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Forschung Arbeitsgruppe

 

Möglichkeiten der Begabungsförderung im naturwissenschaftlichen Sachunterricht

Merle Sieker

Inklusion versucht, alle Dimensionen von Heterogenität in den Blick zu nehmen (Hinz, 2011), wodurch nicht nur die bisher fokussierte Einbindung von Menschen mit Behinderung, sondern auch die Förderung von (Hoch-) Begabten im Unterricht miteingeschlossen wird

Lehrkräfte schätzen die Inklusion von hochbegabten Schülerinnen und Schülern (mit Verhaltensauffälligkeiten) positiv ein (Seifried, 2015) und sprechen dem Sachunterricht besonders gute Möglichkeiten zu, Begabungen zu erkennen und diese zu fördern (Hempel/Kohlscheen, 2011).

Trotz der besonderen Eignung, die dem Fach Sachunterricht für die Förderung von Hochbegabten zugesprochen wird, mangelt es an Konzepten zur Umsetzung von Inklusion in der Fachdidaktik (Seitz, 2005). Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen werden nur wenig in den Blick genommen (Hempel/Kohlscheen, 2011).

In einer qualitativen Studie sollen Möglichkeiten der Förderung von begabten Schülerinnen und Schülern im gemeinsamen Sachunterricht erhoben und Einblicke in einen begabungsfördernden naturwissenschaftlichen Sachunterricht gewonnen werden.

 

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Hempel, M. & Kohlscheen, K. (2011). Interesse, (Hoch-)Begabung und Inklusion. In Giest, H., Kaiser, A. & Schomaker, C. (Hrsg.), Sachunterricht - auf dem Weg zur Inklusion. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Hinz, A. (2011). Inklusive Pädagogik – Vision und konkretes Handlungsprogramm für den Sachunterricht?. In Giest, H., Kaiser, A. & Schomaker, C. (Hrsg.), Sachunterricht - auf dem Weg zur Inklusion. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Seifried, S. (2015). Einstellungen von Lehrkräften zu Inklusion und deren Bedeutung für den schulischen Implementierungsprozess – Entwicklung, Validierung und strukturgleichungsanalytische Modellierung der Skala EFI-L. Unveröffentlichte Dissertation, Pädagogische Hochschule Heidelberg.

Seitz, S. (2005). Forschung für den Sachunterricht in einer Grundschule mit allen Kindern - eine Bestandsaufnahme. In Cech, D., Giest,H. (Hrsg.), Sachunterricht in Praxis und Forschung. Probleme und Perspektiven des Sachunterrichts (S.123-129) Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt.

 

Einfluss des Praxissemesters auf die Selbstwirksamkeitserwartung und das pädagogische Fachwissen von Lehramtsanwärtern

Anne Reh

Im Zuge der Vermittlung von forschendem Lernen, in Bezug auf fachpädagogische Kompetenzen, Selbstreflexion des eigenen Unterrichts sowie ersten angeleiteten Unterrichtsvorhaben im Praxissemester (Ministerium für Schule und Weiterbildung des landes nordrhein-Westfalen 2016) stellt sich auch die Frage ob und in welchem Ausmaß das Praxissemester die Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) und das pädagogische Fachwissen (PCK), für den naturwissenschaftlichen Sachunterricht, der Studierenden beeinflusst. Diese beiden Konstrukte wirken sich direkt auf die Gestaltung von Unterricht und den Lernerfolg von Schüler*innen aus. (Bandura, 1997; Strunz-Maireder, 2009

Durch die Untersuchung, wie und welche Faktoren sich im Praxissemester auf SWE und PCK auswirken, kann maßgeblich zu einer Optimierung des Praxissemesters und zur Festigung von fachpädagogischen Lehrinhalten im universitären Umfeld beigetragen werden. Es wurde sich für einen Multimethodenansatz entschieden, der quantitative Fragebogenstudien enthält, als auch auf die Führung von Interviews zurückgreift

 

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Bandura (1997). Self-efficacy: The Exercise of Control. New York: W.H. Freeman and Company.

