Wüstenökologie / Photosynthese - Maik Veste

Ökophysiologische Adaptationen von Wüstenpflanzen

 Literaturverzeichnis Maik Veste

Ökophysiologische Anpasungsstrategien an die extremen Lebensbedingungen der Wüsten und Halbwüsten stehen im Mittelpunkt der Forschung. Trockenheit, Salzakkumualtionen im Boden, hohe Temperaturen und Strahlungsintensitäten sind wesentliche Streßfaktoren für die Pflanzen in den Wüsten der Erde. Die Pflanzen reagieren auf den Umweltstreß mit physiologischen (z.B. Stomataregulation, CAM-Stoffwechsel ) und morphologischen (z.B. Sukkulenz, Blattmorphologie) Adaptationen.

Forschungsschwerpunkte:

Beteiligung an aktuellen Froschungsprojekten:


Wasserhaushalt- und Photosynthese von Wüstenpflanzen

In Wüsten ist Wasser der limitierende Faktor für das Wachstum und das Überleben der Pflanzen.
Im Sanddünenökosystem der nördlichen Negev (Israel) wird die räumliche und saisonale Variabilität des Wasserhaushaltes von dominanten Pflanzenarten (z. B. Thymelaea hirsuta, Anabasis articulata u.a.) erfaßt. Für die Messungen der Transpiration und des Netto-CO2-Austauschs werden Gaswechselmeßsysteme und ein transportables Porometer der Firma Heinz Walz GmbH eingesetzt. Die Chlorophyllfluoreszenz-Messung (MINI-PAM) ergänzt die Messungen des CO2-Gaswechsels. Eine erhöhte Fluoreszenz von dunkeladaptierten Blättern zeigt eine Störung der Photosynthese bei Streß (Photoinhibition, Hitzestreß) an. Seitenanfang

Gaswechsel-und Chlorophyllfluoreszenzmessungen an Thymelaea hirsuta

Variabilität der CO2-Austauschrate von T. hirsuta


CAM-Sukkulenten

Typisch für viele Sukkulenten der Wüsten und Halbwüsten ist ein Crassulaceen - Säurestoffwechsel (CAM) mit nächtlicher Fixierung von CO2 und der Akkumulation von Äpfel- (Malat) und Citronensäure (Citrat). Die Fähigkeit der Wasserspeicherung macht die Sukkulenten zu einer dominaten Lebensform im Winterregengebiet der südlichen Namib-Wüste und der Sukkulenten-Karro Südafrikas. Die Anpassungsstrategien und vornehmlich die Plastizität des CAM dieser Pflanzen wird untersucht. Die Ausprägung des CAM kann in Abhängigkeit vom Blattalter, Wasserverfügbarkeit und Temperatur deutlich varrieren. Die CAM-Sukkulenten Südafrikas lassen sich an Hand des Gaswechsels und der Malatakkumulation in drei Gruppen einteilen: a) Full-CAM (mit nächtlicher CO2-Aufnahme und einem ausgeprägter Akkumaulation von Malat und Citrat), b) CAM-cycling (mit nächtlicher Refixierung des Atmungs-CO2 und CO2-Aufnahme am Tag) und c) CAM-idling (Stomata sind am Tag und in der Nacht geschlossen, dirunale Oszillationen von Malat und Citrat). Seitenanfang

Malephora crocea (Mesembryanthemaceae)

CAM-Variabilität in Sukkulenten Südafrikas


Ökophysiologie der Biologischen Kruste

Die "biologischen" Bodenkrusten (auch als "Mikrophytische" oder "Kryptogamen-Krusten" bezeichnet) sind wichtige Gesellschaften verschiedener Wüstenökosysteme. Sie werden aus Cyanobakterien, Grünalgen, Moosen, Pilzen und Bodenflechten gebildet und besiedeln die obersten Millimeter des Oberbodens. Ökosystemprozesse wie Bodenerosion, Hydrologie, Nährstoffhaushalt und die Etablierung von Keimlingen und das Ökosystemmosaik werden von diesen Mikroorganismen maßgeblich mitbeeinflußt. In dem Sanddünensystem der nördlichen Negev (Israel) besiedeln diese Mikroorganismen weite Teile der Sanddünen und stabilisieren das Ökosystem.
Ökophysiologsche Untersuchungen an den verschiedenen Krustentypen entlang des Gradienten sollen Aufschluß über den Einfluß des Mikroklimas (Regen, Nebel, Taufall und Strahlungshaushalt) auf die Aktivität und Ausbildung der Krusten geben. Mittels Chlorophyllfluoreszenz können direkt am Standort in situ-Messungen der Krustenaktivität durchgeführt werden, ohne die Krusten aus dem Boden zu lösen. Die CO2-Aufnahme der Krusten wird mit Gaswechselanlagen gemessen. Seitenanfang

Biologische Kruste

Aktivitätsphasen der biologischen Kruste


Photosynthese und Wasserhaushalt von Nutzpflanzen unter ariden Bedingungen

Mit dem Ausbau des Bewässerungslandbaus in den Wüsten werden vermehrt Nutzpflanzen den extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Die Bewässerung führt zu einer Akkumulation von Salzen im Boden. Die ökophysiologischen Reaktionen der Photosynthese und des Gaswechsels von Nutzpflanzen auf Trocken-, Salz- und Wärmestreß werden im nördlichen Arava-Valley (Yotvata / Israel) untersucht. Die Wirkung von Salzstreß und der Bewässerungsmengen auf den Wasserhaushalt und Gaswechsel wurden bisher bei Tomaten und Sonnenblumen untersucht. In den Sommermonaten sind die Pflanzen im Arava-Tal besonders hoher Strahlungintensität und extremen Hitzestreß ausgesetzt, wobei die Lufttemperatur mehr als 40°C erreichen kann. Photoinhibition und Hitzestreß führten zu einer Verringerung der photosynthetische Leistung von Citrusbäumen (Citrus grandis ). Die Photosyntheseleistung von Citrus wurden mit Wein (Vitis vinifera) verglichen. Seitenanfang

Gaswechselmessungen an Sonnenblumen mit einem Walz-Porometer

Photosynthesemessungen an Wein
Zurück