Fakultät für Chemie - Chemie und Didaktik der Chemie I
 
 
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Dr. Kerrin Riewerts


Kerrin Riewerts

Raum: F1-129
Telefon: 0521/106-12780
Fax: 0521/106-6868
E-Mail:

 








 

Lebenslauf

seit Okt. 2010 Lehrbeauftragte an der Uni Bielefeld Fakultät Chemie - Chemie und Didaktik der Chemie I
Jan. 2009 - Juli 2010  Lehrtätigkeit am Gymnasium Schloss Neuhaus, Paderborn (Chemie/Biologie)
2004 - 2010 Entwicklung von museumspädagogischen Konzepten mit naturwissenschaftlichen Hintergrund für das Historische Museum Bielefeld, Kreismuseum Wewelsburg und Diözesanmuseum, Paderborn
2007 - 2008 Entwicklung und Umsetzung von Vertriebsschulung für Bildungsträger, Hygieneschulungen in Lebensmittelbetrieben
2004 Leitung eines naturwissenschaftlichen Kurses an der offenen Ganztagsgrundschule Overberg, Paderborn
2005 Promotionsstudiengang am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften, Technik und Mathematik der Universität Hamburg Veröffentlichung der Dissertation „Kosmetische Mittel vom Kaiserreich bis zur Zeit der Weimarer Republik - Herstellung, Entwicklung und Verbraucherschutz“
1996 Studium der Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg und TU Berlin
Abschluss: Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin

 

 

 

Externes Habilitationsvorhaben

 

Bildung Älterer in naturwissenschaftlichen Kontexten

 

Jede Gesellschaft ist abhängig von Menschen, die am öffentlichen Leben partizipieren. Das Statistische Bundesamt prognostizierte unlängst für das Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene.1 Der einmal mehr bestätigte demographische Wandel erfordert eindeutig ein soziostrukturelles Umdenken; die Ergebnisse des 4. Deutschen Alterssurvey2 liefern die demoskopische Grundlage zu dieser Thematik.

 

Für die Bewältigung dieser Herausforderung erfährt das Lebenslange Lernen eine übergeordnete Bedeutung. Empirische Studien belegen, dass Lernen auch im Alter möglich (und aufgrund des demoskopischen Wandels nötig) ist, jedoch unter anderen Bedingungen als in formalen Lernsettings für Kinder/Jugendliche. Hierzu zählen das selbstbestimmte Lernen ebenso wie das Erkennen einer Sinnhaftigkeit im Lernprozess.3

 

Interessante Bildungsangebote für Ältere werden in diesem Zusammenhang immens wichtig.4 Während es zunehmend kulturelle Bildungsangebote für Ältere gibt, sind Lernumgebungen in informellen bzw. nonformalen Settings mit naturwissenschaftlichen Kontexten für Ältere kaum auszumachen. Eben hier wird ein großes Potential vermutet, da eine aktive Auseinandersetzung mit chemischen Phänomenen dem Älteren eine vitale Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation und Meinungsbildung über technische Entwicklungen und naturwissenschaftlicher/chemischer Forschung, sowie dem Erkennen und Bewerten von Risiken ermöglicht. Zudem sind chemische Experimente geeignet, soziale Beziehungen zu fördern, indem sie die Kommunikation (intra- und intergenerativ) unterstützen, sowie die senso-motorischen Kompetenzen zu schulen.

 

Ziel der Untersuchung:

 

Ziel der Arbeit ist es, im Rahmen einer Longitudinalstudie zu untersuchen, wie sich ältere Menschen mit chemischen Phänomenen mittels Experimenten auseinandersetzen und welchen Einfluss geeignete Lernarrangements auf ihre Lebensqualität nehmen.

 

Die Untersuchung wird einen qualitativen Charakter haben, da Vergleichsstudien nicht existieren. Zunächst werden teilnehmende Beobachtungen an Seniorengruppen durchgeführt werden. Bei Lernangeboten für ältere Menschen ist die besondere Heterogenität und Diversität zu berücksichtigen, die vornehmlich durch die jeweilige Bildungsbiographie geprägt ist. Daher ist es wichtig in der Untersuchung die jeweilige Zielgruppe nach Kategorien wie Geschlecht, Bildung, Arbeit/Hausfrau/Ruhestand, Migrationshintergrund, Generationszugehörigkeit (Vorkriegs-, Kriegs- bzw. Nachkriegsgeneration) einzuteilen. Durch vertiefende Interviews und Gruppendiskussionen werden zunächst die Einstellungen, gegebenenfalls Vorbehalte Älterer gegenüber Naturwissenschaften untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der Chemie liegen wird. In einem zweiten Schritt wird ein Experimentierprojekt entwickelt, das dazu dient, Ältere an chemische Phänomene heranzuführen. Nach der experimentellen Reihe werden durch Interviews affektive und kognitive Lernziele festgehalten.

 

Das geplante Habilitationsvorhaben wird sich zudem mit der Auswertung von Medien (Print, Radio, TV, Internet) in Bezug auf Lebenslanges Lernen von Älteren mit chemischen Problemstellungen befassen. Darüber hinaus soll auch untersucht werden, ob und wie sich die internationale Forschung mit dieser Thematik auseinandersetzt und gegebenenfalls als Vergleichsstudien herangezogen.

 

 

Literatur

 

1Statistisches Bundesamt Deutschland, Pressemitteilung Nr.464 vom 07.11.2006

 

2Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.), Altern im Wandel - Zentrale Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys, 2010

 

3Kade, S.: Altern und Bildung, eine Einführung, Bielefeld: W. Bertelsmann 2.aktualisierte und überarbeitete. Aufl. 2009

 

Kocka, J. & Staudinger, U. M. (Eds.) Gewonnene Jahre. Empfehlungen der Akademiengruppe Altern in Deutschland. Nova Acta Leopoldina NF Bd. 107, Nr. 371. Stuttg.: Wiss. Verlagsges. MbH. 2009

 

Tippelt, R., Schmidt, B., Schnurr, S., Sinner, S., Theisen, C. (Hg.): Bildung Älterer, Chancen im demografischen Wandel, Bielefeld: W. Bertelsmann 2009.

 

4Dies zeigt auch die Entwicklung eines eigenen Studiengangs der Geragogik.