Durch den Menschen verursachte Umweltveränderungen belasten natürliche Habitate stärker, unmittelbarer und nachhaltiger als alle bestehenden ökologischen Faktoren. Klimawandel und anthropogener Lärm stellen zwei besonders weitreichende menschenverursachte Umweltveränderungen dar.
Welche Möglichkeiten haben Organismen mit dieser Art von Herausforderungen umzugehen? Vögel in saisonalen Lebensräumen müssen ihre Brutzeiträume mit dem optimalen Zeitpunkt der Nahrungsverfügbarkeit für ihre Jungen synchronisieren – aber wie passen sie den richtigen Zeitpunkt ihrer Brut ab wenn es im Frühjahr immer wärmer wird? Heuschrecken ernähren sich von Gras – wie gehen sie mit qualitativen Veränderungen ihrer Futterpflanzen um, die auf klimatischen Wandel zurück zu führen sind? Männliche Grashüpfer produzieren komplexe akustische Balzsignale – wie verschaffen sie sich in einer immer lauter werdenden Umgebung Gehör?
Unser Interesse gilt den grundlegenden biologischen Mechanismen, die es Organismen erlauben, mit vom Menschen herbeigeführten Umweltveränderungen umzugehen. Welche Rolle spielen phänotypische Plastizität, adaptive Mikroevolution oder epigenetische Effekte? Die Antwort auf diese Frage kann nicht nur zu unserem Verständnis von der Anpassungsfähigkeit der Lebewesen an veränderliche Umweltbedingungen beitragen, sie kann auch zu fachkundigeren Entscheidungen im Naturschutz und der Agrarwirtschaft führen.
Ökologische & evolutionäre Reaktion auf Klimawandel: die Rolle von phänotypischer Plastizität
Tim Schmoll
Reaktion auf Klimawandel bei Heuschrecken:
Alexandra Franzke
Anthropogener Lärm und akustische Kommunikation:
Ulrike Lampe
Tim Schmoll
Alexandra Franzke