Forschungsschwerpunkte:
In Wüsten ist Wasser der limitierende Faktor für das Wachstum
und das Überleben der Pflanzen.
Im Sanddünenökosystem der nördlichen Negev (Israel)
wird die räumliche und saisonale Variabilität des Wasserhaushaltes
von dominanten Pflanzenarten (z. B. Thymelaea hirsuta, Anabasis
articulata u.a.) erfaßt. Für die Messungen der Transpiration
und des Netto-CO2-Austauschs werden Gaswechselmeßsysteme
und ein transportables Porometer der Firma Heinz Walz GmbH eingesetzt.
Die Chlorophyllfluoreszenz-Messung (MINI-PAM) ergänzt die Messungen
des CO2-Gaswechsels. Eine erhöhte Fluoreszenz von dunkeladaptierten
Blättern zeigt eine Störung der Photosynthese bei Streß
(Photoinhibition, Hitzestreß) an.

Gaswechsel-und Chlorophyllfluoreszenzmessungen an Thymelaea hirsuta
Variabilität der CO2-Austauschrate von T. hirsuta
Typisch für viele Sukkulenten der Wüsten und Halbwüsten ist ein
Crassulaceen - Säurestoffwechsel (CAM) mit nächtlicher Fixierung
von CO2 und der Akkumulation von Äpfel- (Malat) und Citronensäure
(Citrat). Die Fähigkeit der Wasserspeicherung macht die Sukkulenten
zu einer dominaten Lebensform im Winterregengebiet der südlichen Namib-Wüste
und der Sukkulenten-Karro Südafrikas. Die Anpassungsstrategien und
vornehmlich die Plastizität des CAM dieser Pflanzen wird untersucht.
Die Ausprägung des CAM kann in Abhängigkeit vom Blattalter, Wasserverfügbarkeit
und Temperatur deutlich varrieren. Die CAM-Sukkulenten Südafrikas
lassen sich an Hand des Gaswechsels und der Malatakkumulation in drei Gruppen
einteilen: a) Full-CAM (mit nächtlicher CO2-Aufnahme und
einem ausgeprägter Akkumaulation von Malat und Citrat), b) CAM-cycling
(mit nächtlicher Refixierung des Atmungs-CO2 und CO2-Aufnahme
am Tag) und c) CAM-idling (Stomata sind am Tag und in der Nacht geschlossen,
dirunale Oszillationen von Malat und Citrat).

Malephora crocea (Mesembryanthemaceae)
CAM-Variabilität in Sukkulenten Südafrikas
Die "biologischen" Bodenkrusten (auch als "Mikrophytische" oder
"Kryptogamen-Krusten" bezeichnet) sind wichtige Gesellschaften verschiedener
Wüstenökosysteme. Sie werden aus Cyanobakterien, Grünalgen,
Moosen, Pilzen und Bodenflechten gebildet und besiedeln die obersten Millimeter
des Oberbodens. Ökosystemprozesse wie Bodenerosion, Hydrologie, Nährstoffhaushalt
und die Etablierung von Keimlingen und das Ökosystemmosaik werden
von diesen Mikroorganismen maßgeblich mitbeeinflußt. In dem
Sanddünensystem der nördlichen Negev (Israel) besiedeln diese
Mikroorganismen weite Teile der Sanddünen und stabilisieren das Ökosystem.
Ökophysiologsche Untersuchungen an den verschiedenen Krustentypen
entlang des Gradienten sollen Aufschluß über den Einfluß
des Mikroklimas (Regen, Nebel, Taufall und Strahlungshaushalt) auf die
Aktivität und Ausbildung der Krusten geben. Mittels Chlorophyllfluoreszenz
können direkt am Standort in situ-Messungen der Krustenaktivität
durchgeführt werden, ohne die Krusten aus dem Boden zu lösen.
Die CO2-Aufnahme der Krusten wird mit Gaswechselanlagen gemessen.

Aktivitätsphasen der biologischen Kruste
Mit dem Ausbau des Bewässerungslandbaus in den Wüsten
werden vermehrt Nutzpflanzen den extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt.
Die Bewässerung führt zu einer Akkumulation von Salzen im Boden.
Die ökophysiologischen Reaktionen der Photosynthese und des Gaswechsels
von Nutzpflanzen auf Trocken-, Salz- und Wärmestreß werden im
nördlichen Arava-Valley (Yotvata / Israel) untersucht. Die Wirkung
von Salzstreß und der Bewässerungsmengen auf den Wasserhaushalt
und Gaswechsel wurden bisher bei Tomaten und Sonnenblumen untersucht. In
den Sommermonaten sind die Pflanzen im Arava-Tal besonders hoher Strahlungintensität
und extremen Hitzestreß ausgesetzt, wobei die Lufttemperatur mehr
als 40°C erreichen kann. Photoinhibition und Hitzestreß führten
zu einer Verringerung der photosynthetische Leistung von Citrusbäumen
(Citrus grandis ). Die Photosyntheseleistung von Citrus wurden mit
Wein (Vitis vinifera) verglichen.

Gaswechselmessungen an Sonnenblumen mit einem Walz-Porometer
Photosynthesemessungen an Wein
