Fakultät für Chemie - Fachschaft Chemie
 
 
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Das verflixte erste Jahr

Das verflixte erste Jahr


Nun ist es also soweit: Du hast dich für die Studiengänge Chemie oder Biochemie eingeschrieben und es kann eigentlich los gehen. Doch, was musst du eigentlich alles für dein Studium tun und wie kannst du deine Aktivitäten in und um das Studium organisieren? Wir möchten dir hier eine kleine Hilfestellung geben mit Tipps, wie du dein Studium erfolgreich beginnst.



Leute kennen lernen

Am Anfang deines Studiums wird es wahrscheinlich so sein, dass du niemanden deiner Mitstudenten kennst. Vielleicht bist du deshalb aufgeregt vor dem ersten Tag oder sogar ein bisschen verängstigt? In der Uni gibt es schließlich so viele Leute und alles wirkt etwas unübersichtlich. Aber sei beruhigt: Es geht allen anderen genauso. Deshalb ist es eine gute Idee, schon vor Vorlesungsbeginn die ersten Kontakte zu knüpfen.

Dazu gibt es genug Angebote; du musst sie nur nutzen. Die Fachschaft (Bio-)Chemie bietet z.B. einen Ersti-Tag mit Laborparty und ein Ersti-Wochenende an. Auch der Vorkurs Chemie eignet sich natürlich, neue Leute vor den eigentlichen Vorlesungen kennen zu lernen.

Oder organisiert doch einfach ein Treffen, bevor das Semester beginnt. Bei Netzwerken wie Facebook könnt ihr eine Erstsemestergruppe einrichten oder wahlweise eine Gruppe nur für euer Studienfach.

Du wirst sehen, dass dir dein erster Vorlesungstag an der Uni gar nicht mehr schwer fallen wird.


Auch während des Semesters kannst du weitere Kontakte knüpfen. Wer sagt eigentlich, dass die gleichen Grüppchen vom Anfang sich nicht vergrößern dürfen? Es gibt verschiedene Hochschulgruppen, bei denen du mitmachen kannst. Als erstes ist da natürlich die Fachschaft; es gibt aber auch politische Hochschulgruppen, den AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss), ehrenamtliche Organisationen und die meist kostenlosen Hochschulsportangebote.

Du kannst auch auf den zahlreichen Laborpartys, dem legendären Campus-Festival und den zahllosen anderen Studentenpartys vorbeischauen. Zudem kann es interessant sein, Studierende aus anderen Studiengängen kennen zu lernen. Das ist der Vorteil einer so genannten „Campusuni” wie Bielefeld: Alle Studiengänge befinden sich unter einem Dach, sodass nicht nur alle Naturwissenschaftler aufeinander hocken und du leicht sehr verschiedene und vielseitige Menschen kennen lernen kannst.


Lerngruppen

Alleine lernen ist langweilig? Das ist natürlich Geschmackssache. Fakt ist aber, dass jeder mal Fragen hat und das Ein oder Andere nicht auf Anhieb versteht. Deshalb sind Lerngruppen sinnvoll, weil ihr voneinander und dem Wissen der anderen profitieren könnt. Das Lernen in einer solchen Gruppe kann so aussehen, dass ihr euch außerhalb der Uni trefft und (besonders vor den Klausuren) zusammen den Stoff durchgeht oder die Übungszettel bearbeitet. Die Lerngruppe kann dann sehr praktisch mit anderen Aktivitäten (wie wäre es mit einer Kneipentour?) verbunden werden.

Du wirst außerdem sehen, dass es genug Freistunden zwischen den einzelnen Vorlesungen gibt, in denen du nichts zu tun hast. Diese Zeit ist theoretisch verschwendete Wartezeit, in der du natürlich in die Stadt fahren oder Kicker spielen kannst. Es ist aber empfehlenswert, diese Zeit zum Teil für die Übungszettel in AC, OC, PC und Mathe zu nutzen. Dazu kann man sich gut ins West End oder sonst wo hinsetzen und die Zettel zusammen bearbeiten. Das macht dann auf jeden Fall mehr Spaß und viele von euch werden unterschiedliche Lösungsstrategien haben, sodass ihr nicht nur miteinander, sondern auch voneinander lernen könnt.


Vor- und Nacharbeiten

Jeder Dozent wird euch am Anfang seiner Vorlesungsreihe vorbeten, wie wichtig es sei, den Stoff nachzuarbeiten. Jedes Mal werdet ihr zu hören bekommen, dass es nicht möglich ist, kurz vor den Klausuren mit dem Lernen anzufangen, auch wenn das in der Schule wunderbar geklappt hat.

