Schneckencichliden-Projekt
(DFG gefördert)
Durchführung: Gesine Brandtmann, Fritz Trillmich
Paarungssysteme von Tieren werden meist unter dem Aspekt der Konkurrenz unter Männchen um Zugang zu Weibchen und dem der Wahl von Männchen durch Weibchen untersucht. Konkurrenz zwischen den Geschlechtern und unter Weibchen ist aber ebenso wesentlich. Das Fortpflanzungssystem des Schneckencichliden, Lamprologus ocellatus , aus dem Tanganjika-See hat sich als ausgezeichnetes Objekt für die Untersuchung von Geschlechterkonflikten erwiesen, weil es sich sowohl im Labor als auch - eingeschränkter - im Freiland experimentell manipulieren läßt. In diesem Projekt untersuchen wir die Vor- und Nachteile polygyner Verpaarung im Labor und Freiland und suchen zu klären, welche Verhaltensstrategien Weibchen zur Verfügung stehen, um ihren Fortpflanzungserfolg zu maximieren, und wie enge Nachbarschaft brütender Weibchen sich negativ auf ihren Fortpflanzungserfolg auswirkt. Durch genetische Analyse der Mutterschaft von polygynen Weibchen wird geprüft, wie stark Verschiebung von Jungfischen zwischen Weibchen und Aggression unter den Jungfischen den Fortpflanzungserfolg beeinflussen. Darüber hinaus wird durch Mikrosatelliten Analyse getestet, ob auch im Freiland polygyn verpaarte Männchen sich ihrer Vaterschaft mit zunehmender Territoriumsgröße weniger sicher sein können.
Publikationen:
Walter B, Trillmich F, 1994. Female aggression and male peace-keeping in a cichlid fish harem: conflict between and within the sexes in Lamprologus ocellatus. Behavioral Ecology and Sociobiology 34: 105-112
Brandtmann G, Scandura M, Trillmich F 1999 in press. Female-female conflict in the harem of a snail cichlid (Lamprologus ocellatus): Behavioural interactions and fitness consequences. Behaviour 136: