist die Ergrünung ein
Paradebeispiel
pflanzlicher Entwicklungs- und Stoffwechselphysiologie, um
phänotypische
Änderungen mit Vorgängen auf der Protein- und Genebene kausal
zu
korrelieren. Das Methodenspektrum wird von der Pigmentanalyse,
über
Enzymaktivitätsbestimmungen, (zweidimensionale)
Proteingel-elektrophorese bis hin zur Abschätzung von
Transkriptmengen
reichen.
Veranstaltungen zur botanischen Formenkenntnis
Seminar "Vegetation der
Atlantikküste: Bretagne"
(GEORGI/DIETZ/KANDLBINDER)
Das Seminar bereitet die
Exkursion "Atlantik -
Bretagne" vor. Behandelt werden die Biologie und Ökologie der
marinen
Grün-, Rot- und Braunalgen (Makroalgen, 'Tange'), sowie ihre
wirtschaftliche Bedeutung. Die weiteren Themen befassen sich mit der
Geologie, der Geographie und dem Klima der Bretagne, sowie der
Lebensgemeinschaft der Meeresflechten und der Vegetation von Watt,
Strand und atlantischen Heiden. Mit Referaten zur älteren und
neueren
Geschichte und der Kultur soll ein vertieftes Verständnis für
das
Exkursionsgebiet vermittelt werden.
Exkursion: Atlantik -
Bretagne
(GEORGI/DIETZ/KANDLBINDER)
Die ca. anderthalbwöchige
Exkursion in die
Bretagne dient in erster Linie dem Kennenlernen der Makroalgen der
atlantischen Felsküste, ihrer Verbreitung, Zonierung und
wirtschaftlichen Bedeutung. Daneben werden weitere typische
Lebensgemeinschaften (Meeresflechten und ihre Zonierung, Watt- und
Strandvegetation, atlantische Heiden, Molluskenfauna) bearbeitet.
Praktikumsblock "Morphologie und Physiologie von
Kleinpilzen"
(GEORGI)
Jeder hat (oder
entwickelt) bestimmte Vorstellungen
bei Begriffen wie ”Hefe”, ”Schimmel”, ”Fäule” oder auch
Schleimpilze.
Welche biologischen (mykologischen) Fakten verbergen sich aber
dahinter?
In diesem Praktikum werden verschiedene Aspekte der Biologie von
”Mikromyzeten” betrachtet: Bau und Entwicklung, Sytematik und
Phylogenie, Physiologie und Nutzanwendung, Schadwirkungen und Umgang.
Demgemäß werden neben der mikros-kopischen Bearbeitung
einzelner Spezies
und Sippen Experimente zur Physiologie und klassischen
biotechnologischen Anwendung durchgeführt und in einschlägige
mikrobiologische Arbeits-techniken eingeführt.
|