Unser Tipp: Den Dozenten bitte einfach glauben! Auch wenn du noch so gut (auswendig) lernen kannst, wird diese Taktik auf die Dauer nicht mit Erfolg gesegnet sein. Deshalb ist es besser, kontinuierlich während des Semesters zu lernen als am Ende vor einem unüberwindbaren Zettelberg (das ist wortwörtlich zu verstehen) zu stehen.

Bei der Vor- und Nacharbeit ist es wichtig, sich nicht ausschließlich auf das Skript oder die Folien des Dozenten zu verlassen. Für die Klausuren ist ebenso relevant, was in den Büchern steht, die am Anfang der Vorlesung empfohlen wurden. Diese Bücher führen zu einem besseren Verständnis des Lernstoffes und ihr Inhalt wird von manchen Dozenten so abgefragt, als hätte er euch das Buch während der Vorlesung „vorgelesen”.

Es ist aber nicht nötig und auch nicht sinnvoll, all diese Bücher zu kaufen. Erstens sind sie sehr teuer und zweitens könnt ihr sie auch genauso gut aus der Bibliothek ausleihen und, solange sie niemand vorbestellt, unbegrenzt behalten - dazu nach den fünf erlaubten Verlängerungsphasen das Buch in die Bibliothek zurückbringen und sofort wieder ausleihen. Dazu noch ein Hinweis: Bücher mit weißen Etiketten können ausgeliehen werden, gelb etikettierte jedoch nicht.


Stundenplan erstellen

Das ekVV ist das elektronische kommentierte Vorlesungsverzeichnis. Dort solltest du dich anmelden und deinen Stundenplan erstellen, indem du alle deine Veranstaltungen abspeicherst. Eine Übersicht, welche Veranstaltungen du besuchen musst findest du in den Netzplänen. So hast du eine gute Übersicht über deine Termine und Klausuren. Der ausschlaggebende Punkt ist allerdings, dass du in keinem E-Mail-Verteiler deiner Veranstaltungen auftauchst, wenn du sie nicht im ekVV gespeichert hast. So entgehen dir viele wichtige Informationen.

Außerdem gelangst du über das ekVV in die Prüfungsverwaltung, wo du den Stand deines Transkripts überprüfen kannst. Die Dozenten tragen dort ein, ob du erfolgreich an einer Veranstaltung teilgenommen hast und ggf. mit welcher Note du die Klausur absolviert hast.


Individuelle Ergänzung

Im Bachelorstudiengang müssen insgesamt 180 Leistungspunkte (LP) gesammelt werden. Die LP werden für die Teilnahme an den Pflichtveranstaltungen und das Bestehen von Klausuren und Praktika vergeben.

Allerdings sind 10 LP für die so genannte Individuelle Ergänzung vorgesehen. Für diese LP kannst du irgendwelche Veranstaltungen besuchen, die du dir selbst aussuchst. Naturwissenschaftlich orientierte Veranstaltungen machen sich im Bachelorzeugnis selbstverständlich besser, das ist aber keine Voraussetzung.

Für deine individuellen Ergänzungen musst du dich im ekVV anmelden und die entsprechenden Leistungsanforderungen erfüllen, damit du am Ende auch die gewünschten Punkte gutgeschrieben bekommst.

Wer nicht sicher ist, ob er nicht doch das Studienfach wechseln möchte (beispielsweise von der Chemie in die Biochemie), der kann die Individuelle Ergänzung nutzen, um Vorlesungen aus seinem Alternativfach zu besuchen. Das macht einen späteren Wechsel deutlich leichter. Noch ein Vorteil: Klausurnoten aus deinen individuellen Ergänzungen zählen nicht für die Bachelornote.

Weiterhin gibt es den strukturellen Ergänzungsbereich der 20 LP umfasst. Bei diesem kannst du dir aus einer Reihe vorgegebener Veranstaltungen einige aussuchen. Informationen, welche Verstaltungen du hierfür besuchen kannst findest du ebenfalls in den Netzplänen.


Klausuren

Die Klausuren sind ein leidiges Thema. Ohne sie könnte das Studium ja so schön sein! Aber was sein muss, muss sein. Einige wenige Dozenten sind so kollegial, dass sie ihre Klausuren aus den Jahrgängen davor im Internet zur Verfügung stellen.

Für jene, die das aus welchen Gründen auch immer nicht tun, gibt es die Fachschaft. Wir haben fast alle Klausuren und können sie dir gerne geben. Schreib uns einfach unter fachschaft.chemie@uni-bielefeld.de an und vergiss bitte nicht uns auch hin und wieder Klausuren oder Prüfungsprotokolle aus deinen Jahrgängen vorbei zu bringen.

