Fakultät für Biologie - Evolutionsbiologie
 
 
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Willkommen auf den Seiten der Evolutionsbiologie

Unsere Forschungsinteressen umfassen ein weites Feld an Themen und Methoden, mit einem Schwerpunkt auf sexueller Selektion und Spermienkonkurrenz. Ein besonderes Interesse gilt insbesondere der Evolution von Verhaltensweisen im Zusammenhang von sexueller Selektion. Wir erforschen die Evolution dieser oft geschlechtsspezifischen Eigenschaften mit einer Kombination aus theoretischen und experimentellen Ansätzen. Auch die Modellorganismen, mit denen wir unsere Untersuchungen durchführen, sind vielfältig und abhängig von der Eignung für spezifische Fragestellungen. Gegenwärtig arbeiten wir mit Heuschrecken, Wachsmotten, Vögeln und Plattwürmern. Eine Besonderheit unseres Ansatzes ist die Kombination von Freilandstudien und laborbasierten Untersuchungen. Fortgeschrittene statistische Methoden und Analysen von Literaturdaten ergänzen unsere Forschung, deren Ziel es ist, allgemeine Konzepte in Verhaltensökologie und Evolutionsbiologie zu entdecken und zu überprüfen.

Spermienkonkurrenz

Sperm competitionSpermienkonkurenz übt einen erheblichen Selektionsdruck auf sich sexuell fortpflanzende Organismen aus, und zwar immer dann, wenn sich Weibchen mit mehreren Männchen paaren und die Spermien um die Befruchtung der Eizellen konkurrieren. Diese Selektionsdrücke prägen daher entscheidend die Reproduktionsorgane, das Verhalten und die Physiologie von Männchen. Die Forschung in unserer Abteilung zielt darauf ab, die evolutionären Auswirkungen der Spermienkonkurrenz zu verstehen. Theoretische Ansätze fokussieren darauf, wie Männchen auf die Variation in Weibchen-Qualität und Ausmaß der Spermienkonkurrenz reagieren sollten, indem sie ihr Investment in verschiedenen Spermien-Merkmale anpassen. Mit empirischen Ansätzen testen wir diese theoretischen Vorhersagen und untersuchen die spezifischen Anpassungen an die Spermienkonkurrenzsituation in einer Reihe verschiedener Tiere. [Weitere Informationen...(EN)]

Evolutionsgenetik

Evolutionary geneticsWir untersuchen die evolutionäre Dynamik fitnessrelevanter Merkmale sowohl innerhalb von Populationen einer Art als auch an der Hybridzone von erst in jüngster Zeit separierten Populationen. Ein besonderes Interesse gilt dabei morphologischen Merkmalen und Verhaltensweisen, die eine Rolle in der sexuellen Selektion spielen. Sexuelle Ornamente sind eine derartige Klasse von Merkmalen, die entweder bei der Partnerwahl entscheidend sind (ein klassisches Ornament ist der Schwanz des Pfaues). Wir nutzen sowohl quantitativ-genetische Methoden, die vor allem Verwandtschaftsinformationen aus Stammbäumen nutzen, aber auch moderne molekulargenetische Methoden zur Messung genetischer Variation. Aktuell arbeiten wir mit Heuschrecken und Vögeln und zwar sowohl im Freiland als auch im Labor. [Weitere Informationen...(EN)]

Anthropogene Umweltveränderungen

Anthropogene UmweltveränderungenVom Menschen verursachte, langfristige Veränderungen der natürlichen Umwelt, stellen eine beträchtliche Herausforderung für Organismen aller Taxa und Ökosysteme dar. Wir sind daran interessiert, wie Lebewesen mit grundlegenden Veränderungen ihrer natürlichen Habitate umgehen und welche Mechanismen dabei eine entscheidende Rolle spielen: Wie müssen phänotypische Plastizität, adaptive Mikroevolution oder epigenetische Effekte miteinander interagieren, damit Populationen mit anthropogenen Veränderungen in ihrer Umwelt zurechtkommen? [Weitere Informationen...]

Phänotypische Plastizität

Phenotypic plasticityEin Genotyp kann in verschiedenen Lebensräumen unterschiedliche Phänotypen ausprägen. Solche Plastizität kann in variabler Umwelt adaptiv sein. Sie ermöglicht Individuen, sich an Umwelt bedingte Veränderungen anzupassen. Da Tiere sich im Ausmaß ihrer Plastizität unterscheiden, untersuchen wir die Ursachen für Variation zwischen Individuen – insbesondere in Merkmalen, die für die Fitness der Tiere eine große Rolle spielen. Unser Schwerpunkt liegt deshalb auf dem Effekt von Umwelteinflüssen während der Entwicklung auf das Verhalten adulter Tiere verschiedener Arten, sowie Umwelt bedingte morphologische Veränderungen, welche den Fortpflanzungserfolg beeinflussen können. [Weitere Informationen...]

 
News: Ulrike Lampe ist die Gewinnerin des 2012 Haldane Preises der British Ecological Society. [Mehr dazu]

Kommende Vorträge

  • 09.04.2013
    Nicole Stange, Bielefeld:
    Compensation of a less attractive calling performance - multimodal communication in the Túngara frog
  • 16.04.2013
    Michael Reinders, Bielefeld:
    Proposal: Cryptic female choice in the acridid grasshopper Chorthippus biguttulus

Aktuelle Publikationen

  • Engqvist, L. (2013) A general description of additive and non-additive elements of sperm competitiveness and their relation to male fertilization success. Evolution, in press. | DOI
  • Cordes, N., Yiğit, A., Engqvist, L., & Schmoll, T. (2013) Differential sperm expenditure reveals a possible role for post-copulatory sexual selection in a lekking moth. Ecology and Evolution, 3, 503-511. | DOI
  • Reinhold, K., & Ramm, S.A. (2013) Male control of sperm transfer dynamics in a spermatophore-donating bushcricket. Behavioral Ecology and Sociobiology 67, 395 - 398. | DOI
  • Lampe, U., Schmoll, T., Franzke, A. & Reinhold, K. (2012) Staying tuned: grasshoppers from noisy roadside habitats produce courtship signals with elevated frequency components. Functional Ecology | DOI
  • Schielzeth, H. & Nakagawa, S. (2013). Nested by design:model fitting and interpretation in a mixed model era. Meth. Ecol. Evol. 4: 14-24. | DOI
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