Fakultät für Biologie - Evolutionsbiologie
 
 
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Ulrike Lampe, M.Sc.

Raum: VHF-298
Telefon: 0521-106 2827
email: ulrike.lampe"at"uni-bielefeld.de

Studium

2004-2007 Studium der Biologie an der Leibniz Universität Hannover
2007 Bachelor of Science in Biologie, Thema: Immunhistochemische Untersuchungen des Neuropeptids Y in den Suprachiasmatischen Nuclei Dsungarischer Zwerghamster (Phodopus sungorus)
2007-2009 Masterstudiengang “Systems Biology of Brain and Behaviour” an der Universität Bielefeld
2009 Master of Science in Biologie, Thema: Dance Behavior and Foraging Preferences of Honey Bees in Response to Variance in Reward
seit 2010 Promotion in der Abteilung für Evolutionsbiologie bei Prof. Dr. Klaus Reinhold

Aktuelles Projekt

Einflüsse von Umweltlärm auf die akustische Kommunikation des Nachtigall-Grashüpfers (Chorthippus biguttulus)

Einige Tierarten sind in der Lage, ihre akustischen Signale als Reaktion auf erhöhten Hintergrundlärm so zu modifizieren, dass eine Übertragung des Signals zum Empfänger weiterhin gewährleistet wird. Um eine mögliche Degradierung oder eine komplette Maskierung ihrer akustischen Signale zu verhindern, greifen verschiedene Arten auf die unterschiedlichsten Strategien zurück. Vögel verschieben die Frequenzen oder erhöhen die Lautstärke ihrer Gesänge, um eine Maskierung ihrer akustischen Signale bei Umweltlärm zu vermeiden. Von einigen Froscharten ist bekannt, dass Männchen bei starkem Hintergrundlärm häufiger rufen als unter leiseren Bedingungen. Säugetiere nutzen häufig den sogenannten „Lombard-Effekt,“ d.h. sie erhöhen die Lautstärke ihrer akustischen Signale relativ zum Hintergrundlärmpegel. Häufig sind Männchen verschiedener Arten, die Balz- oder Reviergesänge äußern, am stärksten von Umweltlärm beeinträchtigt.

Chorthippus biguttulus male

Männchen des Nachtigall-Grashüpfers (Chorthippus biguttulus) produzieren Breitbandsignale, mit denen sie potentielle Sexualpartnerinnen anlocken. Weibchen, die paarungsbereit sind und den Gesang eines Männchens attraktiv finden, antworten mit einem kurzen, niederfrequenten Signal. In einer ersten Studie, die im Rahmen des hier vorgestellten Promotionsprojektes durchgeführt wurde, konnten wir herausfinden, dass C. biguttulus Männchen, die aus lauten Habitaten stammen, Balzgesänge mit höheren Frequenzen produzieren. Männchen, die wir von direkt neben einer Autobahn liegenden Habitaten gesammelt und unter leisen Bedingungen im Labor aufgenommen haben, produzieren im Vergleich zu Artgenossen, die aus ruhigen Habitaten stammen, Signale mit einem höher gelegenen Amplitudenmaximum im niederfrequenten Bereich.

Die Balzgesänge der Männchen spielen in dieser Art eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl durch die Weibchen. Daher soll in weiteren Studien untersucht werden, ob, bzw. unter welchen Bedingungen Männchen, die ihre Signale an Umweltlärm anpassen, von Weibchen bei der Partnerwahl bevorzugt werden. Außerdem soll geklärt werden, ob die unterschiedlichen Signale von Autobahnmännchen und Männchen aus ruhigeren, ländlichen Habitaten vorwiegend auf genetische Differenzierung oder auf verschiedene Umweltbedingungen (laute, bzw. leise Umwelt) während der Larvalphase zurückzuführen ist.

Forschungsinteressen

Akustische Kommunikation, Umweltlärm, phenotypische Plastizität, sexuelle Selektion, Weibchenwahl