Cercarien aus Physa fontinalis




Australapatemon sp.
(syn. Apatemon minor)


Die Cercarie von Australapatemon sp. (Diplostomoidea, Strigeidae) gehört zum Typus der Furcocercarien und weist eine Gesamtlänge von durchschnittlich 255 µm auf (Bild 1). Die 8 Penetrationsdrüsen liegen postacetabular in zwei Paketen zu je 4 Zellen (Bild 2). Die Protonephridialformel lautet 2[(1+1)+(2+2+[1])] = 14. Die Sporocysten (Bild 3) sind fadenartig mit einer maximalen Breite von ~ 72 µm. Ihre Länge ist unterschiedlich, jedoch selten länger als 500 µm. Die Metacercarien (Bild 4) gehören zum Tetracotylen-Typ und wurden aus der Atemhöhle von P. fontinalis isoliert. Die Schnecke dient somit zugleich als 2. Zwischenwirt für den Parasiten, weiterhin sind Süsswasseregel als 2. Zwischenwirt (ZW) beschrieben, die aber von der vorliegenden Art nicht angenommen wurden. Endwirte der Gattung Australapatemon gehören zu den Entenvögeln.





Tylodelphys sp.


Die Cercarie von Tylodelphys sp. (Diplostomoidea, Diplostomidae) ist der von Australapatemon sp. auf den ersten Blick recht ähnlich (Bild 1), lässt sich aber anhand folgender Merkmale gut unterscheiden. Mit einer Gesamtlänge von ~ 336 µm ist sie zunächst deutlich größer. Sie besitzt 4 Penetrationdrüsen, die vor dem Acetabulum liegen und häufig in charakteristischer Weise angeordnet sind (Bild 2). Die Darmschenkel verlaufen eng um das Acetabulum herum und verdicken sich terminal. Sowohl Penetrationsdrüsen als auch Darmschenkel werden kräftig durch Neutralrot gefärbt. Die Sporocysten (Bild 3) sind weisslich und bei einer Länge von häufig über 1 cm selten breiter als 100 µm. Tylodelphys sp. benutzt Süswasseregel als 2. Zwischenwirt. Bild 4 zeigt eine Cercarie mit bereits abgeworfenem Schwanz beim Eindringen in Glossiphonia complanata. Die Protonephridialformel lautet 2[(2+2)+(2+[2])] = 16. Als Endwirte der Gattung Tylodelphys sind Greifvögel, Reiher und Lappentaucher nachgewiesen.



Cotylurus sp.


Die Cercarie von Cotylurus sp. (Diplostomoidea, Strigeidae) ist der von Tylodelphys sp. auf den ersten Blick sehr ähnlich, da sie ebenfalls 4 anfärbbare Bohrdrüsen vor dem Acetabulum aufweist (Bild 1,3). Auch die durchschnittliche Gesamtkörperlänge (310 µm) ist annährend gleich. Deutliches Unterscheidungsmerkmal ist aber die unterschiedliche Protonephridialformel, die für Cotylurus sp. 2[(2+2)+(2+2+[2])] = 20 lautet. Dabei befinden sich im Bereich des Acetabulums 4 anstatt 2 Paare von Protonephridien. Die Sporocysten (Bild 4) beider Arten befinden sich in der Mitteldarmdrüse der Schnecke sind bei Tylodelphys sp. aber deutlich länger. Süsswasseregel wurden von Cotylurus sp. nicht als 2. Zwischenwirt angenommen. In der Literatur werden Schnecken als 2. Zwischenwirt von Cotylurus-Arten beschrieben. Das Acetabulum gleicht dem von Australapatemon sp. besitzt aber mehrere Reihen sehr kleiner Stacheln (Bild 2). Endwirte sind z.B. Entenvögel.









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Christian Fuchs
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