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (2016). Zusatzvereinbarung zur „Rahmenkonzeption zur strukturellen und inhaltlichen Ausgestaltung des Praxissemesters im lehramtsbezogenen Masterstudiengang vom 14. April 2010” (Rahmenkonzeption).

Strunz-Maireder (2009). Pedagogical Content Knowledge Wie die Lehrer/innenwissensforschung die Bedeutung der Fachkompetenz neu entdeckt. Wissensplus, 2009/2010, 5, 41-44.  

 

Welchen Einfluss und welche Auswirkungen hat das Konstrukt need for cognition (NFC) auf Lehramtsstudierende im Sachunterricht?

Nadine Cremer

Ergebnisse aus einer bisher unveröffentlichten Erhebung (Cremer, 2016) im WS 16/17 im Praxissemester an der Universität Bielefeld mit Lehramtsanwärter*innen im Sachunterricht zeigen, dass ein hoher NFC (Bless et al. 1994) mit einem höherem Flow-Wert (Csikszentmihalyi, 1991) und Interesse (Rheinberg, Vollmeyer & Burns, 2001) einhergeht. Die aktuelle Forschungsarbeit zielt einerseits darauf ab das aktuelle Kognitionsbedürfnis der Lehramtsanwärter/innen in Bezug auf die hochschuldidaktische Lehre noch spezifischer zu erfassen, um damit hypothetisch in Verbindung stehende Konstrukte (Emotion, Motivation, Lehr- und Lernvorstellungen und Selbstkonzept) zu identifizieren. Dadurch soll ein konkreter Einblick in die Heterogenität der Sachunterrichts-Studierenden gegeben werden, um wiederum auf der anderen Seite Möglichkeiten zu hochschuldidaktischen Verbesserungen aufzuzeigen, die gezielt auf diejenigen Lehramtsanwärter/innen eingehen, die in relevanten Bereichen Förderung und Unterstützung benötigen. Es handelt sich um eine quantitative Erhebung zu einem Messzeitpunkt.

 

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Bless, H., Wänke, M., Bohner, G., Fellhauer, R. F., & Schwarz, N. (1994). Need for Cognition: Eine Skala zur Erfassung von Engagement und Freude bei Denkaufgaben - A German scale for the assessment of need for cognition]. Zeitschrift für Sozialpsychologie, 25, 147-154.

Csikszentmihalyi, M. & Csikszentmihalyi, I. S. (1991b). Einführung in Teil IV. In M. Csikszentmihalyi & I. S. Csikszentmihalyi (Hrsg.), Die außergewöhnliche Erfahrung im Alltag. Die Psychologie des Flow-Erlebnisses (S. 275-290). Stuttgart: Klett-Cotta.

Cramer C., (2012).  Entwicklung von Professionalität in der Lehrerbildung – Empirische Befunde zu Eingangsbedingungen, Prozessmerkmalen und Ausbildungserfahrungen Lehramtsstudierendner, Bad Heilbrunn; Klinkhardt

Rheinberg, F., Vollmeyer, R. & Engeser, S. (2003). Die Erfassung des Flow-Erlebens. In J. Stiensmeier-Pelster & F. Rheinberg (Hrsg.), Diagnostik von Selbstkonzept, Lernmotivation und Selbstregulation (S. 261–279). Göttingen: Hogrefe.

Rheinberg, F., Vollmeyer, R. & Burns, B. D. (2001). FAM: Ein Fragebogen zur Erfassung aktueller Motivation in Lern- und Leistungssituationen. Diagnostica, 47, 57-66.

