Planung und Durchführung einer meeresbiologischen Exkursion

Überblick:
  • Veranstaltung für Studierende der Biologiedidaktik (Modul Organismische Biologie, Abschluss des Moduls mit einer Klausur)
  • Gliederung der Veranstaltung: Vorbereitungsphase in der Universität (Formalia und Fachwissen), Praxisphase an außerschulischem Lernort (Exkursion z.B. zur Insel Krk in Kroatien)
  • Erprobung der selbst entwickelten Unterrichtskonzepte während der Exkursion, nach Möglichkeit mit einer parallel reisenden Schulklasse
  • Angebot im SoSe

Die von der Biologiedidaktik angebotene Veranstaltung "Planung und Durchführung einer meeresbiologischen Exkursion" wird dem Modul „Organismische Biologie“ zugeordnet und richtet sich an Studierende, die ihre didaktische Kompetenz anhand des vielseitigen Themas „Lebensräume und Lebensformen - Tiere und Pflanzen des Meeres" schulfokussiert erweitern möchten.

Ziel der Veranstaltung ist es, den Studierenden Konzepte zu vermitteln, wie sie im späteren Berufsalltag in der Schule das Thema Meeresbiologie motivierend und kreativ, aber ebenso rechtlich abgesichert umsetzen können. Die Meeresbiologie hat an vielen Schulen durch das jeweilige Schulprogramm ihre Legitimation gefunden, denn oft werden Klassenfahrten oder in der Sekundarstufe II Kursfahrten in der Biologie an die Nordsee, die Ostsee oder das Mittelmeer durchgeführt. Daher ist es unbedingt notwendig, dass sich angehende Biologielehrkräfte nicht nur fachlich mit dem Thema auseinandersetzen, sondern sich auch mit den Bedingungen und besonderen Umständen für das Lernen an solchen außerschulischen Lernorten beschäftigen, um im späteren Beruf eine solche Fahrt durchführen zu können.

Der Ablauf dieser Veranstaltung gliedert sich in drei Abschnitte. Die ersten Termine behandeln als Vorbereitung die formalen Voraussetzungen, die es bei der Planung und Durchführung einer Exkursion zu beachten gilt. In über das Semester laufenden Seminaren erhalten die Seminarteilnehmer Informationen zu einzelnen Pflanzen und Tierarten die für den terrestrischen sowie den aquatischen Lebensraum des Mittelmeeres typisch sind. Daneben werden in dem Seminar in Kooperation mit dem „Active Sensing“ Versuche erarbeitet und mit SchülerInnen der 7-12 Jahrgansstufe durchgeführt, um Ideen für spätere Versuche im Lehrerberuf zu erhalten. Hier kommen zum einen Meerestiere aus der 16.000Liter umfassenden Meerwasseranlage sowie Rüsselfische der Abteilung „Active Sensing“ zum Einsatz. Der Fokus liegt hier auf einer kreativen Unterrichtsgestaltung, die das Interesse der SchülerInnen an dem Thema wecken und erhalten soll. Der dritte Abschnitt der Veranstaltung ist eine 10 tägige Exkursion nach KRK. Hier sollen die gewonnen Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt direkt umgesetzt werden. Die Teilnehmer des Seminars führen auf der Insel KRK Bestimmungsübungen an Land sowie unter Wasser durch. Ein zentraler Bestandteil der Exkursion ist eine Unterwasserkartierung. Ziel dieses Projektes ist es, den Lebensraum im Mittelmeer über einen längeren Zeitraum zu beobachten, um ökologische Auswirkungen besser verstehen zu können. Die gewonnen Daten werden zu Daten aus vorangegangenen Exkursionen in Verbindung gesetzt.


