Fakultät für Chemie - Fachschaft Chemie
 
 
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Biochemiestudium

Biochemie - Wie funktioniert Leben?


Die Wissenschaft Biochemie umfasst die Chemie der Lebensvorgänge und der lebenden Organismen. Besonders wichtig sind dabei Struktur und Funktion der Biomoleküle. Zu den wichtigen biochemischenStoffklassen zählen Proteine, Kohlenhydrate, Lipide und Nucleinsäuren.

Der überwiegende Teil der biochemisch interessanten Reaktionen spielt sich in Zellen ab. Die Biochemie überlappt deshalb an vielen Stellen mit anderenWissenschaften, sie ist interdisziplinär und eine Abgrenzung von Nachbarfächern wie Zellbiologie, Molekularbiologie, Strukturbiologie, organischer und physiologischer Chemie ist häufig schwierig.

Biochemiker können nach dem Studium in allen Bereichen des wissenschaftlichen Lebens aktiv sein. Sie arbeiten in akademischen, unternehmerischen und staatlichen Forschungslaboren, in Krankenhäusern, bei wissenschaftlichen Zeitungen und Kanzleien (Patentwesen). Die Industrie stellt Biochemiker für Entwicklung, Produktion, Verkauf und Beratung ein.

Da die Biochemie ein forschungsintensives und zukunftsorientiertes Fach ist, wachsen die Berufschancen in den verschiedenen Berufsfeldern. Das Jahresgehalt eines/r promovierten Biochemikers/in liegt in der Industrie zwischen 40.000 € und 70.000 €, im öffentlichen Dienst zwischen 35.000 € und 50.000 €.


Bachelor

Im in der Regel dreijährigen Bachelor-Studium wird der Grundstein für selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten in der Biochemie gelegt. Theoretische und methodische Fachkenntnisse in den allgemeinen Naturwissenschaften (neben den Schwerpunkten Chemie und Biologie insbesondere auch Physik und Mathematik für Biochemiker) werden in Vorlesungen, Übungen und Laborkursen vermittelt. In den Laborpraktika wird den Studenten beigebracht Probleme selbstständig zu erkennen, zu bearbeiten und zu vermitteln.

Gegen Ende des Studiums erlaubt, neben den Pflichtmodulen in Biochemie und Gentechnologie, ein Wahlbereich eine individuelle Schwerpunktbildung sowohl in den klassisch chemischen als auch in bestimmten biologischen oder fächerübergreifenden Vorlesungen und Praktika.

Den Abschluss des Bachelors bildet eine eigenständige Forschungsarbeit in einer der universitären Forschungsgruppen mit einem Zeitrahmen von etwa 2 Monaten, nach deren Absolvieren man den Titel „Bachelor of Science” tragen kann.


Master

Im Master-Studium werden die allgemeinen Kenntnisse der Biochemie weiter vertieft. Zusätzlich gibt es drei Studienprofile, deren Schwerpunkte eine zentrale Rolle in der heutigen Biochemie einnehmen:

Im Profil „Struktur und Funktion von Proteinen” vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Spannungsfeld zwischen Biochemie, Physikalischer Chemie und molekularer Biophysik. Biochemische Prozesse werden mittels physikalisch-chemischer Messtechniken und Theorien beobachtet und analysiert.

Das Profil „Zelluläre Biochemie” zielt auf eine Vertiefung der Kenntnisse und Fähigkeiten in dem Grenzgebiet zwischen Biochemie, molekularer Medizin und molekular ausgerichteter Biologie. Damit erfolgt eine Ausrichtung auf Berufsfelder der biochemischen, biomedizinischen und pharmazeutischen Forschung und Entwicklung, in denen zum einen eine fundierte biochemische Ausbildung und zum anderen Kenntnisse der biochemischen Netzwerke von zellulärer Ebenen bis hin zum gesamten Organismus notwendig sind.

Die „Chemische Biologie” ist eine relativ junge Wissenschaft im Grenzgebiet zwischen Synthesechemie, Biochemie und Biologie. Sie fokussiert stärker als ihre Schwesterdisziplinen auf die molekularen Aspekte von Lebensprozessen und versucht durch eine Zusammenarbeit mit der präparativen Synthesechemie eigenständig Fragestellungen in diesem Themenkomplex zu lösen.

Genaue Informationen über die Veranstaltungen können den Netzplänen entnommen werden.

Am Ende des Studiums steht die Masterarbeit, eine sechsmonative eigenständige Forschungsarbeit.


Promotion

In der Biochemie ist es üblich, im Anschluss an den Master (bzw. das frühere Diplom) eine ca. dreijährige Doktorarbeit anzufertigen, um den naturwissenschaftlichen Doktortitel zu erlangen. In dieser Zeit forscht der Doktorand selbsttätig für längere Zeit in einer der Arbeitsgruppen der Biologie oder Biochemie an hochaktuellen Themen. Währenddessen ist der Doktorand in der Regel im Arbeitskreis angestellt und bezieht ein (geringes) Gehalt, als Gegenleistung beteiligt er sich am Lehrbetrieb der Universität (Assistent in Praktika oder Tutor für Vorlesungen).

Der Abschluss einer Doktorarbeit ist für viele ausgeschriebene Stellen eine Voraussetzung und wird durch erhöhte Einstiegsgehälter und -positionen belohnt.

Für den eiligen Leser

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