 

Einstellung, Selbstwirksamkeit und Bereitschaft von Sachunterrichtsstudierenden, mit Kindern im Unterricht zu philosophieren

Melanie Basten

Das Philosophieren mit Kindern (Jablonski, 2003) zeichnet sich durch eine offene Gespräche und eine Interaktion zwischen Lehrkraft und Schüler/innen auf Augenhöhe aus. Es verbraucht im Unterricht jedoch (zusätzliche) zeitliche Ressourcen, ohne notwendigerweise zu einem reproduzierbaren Lernergebnis zu führen. Verwandt mit dem Philosophieren mit Kindern sind die Konzepte der Bewertungskompetenz aus den Bildungsstandards für die Naturwissenschaften (bspw. Biologie: KMK, 2004) und der Nachdenklichkeit (Gebhard, 2005; vgl. Pfeiffer, 2008). Die Bewertungskompetenz ist rational auf das Fällen einer Entscheidung, die eine messbare Leistung darstellt, ausgerichtet (Dittmer et al., 2016). Nachdenklichkeit hat hingegen nicht vorrangig ein Ergebnis, sondern eine Beschäftigung mit einer ins Wanken geratenen Alltagsvorstellung zum Ziel (Lübke & Gebhard, 2016; vgl. Oschatz, 2011). Auch ein nachdenklicher Unterricht braucht explizite Zeitfenster, in denen reflektiert werden kann. Reflexionen (vgl. Huber, 2017) können in Form von selbstreguliertem Lernen (Stöger et al., 2009), wo Elaborations- und metakognitive Strategien eingesetzt werden, einen Brückenschlag zum output-orientierten Lernen darstellen.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen Master-Studierende des Sachunterrichts einmalig zu ihrer Einstellung, Selbstwirksamkeit und Bereitschaft, mit Kindern im Unterricht zu philosophieren, zu bewerten, nachzudenken und selbstreguliert zu lernen, befragt werden. Neben der Untersuchung des Zusammenhangs von Einstellung, Selbstwirksamkeit und Bereitschaft soll verglichen werden, welchem/n Konzept/en die Studierenden positiv gegenüber stehen.

 

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Dittmer, A., Gebhard, U., Höttecke, D. & Menthe, J. (2016). Ethisches Bewerten im Naturwissenschaftlichen Unterricht: Theoretische Bezugspunkte. Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 22(1), 97-108.

Gebhard, U. (2005). Nachdenklichkeit und Sinn: Die Chance des naturwissenschaftlichen Unterrichts. In A. Wellensiek, M. Welzel, & T. Nohl (Hrsg.), Didaktik der Naturwissenschaften - Quo vadis? (S. 50–64). Berlin: Logos Verlag.

Huber, L. (2017). Reflexion. In: H. A. Mieg & J. Lehmann (Hrsg.), Forschendes Lernen: Wie die Lehre in Universität und Fachhochschule erneuert werden kann. Frankfurt a.M.: Campus Verlag.

Jablonski, M. (2003). Philosophieren mit Kindern. In: D. v. Reeken (Hrsg.), Handbuch Methoden im Sachunterricht. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

KMK (Hrsg.). (2004). Bildungsstandards im Fach Biologie für den Mittleren Bildungsabschluss. Bonn.

Lübke, B. & Gebhard, U. (2016). Irritation als Bildungspotential? Zwei Fallstudien zur Reflexion von Alltagsphantasien im Biologieunterricht. Erkenntnisweg Biologiedidaktik, 2016, 9-24.

Oschatz, K. (2011). Intuition und fachliches Lernen. Univ. Diss., Wiesbaden, Hamburg. Retrieved from http://dx.doi.org/10.1007/978-3-531-93285-9.

Pfeiffer, S. (2008). Nachdenklichkeit und Orientierung fördern durch Philosophieren im Sachunterricht. In: A. Kaiser & D. Pech (Hrsg.), Integrative Dimensionen für den Sachunterricht. Neuere Zugangsweisen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Stöger, H., Sontag, C. & Ziegler, A. (2009). Selbstreguliertes Lernen in der Grundschule. In: F. Hellmich & Wernke, S. (Hrsg.), Lernstrategien im Grundschulalter. Konzepte, Befunde und praktische Implikationen. Stuttgart: Kohlhammer.