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Gender-Gastprofessur

Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer

Die Gender-Gastprofessur wurde im Wintersemester 2010 / 2011 an der Universität Bielefeld eingeführt und bisher nacheinander von den Fakultäten für Rechtswissenschaft, Gesundheitswissenschaft sowie Linguistik und Literaturwissenschaft vergeben. Zum Start des Studienjahres 2015 wurde der Staffelstab erneut weitergereicht: Im Wintersemester 2015/2016 lehrte Frau Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer als Gender-Gastprofessorin an der Fakultät für Biologie. Im Rahmen der Lehrveranstaltung ging es auch um ihre Spezialgebiete Endokrinologie und Stoffwechsel, in denen geschlechtsspezifische Unterschiede besonders auffällig sind.

Der interdisziplinäre, wissenschaftliche Zugang der Gender Medicine erforscht biologische und psychosoziale Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die sowohl das Gesundheitsbewusstsein als auch die Entstehung und Wahrnehmung von, wie auch den Umgang mit Krankheiten betreffen („bio-psycho-soziales Modell“). Die geschlechtsabhängigen Unterschiede sind teilweise augenfällig, teilweise subtil und in vielen Bereichen noch wenig bekannt. Klinisch relevante neue Kenntnisse sollen in die klinische Praxis Einzug finden und zu einer männer- bzw. frauengerechten optimierten Behandlung führen.

Nach Promotion (1988) und Abschluss der Facharztausbildung Innere Medizin (1996) habilitierte sich Alexandra Kautzky-Willer 1997 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Seit 2002 ist sie Leiterin der Diabetesambulanz, Lipidambulanz und Adipositasambulanz an der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Seit 2010 ist Kautzky-Willer die erste Professorin für Gender Medicine in Österreich. Neben langjährigen Mitgliedschaften in nationalen und internationalen internistischen Fachgesellschaften ist Kautzky-Willer Vorstandsmitglied der österreichischen und der internationalen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin, sowie der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung. Als Expertin fungiert sie auch als wissenschaftliche Gutachterin u.a. für Ministerien und Wissenschaftsfonds von Österreich, Deutschland, Irland, Neuseeland, Australien, UK und den Niederlanden und als Reviewerin zahlreicher internationaler Fachjournale.

Große Erfolge verzeichnete Kautzky-Willer bei ihren Forschungen zum Schwangerschaftsdiabetes. In einem Langzeitnachsorgeprojekt bei Frauen nach Schwangerschaftsdiabetes entdeckte sie, dass sich die Entstehung des Diabetes bei Frauen von dem bei Männern unterscheidet und Frauen häufiger eine gestörte Glukosetoleranz sowie frühzeitig Inflammationsmarker und Veränderungen in der Gerinnung aufweisen. Frauen mit Diabetes weisen mehr kardiovaskuläre Risikofaktoren auf und erreichen die vorgegebenen Zielwerte für Blutdruck und Lipide seltener als Männer mit Diabetes.

Aus den Erkenntnissen, dass Krankheiten und Störungen Frauen anders als Männer betreffen können, wurden Forderungen im Gesundheitswesen erhoben, den Fokus verstärkt auf eine geschlechtsspezifische Betrachtungsweise der Gesundheit von Frauen und Männern zu lenken. Im Rahmen der universitären Aus- und Weiterbildung ist es daher das Ziel der MedUni Wien, den StudentInnen Kompetenzen im Bereich Gender Medicine zu vermitteln. Hierbei handelt es sich um eine fachübergreifende Wissenschaft, die wichtige geschlechtsabhängige biologische und psychosoziale Unterschiede wie Gemeinsamkeiten im Gesundheitsverhalten und bei Krankheitsprozessen aufzeigt und komplexe Zusammenhänge zum Nutzen für Mann und Frau untersucht.

Forschungsschwerpunkte von Frau Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer:

Frau Kautzky-Willer hielt eine 2stündige Lehrveranstaltung über "Gender Medicine" ab sowie zwei Plenarvorträge im Rahmen einer Vorlesungsreihe.