Mit dem folgenden Anmeldebutton gelangt Ihr in den passwortgeschützten Seminarbereich:




Hier könnt ihr euch mit den Videos einen kurzen Eindruck von den bisherigen Exkursionen nach Kroatien und Dänemark verschaffen:



Exkursion 2016 nach KRK, Kroatien




Exkursion 2014 nach KRK, Kroatien



Exkursion 2013 nach KRK, Kroatien



Exkursionen 2010 und 2012 nach Brunsnaes in Dänemark:



Exkursionsbericht "Brunsnaes"

Unsere Reise in die "Metropole" Brunsnaes in Dänemark startet am Sonntag gegen 9 Uhr. Mit Reisetaschen und Unmengen an Fressalien am Abfahrtsort wartend, stellte sich uns das erste Hindernis in den Weg. Wie sollten wir all die Sachen in drei Autos unterbringen?
Vollbepackt bis unters Dach und mit der Wassermelone auf dem Schoss ging die Reise mit einiger Verspätung los. Nach ungefähr fünf Stunden Fahrt mit einigen schönen, aber auch einigen „prallen“ Ereignissen (Tanken ist schon ein Erlebnis für sich!) erreichten wir unseren Zielort, an dem wir nun eine Woche lang meeresbiologische Erfahrungen sammeln durften.
Nach einer fröhlichen ersten Nacht saßen wir am nächsten Morgen fast pünktlich im hauseigenen Kursraum, lauschten einem Vortrag von Dr. Klaus Valentin über Lebensräume im Meer und bestimmten danach selbst gesammeltes Strandgut. Am Nachmittag bauten wir die vorhandenen Aquarien auf, schleppten literweise Wasser, um sie zu befüllen und erschnorchelten uns die ersten ostsee-typischen marinen Lebensformen. In gemütlicher Runde wurden am Abend die Gesellschaftsspiele ausgepackt und eine Runde „Activity“ gespielt.

Am Dienstag wurde uns der Lebensraum Sediment näher gebracht, indem wir Sandproben auswuschen und Tiere (Makrofauna), die in diesem Lebensraum beheimatet sind, mit Hilfe von Bestimmungsschlüsseln bestimmten. Den Nachmittag verbrachten wir an einem anderen Strand in Gammelmark, um zu schnorcheln. Abends ließen wir den Tag mit einem gemeinsamen Lagerfeuer am Strand ausklingen, wobei wir feststellen mussten, dass das Feuer länger brennt, als man denkt (Nicht wahr :-).

Am nächsten Tag stand das Thema Plankton auf dem Plan. Nach einem "kurzen" und interessanten Vortrag bestand unsere Aufgabe darin, Zoo- und Phytoplankton der Ostsee mit Hilfe eines Binokulars zu bestimmen. Nach ersten erfolgreichen Tauchgängen mit der Gasflasche am Nachmittag wurden abends die DVDs ausgepackt und der mitgebrachte/hauseigene Beamer trat erstmals in Aktion. Nach der gemeinsamen DVD-Runde suchten wir abends noch mal den Strand auf, um im Schein der Taschenlampe weitere und vor allem nachtaktive Ostseebewohner zu erkeschern.

Der nächste Tag startete mit einer theoretischen und praktischen Lehreinheit zu den Miesmuscheln und Seesternen. Nachmittags folgte eine Kutterfahrt, bei der wir lernten, Wasserproben der Ostsee forschungsgerecht zu entnehmen. Bei den Wasserproben, die aus unterschiedlichen Tiefen entnommen wurden, wurde anschließend die Temperatur gemessen. Der Tauchgang bei Dunkelheit am Abend stellte für viele Teilnehmer einen gelungenen Abschluss des Tages dar.

Der Freitag begann mit der Auswertung der selbst entnommenen Wasserproben. Zusätzlich zur Temperatur wurde der Salzgehalt der Proben gemessen. Des Weiteren erhielten wir Einblicke in die geschichtliche Entstehung der Ostsee. Nachdem wir die Mittagszeit mit dem Einsprechen von Texten für die Videoaufnahmen der Meeresbewohner verbracht hatten, blieben wir den gesamten Nachmittag bis spät abends am Strand und genossen die karibik-ähnliche Atmosphäre.

Am letzten Tag lauschten wir am Morgen einem Vortrag über die Eutrophierung der Ostsee und die damit verbundenen Probleme für die Umwelt und die wasserlebenden Organismen in der Ostsee. Den letzten freien Nachmittag nutzten wir, um mit dem Großteil des Kurses nach Sonderburg zu fahren, dessen nostalgische Altstadt und Hafen zu besichtigen und ein Lakritzeis zu verdrücken.


 
Wir bedanken uns bei: