Fakultät für Chemie - Chemie und Didaktik der Chemie I
 
 
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Miriam Brüggemeyer


Miriam Brueggemeyer

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Lebenslauf

Seit März 2014   Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Chemiedidaktik
Okt. 2012 - Feb. 2014   Master-Studium der Fächer Erziehungswissenschaft (Lehramt Gym/Ge) und Biologie an der Universität Bielefeld
Okt. 2009 - Sept. 2012   Bachelor-Studium der Fächer Chemie (Lehramt Gym/Ge) und Biologie an der Universität Bielefeld

 

 

 

PROMOTIONSVORHABEN

 

Chancen für die Chemie im Naturwissenschaftsunterricht der Klassen 5 und 6: Entwicklung von kompetenzorientierten Lehr-Lernmaterialien

 

Der Anteil und die Qualität der naturwissenschaftlichen Inhalte in den Lehrplänen des Sachunterrichts haben in den letzten Jahren in den meisten deutschen Bundesländern deutlich zugenommen.1 Dieses spiegelt sich sowohl in den naturwissenschaftlichen Leistungen der ViertklässlerInnen, welche signifikant über dem internationalen Mittelwert liegen, als auch in der positiven Einstellung der GrundschülerInnen gegenüber diesen Inhalten wieder.2 Bis zum neunten Schuljahr nehmen jedoch sowohl die Leistungen, als auch das Interesse der SchülerInnen an den Naturwissenschaften deutlich ab, wie die Ergebnisse der PISA-Studien von 2006 und 2012 zeigen.3,4

Vertiefende Untersuchungen zum naturwissenschaftlichen Interesse deuten darauf hin, dass sich in den „harten“ Naturwissenschaften (Chemie und Physik) ein besonders großer Interessenabfall beim Übergang von der Primarstufe zur Sekundarstufe abzeichnet.5 Als Ursache dafür kristallisierten sich die unterschiedliche Unterrichtsgestaltung6, sowie der mangelnde Austausch über Lerninhalte zwischen den Schulformen7 heraus. Bei der Naturwissenschaft Chemie kommt zudem erschwerend hinzu, dass chemische Inhalte nach dem Sachunterricht in der Grundschule häufig erst im Fachunterricht in Klasse sieben wieder unterrichtet werden.
In vielen Bundesländern wird versucht diesem Bruch durch die Einführung eines integrierten Naturwissenschaftsunterrichts in den Klassen fünf und sechs entgegen zu wirken. Untersuchungen zeigen jedoch, dass durch diesen Unterricht das Interesse, aber auch die Leistungen der SchülerInnen hinsichtlich der Naturwissenschaft Chemie kaum positiv beeinflusst werden. Dabei schneiden SchülerInnen, welche von Lehrkräften unterrichtet werden, die Chemie nicht als Unterrichtsfach haben (Biologie- oder PhysiklehrerIn), signifikant schlechter ab als SchülerInnen, welche von ChemielehrerInnen unterrichtet werden. Diese Unterschiede werden unter anderem damit begründet, dass es keine ausreichende Materialunterstützung für fachfremd unterrichtende Lehrende gibt8.

Zwar lassen sich bereits verschiedene Schulbücher, Materialien und Fortbildungsmöglichkeiten finden, die insbesondere fachfremden Lehrenden Unterstützung bieten (z.B. NaWi Aktiv9 , PROFILES10 , Sonnentaler-La main à la pâte11 ) jedoch beschränken diese sich meist auf die speziell chemischen Themen des Naturwissenschaftslehrplans (Stoffe im Alltag, Stoffe und Trennverfahren). Aufgabe des integrierten Naturwissenschaftsunterrichts ist es jedoch möglichst alle Themenbereiche, sowohl aus der Perspektive der Biologie und Physik, als auch aus der Perspektive der Chemie zu beleuchten.

 

Ziel der Untersuchung:

 

Ziel dieses Promotionsvorhabens ist es daher, eine Möglichkeit aufzuzeigen, den chemischen Anteil des Naturwissenschaftsunterrichts in den Klassen 5 und 6 unter Berücksichtigung eines integrierten Naturwissenschaftsunterrichts zu stärken. Dazu sollen exemplarisch für die Unterrichtsinhalte der Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen Materialien entwickelt werden, die:

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chemische Inhalte besser in möglichst allen Themenbereichen des Naturwissenschaftsunterrichts integrieren.

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sowohl inhaltlich als auch methodisch die Anschlussfähigkeit an den Sachunterricht der Grundschulen, aber auch an

                        

den Chemiefachunterricht berücksichtigen.

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durch differenzierte Anforderungen sowohl die Kompetenzen leistungsstarker, als auch leistungsschwacher Schüler-

                        

Innen angemessen fördern.

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durch eine hohe Kontextorientierung und die Förderung von problemlösenden Kompetenzen das Interesse der Kin-

                        

der an chemischen Inhalten aufrecht erhalten oder idealer Weise sogar verbessern.

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durch zusätzliche Lehrermaterialien auch fachfremd unterrichtende Lehrende unterstützen, sodass diese sich ohne

                        

spezielle Fortbildungen dazu in der Lage fühlen, die angebotenen Materialien einzusetzen.

Die beschriebenen Materialien sollen entwickelt, mit Hilfe von Methoden der qualitativen Sozialforschung erprobt und an Gesamtschulen und Gymnasien in Nordrhein-Westfalen evaluiert werden. Dabei soll sowohl die Interessen-, Selbstkonzept- als auch die Leistungsentwicklung der SchülerInnen hinsichtlich chemischer Inhalten ermittelt werden. Zudem soll die Akzeptanz der Materialien sowohl bei Chemielehrkräften, als auch bei fachfremden Lehrenden überprüft werden.

 

 

 

Literatur

 

1GDSU: Perspektivrahmen Sachunterricht. Vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 2013

 

2Bos, W.: TIMSS 2011, Waxmann, Münster, 2012.

 

3Prenzel, M.: Pisa 2006. Die Ergebnisse der dritten internationalen Vergleichsstudie. Waxmann, Münster, 2006.

 

4Prenzel, M.: Pisa 2012. Fortschritte und Herausforderungen in Deutschland. Waxmann, Münster, 2013.

 

5Walper, L. M.; Lange, K.; Kleikmann, T.; Möller, K.: Physikbezogene Interesse und selbstbezogene Kognititionen von Schülerinnen und Schülern - wie entwickeln sie sich vom vierten bis zum siebten Schuljahr?. In H.J. Fischer, H. Gießt, & M. Peschel (Hrsg.), Lernsituationen und Aufgabenkulturen im Sachunterricht, S. 155-164.: Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 2014,

 

6Pollmeier, K.; Lange, K.; Möller, K.: (im Druck): Wie nehmen Schüler/innen ihren Physikunterricht von der 4. bis zu 7. Klasse wahr?. 40. Jahrestagung der Gesellschaft für die Didaktik der Chemie und Physik (GDCP), München, 2014,

 

7Demuth, R.; Kahlert, J.: SINUS-Transfer Grundschule. Naturwissenschaften. Modul G 10: Übergänge gestalten. IPN, Kiel 2007

 

8Klos, S.: Kompetenzförderung im naturwissenschaftlichen Anfangsunterricht : der Einfluss eines integrierten Unterrichtskonzepts. . Logos-Verlag, Berlin, 2008

 

9NaWi Aktiv ist ein Projekt des IPNs in Kiel: http://www.nawi-aktiv.de/

 

10PROFILES (Professional Reflection Oriented Focus on Inquiry-based Learning and Education through Science) ist ein internationales Projekt verschiedener Universitäten: http://www.profiles-project.eu/index.html

 

11Sonnentaler-La main à la pâte ist ein französisches Projekt: http://www.sonnentaler.net/