Über Sachunterrichtsdidaktik
 
 
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Über Sachunterrichtsdidaktik

 

-> "Aus pädagogischer und aus didaktischer Sicht hat der Sachunterricht die anspruchsvolle Aufgabe, Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen,

- Phänomene und Zusammenhänge der Lebenswelt wahrzunehmen und zu verstehen,
- selbstständig, methodisch und reflektiert neue Erkenntnisse aufzubauen,
- Interesse an der Umwelt neu zu entwickeln und zu bewahren,
- anknüpfend an vorschulische Lernvoraussetzungen und Erfahrungen eine belastbare
Grundlage für weiterführendes Lernen aufzubauen,
- in der Auseinandersetzung mit den Sachen ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln sowie
- angemessen und verantwortungsvoll in der Umwelt zu handeln und sie mitzugestalten." (GDSU: Perspektivrahmen Sachunterricht, 2013, S. 9)

 

-> "Die Didaktik des Sachunterrichts ist - wie andere Fachdidaktiken auch - eine vergleichsweise junge Wissenschaftsdisziplin. (...) Mit ihrer schulischen Etablierung gehen gesellschaftlich, politisch und wissenschaftlich zu verhandelnde Begründungs-, Entscheidungs-, Klärungs- und Forschungsprobleme einher. Sie beziehen sich u.a. auf Fragen

- nach der Legitimation der einem Unterrichtsfach zugeschriebenen Zielsetzungen,
- nach den Kriterien der Auswahl, der Sequenzierung und
- Hierarchisierung seiner Inhalte,
- nach den Realisierungsbedingungen, der Qualität und Wirksamkeit seines unterrichtsmethodischen Arrangements,
- nach den fachlichen und psychischen Ausgangslagen sowie den erzielten Wirkungseffekten auf Seiten der Lernenden und
- nach den vorhandenen wie wünschenswerten professionellen Kompetenzen auf Seiten der Lehrenden. Mit welchen Theorieanstrengungen und Forschungsformaten diese Fragestellungen und weitere zu lösen sind, dafür steht weder in der Didaktik des Sachunterrichts noch bei den übrigen Didaktiken ein Einheitsmodell zur Verfügung." (Götz, Kahlert, Fölling-Albers, Hartinger, von Reeken und Wittkowske, 2015, S. 13)

 

-> "Welche Merkmale eine gute Lehrkraft ausmachen, welche Einstellungen sie zum Lehren und Lernen haben sollte, wie viel und wie vertieft das Fachwissen sein sollte und ob über das Fachwissen hinaus auch fachdidaktisches Wissen von Bedeutung ist, sind (...) relevante Fragen für den Sachunterricht. (...) Es wird angenommen - und das ist die Grundlage für die empirische Beforschung der Lehrerprofessionalität -, dass Lehrkräfte über bestimmte berufsbezogene personale Kompetenzen verfügen müssen, um Unterricht erfolgreich gestalten und durchführen zu können (vgl. Bromme 1992, 1997).
Die Verwendung des Begriffs der Kompetenz impliziert dabei die Annahme, dass diese individuellen Merkmale nicht angeboren, sondern prinzipiell erlernbar und somit Ergebnis und Ziel beruflicher Aus- und Weiterbildungsprozesse sind (vgl. Baumert & Kunter 2011).(Lange, 2015, S. 82 f.)

 

-> "Die Lehrerbildung im Sachunterricht zeichnet sich vor allem durch ihre Heterogenität aus. Das einzige Merkmal, das in Deutschland als übergreifende Struktur herausgearbeitet wurde - die zweite Phase -, ist in einer vergleichbaren Ausprägung weder in den Niederlanden, Österreich, der deutschsprachigen Schweiz oder Australien zu finden. Stattdessen variieren innerhalb Deutschlands und in den anderen untersuchten Ländern sowohl die Fachbezeichnungen, inhaltlichen Studienkonzeptionen und Abschlüsse. Im Zentrum der Entwicklung hierzulande ist die Ausweitung der Praxisphasen, die Verlängerung der Masterphase auf vier Semester und eine ggfs. damit verbundene Aufwertung des Grundschullehramts zu konstatieren." (Baumgart & Kaiser, 2015, S. 80)

 

-> "Im Bereich der Unterrichtsfächer müssen Lehrerinnen und Lehrer generell nicht nur das Fachwissen und diejenigen fachlichen Methoden beherrschen, die direkt Lehrstoff der Klassenstufen sind (zuzüglich einer Wissensreserve, um auf weitergehende Schulanfang eingehen zu können). Für einen verantwortungsvollen Unterricht sollten sie in wissenschaftlich reflektiert und differenzierter Weise in ihrem Fach zu Hause sein. (...)
Nur Lehrerinnen und Lehrer, denen in einem universitären Studium die Möglichkeit gegeben wurde, Ihre eigenen intellektuellen Grenzen zu erweitern, und die auf hohem Niveau gefordert wurden, können in ihrer späteren Unterrichtspraxis die zarten Ansätze kindlicher Vernunft, Vorstellungs- und Einbildungskraft erkennen und fördern, anstatt sie zu behindern. Nur wissenschaftlich solide ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die darin trainierten sind, hinter dem breiten Rücken der Antworten weitere Fragen aufzuspüren, und die durch Beteiligung an Forschungsprojekten die Innenperspektive ihrer Fächer kennen- und reflektieren gelernt haben, können entsprechende Begabungen erkennen und fördern." (Spreckelsen, 2008, S. 202)

 

 

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Baumgart, I. & Kaiser, A. (2015). Lehrer- und Lehrerinnenbildung. In J. Kahlert et al. (Hrsg.), Handbuch Didaktik des Sachunterrichts. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
Götz, M. et al. (2015). Didaktik des Sachunterrichts als bildungswissenschaftliche Disziplin. In J. Kahlert et al. (Hrsg.), Handbuch Didaktik des Sachunterrichts. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
Lange, K. (2015). Professionelle Kompetenzen von Lehrkräften im Sachunterricht. In J. Kahlert et al. (Hrsg.), Handbuch Didaktik des Sachunterrichts. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU) (2013). Perspektivrahmen Sachunterricht. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
Spreckelsen, K. (2008). Forschung: Qualifizierung für forschendes Lernen im Sachunterricht. In A. Kaiser & D. Pech (Hrsg.), Basiswissen Sachunterricht Band 4 (202-206). Baltmannsweiler: Schneider.