Fakultät für Biologie - Evolutionsbiologie
 
 
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Anthropogene Umweltveränderungen

Durch den Menschen verursachte Umweltveränderungen belasten natürliche Habitate stärker, unmittelbarer und nachhaltiger als alle bestehenden ökologischen Faktoren. Klimawandel und anthropogener Lärm stellen zwei besonders weitreichende menschenverursachte Umweltveränderungen dar.

Welche Möglichkeiten haben Organismen mit dieser Art von Herausforderungen umzugehen? Vögel in saisonalen Lebensräumen müssen ihre Brutzeiträume mit dem optimalen Zeitpunkt der Nahrungsverfügbarkeit für ihre Jungen synchronisieren – aber wie passen sie den richtigen Zeitpunkt ihrer Brut ab wenn es im Frühjahr immer wärmer wird? Heuschrecken ernähren sich von Gras – wie gehen sie mit qualitativen Veränderungen ihrer Futterpflanzen um, die auf klimatischen Wandel zurück zu führen sind? Männliche Grashüpfer produzieren komplexe akustische Balzsignale – wie verschaffen sie sich in einer immer lauter werdenden Umgebung Gehör?

Unser Interesse gilt den grundlegenden biologischen Mechanismen, die es Organismen erlauben, mit vom Menschen herbeigeführten Umweltveränderungen umzugehen. Welche Rolle spielen phänotypische Plastizität, adaptive Mikroevolution oder epigenetische Effekte? Die Antwort auf diese Frage kann nicht nur zu unserem Verständnis von der Anpassungsfähigkeit der Lebewesen an veränderliche Umweltbedingungen beitragen, sie kann auch zu fachkundigeren Entscheidungen im Naturschutz und der Agrarwirtschaft führen.

Mitwirkende Forscher:

Ökologische & evolutionäre Reaktion auf Klimawandel: die Rolle von phänotypischer Plastizität
Tim Schmoll

Relevante Publikationen

Lampe, U., Reinhold, K. & Schmoll, T. (in press). How grasshoppers respond to road noise: Developmental plasticity and population differentiation in acoustic signalling. Functional Ecology

Lampe, U., Schmoll, T., Franzke, A. & Reinhold, K. (2012). Staying tuned: grasshoppers from noisy roadside habitats produce courtship signals with elevated frequency components. Functional Ecology 26: 1348-1354. | DOI