Fakultät für Chemie - Fachschaft Chemie
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
  
Universität Bielefeld > Fakultät für Chemie > Fachschaft Chemie
Wie finanziere ich mein Studium?

Wie finanziere ich mein Studium?


Ein Chemiestudium ist eine langwierige Angelegenheit: Es dauert idealerweise acht Jahre, da eine Promotion der Normalfall ist. Während man in den letzten drei Jahren als Doktorand schon ein wenig Geld verdient und sich somit den Lebensunterhalt sichert, muss man sich für die Bachelor- und Masterphase des Studiums eine andere solide Finanzierung suchen.


Wer zum Beginn des Studiums aus dem „Hotel Mama” auszieht sieht sich mit vielen (oft unerwartet hohen) Kosten konfrontiert: Eine Wohnung/WG muss gemietet, Lebensmittel/Mensa bezahlt und Lehrbücher gekauft werden. Darüber hinaus entstehen viele weitere Ausgaben, z.B. der Internet/Telefonanschluss. An vielen Stellen lässt sich allerdings Geld einsparen: Zum Beispiel bietet das Studentenwerk relativ günstige Wohnungen in vielen verschiedenen Wohnheimen an und das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel ist mit dem Semesterticket im gesamten Land NRW umsonst. Dennoch muss pro Monat ein Betrag von etwa 600 € (eigene Erfahrung) aufgebracht werden, um das Studium möglich und das Leben halbwegs lebenswert zu machen.

Die meisten Studenten beziehen ihr „Einkommen” in erster Linie von den Eltern. Viele bleiben zu Hause wohnen, wenn sie aus der Nähe kommen, und sparen sich so die Mietkosten einer eigenen Wohnung oder WG. Doch sollte man zurecht den Anspruch stellen können, dass ein Studium auch unabhängig der finanziellen Situation der eigenen Familie möglich sein sollte. Auf die verschiedenen Möglichkeiten fernab der Eltern an Geld zu kommen, soll im Folgenden eingegangen werden.


Bafög

Fast jeder hat schon einmal von dem staatlichen Halbdarlehen gehört: Bafög (benannt nach dem BundesAusbildungsFÖrderungsGesetz) wird nach aktueller Gesetzeslage abhängig vom Einkommen der Eltern, eigenem Vermögen und anderen familiären Gesichtspunkten ausgezahlt. D.h. man erhält die staatliche Förderung nur dann, wenn die eigenen Eltern nicht zu viel verdienen und man selbst nicht allzu viel Geld auf der Reservebank hortet. Hier ist schon manchem das gut gemeinte von den Eltern eingerichtete Anlagepaket zum Problem geworden.

Der Betrag, den man monatlich durch Bafög erhält, kann bei manchen Personen sehr klein sein (etwa 50 €). Viele Studenten kommen aber in den Genuss der vollen Förderung, die sich auf bis zu 670 € (Stand SS 2016) belaufen kann. Obwohl viele Bafög-Bezieher oft über die vielen bürokratischen Hürden schimpfen, lohnt sich der Gang zum Bafög-Amt also unbedingt. Zumal man hinterher im Beruf maximal die Hälfte zurückzahlen muss. Wie viel Geld man selbst vom Bafög-Amt beziehen kann, lässt sich über den Bafög-Rechner bestimmen (siehe Link im Fenster rechts).

Ein kleiner Dämpfer kommt allerdings zum Schluss: Bafög kann man nur so lange beziehen, wie man sich in der Regelstudienzeit für seinen Studiengang befindet. Die sollte aber ohnehin kein Student überschreiten wollen. Eine Ausnahme macht das Bafögamt, wenn man sich innerhalb der ersten zwei Semester für einen Fachwechsel entscheidet oder aufgrund schwerwiegender Gründe, z.B. Kindererziehung oder einer Behinderung, das Studium nicht in der Regelstudienzeit anschließen kann. Dann ist auch eine etwas längere Förderung möglich.


Stipendien

Ein Stipendium ist oft gar nicht so schwer zu kriegen wie man vermuten mag. Es gibt viele traditionsreiche öffentliche Stipendienwerke (Stiftung des deutschen Volkes, parteinahe Stiftungen sowie Stiftungen der öffentlich-rechtlichen Kirchen und Gewerkschaften) und seit kurzem auch noch ein zusätzliches Stipendienprogramm des Landes NRW, das über die ostwestfälische Stiftung Studienfonds OWL abgewickelt wird.

Die traditionellen Stipendienwerke der Parteien/Kirchen/Gewerkschaften orientieren ihre finanzielle Förderung für gewöhnlich an dem Bafög-Anspruch des Geförderten zuzüglich eines Büchergelds. Das heißt man erhält das Geld, was einem nach dem Bafög-Satz elternabhängig zustehen würde, zu 100% als Stipendium, also rückzahlungsfrei. Dazu kommt ein monatliches Büchergeld von 300 € (Stand SS 2016), das jedoch keinesfalls nur für Bücher ausgegeben werden muss. Der Studienfonds OWL zahlt jedem Stipendiaten elternunabhängig ein Stipendium von 300 € monatlich aus.

Wie man sich für die einzelnen Stipendien bewirbt, sollte man am besten selbst herausfinden. Bei den meisten Förderwerken muss man anschließend an einem etwas verkrampften Auswahlseminar teilnehmen. Natürlich spielen auch Noten eine wichtige Rolle. Bei interessengerichteten Einrichtungen ist es außerdem wichtig, dass man die Grundwerte der Stiftung teilt. Es ist aber nach meiner eigenen Erfahrung z.B. nicht nötig, SPD Mitglied zu sein, um in der Friedrich-Ebert-Stiftung aufgenommen zu werden.

Die meisten Stipendienwerke bieten übrigens zusätzlich zum rein finanziellen ein ideelles Förderprogramm an. Dieses enthält ein breites Angebot aus fachlichen aber auch fachübergreifenden Seminaren und Kursen, das man z.B. in der vorlesungsfreien Zeit gut nutzen kann.


Jobben

Viele Studenten arbeiten neben dem Studium. Dies gilt für Chemiestudenten jedoch nur in sehr begrenztem Umfang, da das Studium verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nimmt. Man sollte also, so gut das eben möglich ist, versuchen ohne einen Job als z.B. Kellner auszukommen. Hierdurch wird in vielen Fällen das Studium verlängert, was nicht nur wiederum Geld kostet sondern auch wirklich ernste Probleme z.B. bei der Bewerbung um einen Masterstudienplatz mit sich bringen kann.

Ein guter Weg aus der „Keine Zeit zum Arbeiten”-Misere sind studentische Hilfskraftsjobs, die es an der Fakultät für Chemie relativ häufig gibt: Sobald man das zweite Semester erfolgreich abgeschlossen hat, kann man z.B. bereits Tutor für die neuen Erstsemester werden, und diese im Semester für die Klausuren coachen. Auch Jobs in der Praktikumsbetreuung gibt es relativ viele. Der Vorteil: Hilfskraftjobs bringen nicht nur einen gemessen an der Arbeitszeit relativ guten Verdienst sondern bieten auch eine hervorragende Möglichkeit, schon früh im Studium Kontakt zu den Verantwortlichen Dozenten zu bekommen. Und sich verstärkt mit dem eigenen Studienfach auch mal in der Lehre auseinander zu setzen, kann wohl kaum als Zeitverschwendung gelten.

Für den eiligen Leser