Zu jeder Klausur wird in der Regel eine Nachklausur angeboten. Dabei ist es möglich, jede Klausur unbegrenzt oft im Studium (aber maximal zweimal pro Semester) zu schreiben und sich so zu verbessern. Für die Bachelornote zählt nur die beste erbrachte Leistung, die Anzahl der benötigten Versuche wird nur im Transcript eingetragen. Dennoch solltet ihr nie alles auf eine Karte setzen und nur die Nachklausur mitschreiben - viele, denen das Lernen direkt am Ende des Semesters zu stressig war, haben dies versucht, sind daran gescheitert und haben so ein komplettes Jahr verloren!

Versucht außerdem, eure Klausuren nicht zu knapp zu bestehen. Wer regelmäßig 3 oder schlechter steht, der zeigt damit, dass er den Grundstoff nicht verstanden hat. Da dieser Grundstoff Voraussetzung für alle weiteren Vorlesungen ist, kann der Mangel an Grundwissen einem sehr bald zum Verhängnis werden. Andererseits: Einmal eine schlechte Note zu schreiben ist kein Beinbruch - niemand ist in allen Bereichen gut. Lasst euch davon nicht entmutigen und macht weiter.


Übungen und Tutorien

Zu den AC-, OC- und PC-Vorlesungen werden Übungszettel angeboten, die du auf jeden Fall bearbeiten solltest. Sie helfen dir beim frühzeitigen Lernen für die spätere Klausur. Außerdem kannst du dich an die Aufgabenstellungen gewöhnen, die anders sind als in der Schule. Es werden dazu Übungsgruppen veranstaltet, bei denen ein Mitarbeiter des Dozenten die Aufgaben bespricht und erklärt.

Bei den Matheübungen ist zum Teil die Anwesenheit und die richtige Lösung von Aufgaben sogar Pflicht und Voraussetzung dafür, dass du die Leistungspunkte bekommst.

Zusätzlich gibt es Tutorien, die von Studierenden aus höheren Semestern geleitet werden. Wenn du also grundlegende Fragen hast, die den Rahmen der Übungsgruppen sprengen, kannst du die Tutorien besuchen oder die Termine nutzen, um noch eine zusätzliche Übungsstunde zu haben.


Ihr seid hier, weil ihr hier sein wollt!

So doof dieser Satz auch klingen mag, er beschreibt einen zentralen Kern der Uniausbildung. Im Gegensatz zur Schule besteht für niemanden eine Pflicht, die Universität zu besuchen. Wer studiert, hat sich dies ausgesucht - die Ausrede „mir fällt nichts besseres ein” zählt nicht. Studenten sollten über Interesse an ihrem Fach verfügen und bereit sein, Arbeit in das Studium zu investieren - das wird zumindest von Seiten der Dozenten erwartet. Im Studium heißt es daher, jeder Student ist selbst dafür verantwortlich, sich um Probleme zu kümmern, den Vorlesungsstoff zu lernen und die Schwerpunkte seines Studiums (wo möglich) zu setzen. Viel Freiheit, aber auch viel Verantwortung! Um den Übergang von der Schule zur Uni zu erleichtern, werdet ihr jedoch in den ersten zwei Semestern ein wenig „an die Hand genommen”.


Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende...

Das Studium ist doch viel zu anstrengend und komplizierter und zeitaufwendiger als du dachtest?

Dann gilt am Anfang natürlich: Dranbleiben! Zur Not kannst du auch eine Veranstaltung oder Klausur aussetzen und erst im nächsten Jahr daran teilnehmen, bevor du keine der Klausuren zufriedenstellend abschließt.

Und wenn es gar nicht geht, dann ist es im Ernstfall ratsam, den Studiengang zu wechseln. Denn was dir im Studium schon keinen Spaß macht, wird im späteren Berufsleben bestimmt nicht besser.


Spaß haben

Klar, lernen ist wichtig. Aber wo bleibt eigentlich das lang ersehnte „Studentenleben”? Seit der Umstellung auf die Bachelor/Master-Studiengänge kommt die Freizeit zugegebenermaßen zu kurz. Dennoch: Genieß die neue „Freiheit”, dann kannst du dich danach auch wieder besser konzentrieren. Durchgängig zu lernen kann niemand durchhalten.


Einige Anmerkungen






Für den eiligen Leser

Unsere Tipps fürs erste Jahr in Kurzform: