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teutolab-biotechnologie

Brücke zwischen Schule und Universität

Die teutolabs in der Universität Bielefeld bieten als außerschulische Lernorte SchülerInnen die Möglichkeit, in den naturwissenschaftlichen Fächern eigenständig zu experimentieren. Das Ziel dieser Schülerlabore besteht besonders darin, das Interesse an den Naturwissenschaften zu fördern und zu stärken, besonders in Hinblick auf die spätere Berufswahl. Das teutolab-biotechnologie bietet SchülerInnen der Sek. II die Möglichkeit, Einblicke in molekularbiologische und biotechnologische Arbeitsweisen zu erhalten und ihr im Schulunterricht erworbenes theoretisches Wissen praktisch anzuwenden. Durch regelmäßig stattfindende Berufsorientierungsmaßnahmen soll den SchülerInnen Authentizität vermittelt und der Bezug zur Alltagswelt geschaffen werden.

 

Erasmus+ Projekt „Biotechnologie in unserem Leben“

Im Herbst 2015 fiel der Startschuss für ein neues Biotechnologie-Projekt im teutolab-biotechnologie, in dem internationale Schülergruppen aus sechs Ländern ein Schuljahr lang gemeinsam ein selbst gewähltes Biotechnologie-Thema erarbeiten und erforschen.

Gearbeitet wird nach der Methode des Gruppenpuzzles: Internationale Zusammenarbeit erfolgt in Expertengruppen, die sich zu einem der vier Überthemen rote Biotechnologie (Medizin), grüne Biotechnologie (Pflanzen), weiße Biotechnologie (Industrie) und Bioethik spezialisieren. Nationale Zusammenarbeit erfolgt in den Stammgruppen, bei dem ein Austausch der vier Experten untereinander stattfindet.

Kern der internationalen Zusammenarbeit bilden drei Projekttreffen pro Schuljahr, die entweder an der Universität Bielefeld oder an einer der sechs Partnerschulen stattfinden. In den fünf Tage andauernden Treffen lernen die Schüler Lehr-, Lern- und Arbeitsweisen der Gastgeber kennen, arbeiten an ihrem Thema, führen Experimente durch und/oder besuchen biotechnologische Unternehmen. Ziel des Projektes ist es, die Erkenntnisse aus der Arbeit eines Schuljahres in Form von Plakaten, Filmen, Präsentationen, Ausstellungsmaterialien… aufzuarbeiten und auf einer Ausstellung zu präsentieren.

Durch das Projekt entstehen Kooperationen zwischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen sowie internationale Freundschaften. Die Jugendlichen erwerben neben biotechnologischen Kenntnissen auch Persönlichkeitskompetenzen in den Bereichen Teamarbeit, Sprache, Präsentation, Toleranz …

Koodinator des Projektes ist das teutolab-biotechnologie der Universität Bielefeld. Das Projekt wird vom Pädagogischen Austauschdienst der Kultusminister Konferenz in Bonn für drei Jahre mit maximal 260.000 € gefördert.

Lesen Sie nachfolgend einen Erfahrungsbericht von vier Projektteilnehmern des Öffentlich-stiftischen Gymnasium Bethels (Swaantje, Kirsten, Bendix und Dustin) über die Kick-off-Projektwoche im Januar in Bielefeld:

Wie beeinflusst Biotechnologie unser heutiges Leben? Und was ist Biotechnologie überhaupt?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich 24 Schüler aus ganz Europa, darunter auch wir, vier Schüler des Bioleitfaches der EF unserer Schule, im Rahmen eines Erasmus+-Programms. Dieses besteht aus drei Treffen: eine Kick-Off-Veranstaltung in Bielefeld, im März folgt ein erster Austausch der ersten Ergebnisse in Verona und im Mai die Präsentation der Ergebnisse in einer Ausstellung mit Diskussion in Haarlem.

Biotechnologie, darunter versteht man die Nutzung von Zellen, Enzymen und Organismen für technologische Zwecke. Sie lässt sich in viele unterschiedliche Bereiche unterteilen, jedem dieser Bereiche wird eine Farbe zugeteilt. Das Projekt beschränkte sich allerdings auf 4 Themenbereiche: Medizin (rote Biotechnologie), Pflanzen (grüne Biotechnologie), Industrie (weiße Biotechnologie) und Bioethik.

Jeder Schüler hat sich schon im Vorfeld einen dieser Bereiche zugeordnet, so entstanden vier transnationale Gruppen, die sich im Rahmen ihres Bereiches noch einmal jeweils zu zweit ein Unterthema als Schwerpunkt aussuchen konnten.

Die Kommunikationssprache war natürlich Englisch, so konnten wir nicht nur unsere biologischen, sondern auch unsere sprachlichen Kenntnisse verbessern. So erging es auch den ausländischen Teilnehmern, die aus Italien, den Niederlanden, Spanien, England und Estland kamen.

Wir starteten das Projekt mit einer Stadtrallye, um herauszufinden, ob die Allgemeinheit über die alltägliche Nutzung von Biotechnologie, zum Beispiel in zahlreichen Lebensmitteln wie Joghurt oder Bier, Bescheid weiß. Es folgten zahlreiche Vorträge von Experten in unterschiedlichen Bereichen in der Universität, außerdem noch eine Exkursion in eine Bierbrauerei in Oelde. Des Weiteren gab es noch einen praktischen Tag im teutolab-biotechnologie, um der Arbeit mit Biotechnologie näher zu kommen.

Auch nach der Arbeit in der Universität haben wir noch viel Zeit mit der Gruppe verbracht, beispielsweise in der Stadt. Außerdem besuchten wir gemeinsam ein BigBand-Konzert im Bunker Ulmenwall und hatten viel Spaß in der Bowlinghalle. So entstanden auch viele internationale Freundschaften.

Bis zum zweiten Treffen in Italien arbeiten wir nun weiter an unseren Themen, dabei kommunizieren wir mit unseren Teampartnern über die Internet-Plattform eTwinning, um unsere Arbeit möglichst bis März fertigzustellen.

Das Projekt läuft auch in den nächsten Jahren noch weiter, dann finden die Treffen, bis auf das erste, allerdings in anderen Ländern statt.

Alles in allem war es für uns ein bereichernde Kick-Off-Veranstaltung in Bielefeld und wir freuen uns auf den weiteren Verlauf des Projekts “Biotechnologie in unserem Leben“, welches zwar mit viel Arbeit verbunden war und ist, dennoch eine tolle Erfahrung ist und wir freuen uns alle sehr auf das zweite Treffen und das Wiedersehen mit den anderen Teilnehmern in Verona!

Swaantje Heinrichsdorf, Bendix Lingke, Dustin Schwederski und Kirsten Pohlücke

 


 

Tagespraktika für Schulklassen
In die Entwicklung neuer Kursangebote sind Bachelor- und Masterstudenten für das Lehramt Biologie im Rahmen von Projektmodulen und Abschlussarbeiten eingebunden. Sie entwerfen neue Themen, prüfen die Umsetzbarkeit im Labor, erarbeiten adressatengerechte Versuchsprotokolle und entwerfen Skripte zum Kurstag, die sich an der Lebenswelt und dem Vorwissen der SchülerInnen orientieren.
Zudem sind LehramtsstudendInnen an der wissenschaftlichen und organisatorischen Betreuung der Tagespraktika beteiligt. Die Homepage des teutolab-biotechnologie stellt ausführliche Informationen zu den aktuell angebotenen Tagespraktika bereit.

Motivation, Interesse und Wissenserwerb
Doch welchen Effekt erzielen Besuche dieser außerschulischen Lernorte tatsächlich? Um diese Frage zu beantworten, werden im Rahmen eines Promotionsvorhabens die Auswirkungen der Praxiskurse auf Wissenserwerb, Interesse und Motivation der Teilnehmer evaluiert.

Projektarbeit nach der Theoprax-Methode
Für besonders MINT-interessierte SchülerInnen wird aktuell ein Projekt zur Verknüpfung von Schule und Unternehmen durchgeführt (Lab2Venture).

CeBiTec Schülerakademie
In Kooperation mit dem Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) wurde dieses Jahr bereits zum zweiten Mal eine einwöchige Schülerakademie durchgeführt. Die CeBiTec-Schülerakademie sowie das Projekt Lab2Venture werden zurzeit im Rahmen einer Masterarbeit begleitet und evaluiert. (Schülerakademie)

Lehrerfortbildungen
Für LehrerInnen und ReferendarInnen werden Workshops und Fortbildungsmaßnahmen angeboten, so dass ein Transfer aktueller Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Schulen stattfinden kann.

 

Kontakt

Koordination

Kerstin Röllke