Fakultät für Chemie - Fachschaft Chemie
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
  
Universität Bielefeld > Fakultät für Chemie > Fachschaft Chemie
Wohnen in Bielefeld

Wohnen in Bielefeld - Pro und Contra


Bielefeld hat traditionell den Ruf einer „Provinzuni” - ob zu Recht oder zu Unrecht sei dahin gestellt, in jedem Fall ist Fakt, dass tatsächlich viele der Studierenden aus der näheren Umgebung kommen. Ob Herford, Minden oder Bünde, was liegt näher als die nächstbeste Hochschule zu nutzen und den Auszug aus der elterlichen Wohnung noch einige Jahre nach hinten zu verschieben?

Angesichts der nicht zu unterschätzenden Kosten eines Studiums erscheint die Wohnung der Eltern als eine gute Wahl. Miete und Essenskosten entfallen in der Regel, für die Fahrtkosten gibt es das Semesterticket. Doch wo ist der Haken?

Von so offensichtlichen Dingen wie Privatsphäre und Unabhängigkeit soll hier nicht geredet werden. Es gibt andere, essentiellere Dinge, die als Nachteile aufgezählt werden können:


Fahrtzeiten

Da wäre zum einen der Pendelverkehr. Im Regelfall ist man jeden Wochentag in der Uni, auch in den Semesterferien finden für Naturwissenschaftler regelmäßig Praktika statt. D.h., dass jeden Tag zwei Fahrten anstehen, die mit S-Bahn, Wartezeit und Zugfahrt selbst für umliegende Ortschaften oft im Stundenbereich liegen. Natürlich nimmt man sich vor, in dieser Zeit zu lernen oder zu arbeiten - aber seien wir ehrlich: Wieviel Konzentration kann man tatsächlich in überfüllten Regionalbahnen aufbringen? In der Regel ist diese Zeit verlorene Zeit, was sich bei einem so zeitfüllenden Studium wie dem der Chemie oft negativ auf die Leistung auswirkt. Die Konkurrenz hat einfach zwei Stunden mehr am Tag - und die wird sie nutzen!




Motivation

Ein bisschen hängt dieser Punkt mit den Fahrzeiten zusammen, denn oft ist man als Pendler gezwungen, sich zu entscheiden, ob man bei einer mehrstündigen Pause zwischen den Vorlesungen in der Uni rumsitzt oder nach Hause fährt. Bei längeren Fahrtzeiten neigt man irgendwann dazu, Vorlesungen im Abendbereich ausfallen zu lassen. Wozu sich noch einmal stundenlang in den ÖNV stürzen, wenn man die Vorlesung zuhause am PC in der Hälfte der Zeit nacharbeiten könnte? Eigentlich keine schlechte Idee, aber die Erfahrung zeigt, dass man sich am Ende doch nie die Zeit nimmt, die man zum gründlichen Nacharbeiten bräuchte. Spätestens bei der Prüfung merkt man dann, dass man einiges an Stoff versäumt hat.


Lernphasen

Habt ihr schon einmal versucht, bei einer anstehenden Klausur einen ganzen Tag lang mit einem wissenschaftlichen Buch auf dem Tisch und dem Bleistift in der Hand zu lernen, ohne dabei von der Familie gestört zu werden? In den wenigsten Familien funktioniert das wirklich gut.

Die Ablenkung ist groß, irgendwo ist immer noch was zu tun. Hier ein paar Minuten, dort noch einmal wischen und schon ist wieder eine Stunde rum. Mag doof klingen, ist aber erfahrungsgemäß nicht so unrealistisch: Als Student mit eigener Wohnung kann man im Notfall (Woche vor der Prüfung!) auch mal den Hausputz und ähnliche Pflichten vernachlässigen, um sich dafür die nötige Lernzeit zu erkaufen. Kommt tatsächlich öfter vor, als man denkt.


Anschluss an das Studentenleben

Vermutlich einer der wichtigsten Vorteile einer Wohnung in der Studienstadt. Wer jeden Abend nach Hause fährt, verpasst oft gemeinsame Treffen wie Labor- oder Geburtstagsparties, Diskoevents und Treffen mit den Freunden. Gerade in einem Studium, das von der Gruppenarbeit lebt (Lerngruppen in der Chemie können wir nur wärmstens empfehlen!), kann dies schnell nach hinten los gehen. Natürlich hat man noch einen Freundeskreis aus Schulzeiten daheim, aber wer erst einmal zwei Wochen lang zehn Stunden am Tag im Blockpraktikum verbracht hat, weiß, wie sehr es hilft, wenn man gute Freunde unter seinen Studienkollegen gefunden hat.


Auf der anderen Seite: Die Kosten

Am Ende führt nichts drum herum, die endgültige Entscheidung ist abhängig vom Geld, das zur Verfügung steht. Die Zusatzkosten einer eigenen Wohnung sind nicht zu unterschätzen. Zu der eigentlichen Miete und den entstehenden Nebenkosten (Gas, Wasser, Strom, Müll, Heizung etc.) kommen in der Regel Nahrungs- und Verbrauchsmittel (beides oft unterschätzte Posten) und möglicherweise zusätzliche Versicherungskosten. Insgesamt sollte man etwa 600 Euro pro Monat zur Verfügung haben, wenn man den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte.

Studentenheime und WGs sind eine günstigere Alternative zur eigenen Wohnung und haben oft den Vorteil, dass sie in unmittelbarer Nähe der Uni liegen. Wer sich informieren möchte, findet unter den folgenden Links mehr Informationen zur Studienfinanzierung und den Wohnheimen des Studentenwerks.



Pro daheim wohnen

Pro eigene Wohnung