Fakultät für Chemie - Fachschaft Chemie
 
 
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Warum Chemie?

Warum Chemie?


Du stehst an der Schwelle des Übergangs vom Gymnasium zur Universität? Oder hast vielleicht eine Ausbildung hinter dir und möchtest nun ein Studium anhängen? Du bist unentschlossen, in welchen Studiengang du dich einschreiben sollst? Lass uns dir hiermit ein paar Hilfen zur Entscheidungsfindung geben.


Chemie ist abwechslungsreich

Ein Studium in der Chemie ist niemals langweilig. Dich erwartet eine abwechslungsreiche Mischung aus theoretischer und praktischer Arbeit. Die Möglichkeiten der Spezialisierung reichen von synthetischer oder analytischer Labortätigkeit über Computersimulationen bis hin zur Entwicklung neuer Gerätschaften. Experimente müssen geplant und durchgeführt, wissenschaftliche Ergebnisse recherchiert und Zeitschriftenartikel (im späteren Studium) geschrieben werden. Wer gerne ausschließlich im Labor steht und Apparaturen bedient, sollte lieber Laborant werden - beim Chemiestudium liegt der Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Ausarbeitung und Interpretation der Experimente.

Darüber hinaus ist die Arbeit in der Chemie außerordentlich interdisziplinär und beinhaltet je nach Schwerpunkte Teilbereiche der Physik, Mathematik, Informatik, Biologie oder Medizin. Ein bisschen Interesse am selbst gewählten Themengebiet vorausgesetzt, wird aus der Chemie somit ein spannendes und forderndes Berufsfeld. Wenn du Spaß daran hast, Schritt für Schritt herauszufinden, wie unsere Welt im Inneren zusammen gebaut ist, bist du hier richtig.


Chemie bietet gute Berufschancen

Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist generell gering, aber die Naturwissenschaften bieten einen besonders aussichtsreichen Arbeitsmarkt. Gerade Chemiker sind sehr gefragt, und das bei weitem nicht nur in der chemischen Industrie. Die zahlreichen Softskills, die ein Chemiker im Laufe seines Studiums erwirbt (Teamfähigkeit, Organisationsfähigkeit, Recherche und Frusttoleranz, um einige zu nennen) machen ihn auch in der Geräteentwicklung, dem Marketing oder der Betriebsberatung zu einem guten Angestellten. Darüber hinaus finden zahlreiche Chemiker im öffentlichen Dienst eine Anstellung. Insbesondere die mit dem abgeschlossenen Studium nachgewiesene Fähigkeit, sich schnell und selbstständig in neue Themengebiete einzuarbeiten, ist sehr gefragt.

Dementsprechend können sich die Gehälter in der Chemie sehen lassen: 2009 betrug der tarifliche Jahreslohn für promovierte Chemiker im zweiten Berufsjahr stolze 62.590 Euro. Somit sind derzeit die Bereiche der Chemie- und Pharmaindustrie unter den drei am besten zahlenden Branchen. Allerdings wird für die meisten Stellen der Abschluss einer Doktorarbeit vorausgesetzt (siehe Chemie kostet Zeit).


Chemie ist anders als in der Schule

Mit Schulchemie hat ein Chemiestudium nur noch wenig zu tun. Es geht um mehr als nur ein paar Kipp-Schütt-Versuche mit ungefährlichen und günstigen Chemikalien. Die Arbeit im Labor bedeutet den Umgang mit teuren und manchmal gefährlichen Materialen - trotzdem keine Angst, die Sicherheitsmaßnahmen sind dementsprechend gut.

Insbesondere was das Lernverhalten angeht, muss man sich vom alten Bild der Schule verabschieden. An der Universität ist die Lernkurve deutlich steiler, d.h. man ist gezwungen, deutlich mehr in deutlich kürzerer Zeit zu lernen. Der gute Aspekt daran: Im Idealfall lernt man nur noch, was einen interessiert, da die Möglichkeit zur Spezialisierung deutlich größer ist und man als Student einen gewissen Einfluss auf die Auswahl der Vorlesungen hat.

Das gesamte Lernen und Arbeiten an der Universität ist eine deutlich selbstständigere Tätigkeit: Vorlesungen und Tutorien sind ein Angebot, das zu nutzen niemand gezwungen wird. Mit Ausnahme der Praktika kommt es zwar formell nur darauf an, die Prüfungen am Semesterende zu bestehen, aber hier - viel mehr noch als in der Schule - geht es nicht allein um gute Noten, sondern um das Erlangen von Qualifikationen, die der Student für sein späteres Berufsleben benötigt.

Das bedeutet auch, dass es an der Universität keinen Lehrer gibt, der einen bei schleifender Leistung motiviert und fordert - wer zurück bleibt, wird zurück gelassen! Selbststudium mit Büchern und Lerngruppen ist hier eine Pflicht, an die man sich jedoch schnell gewöhnt.




Chemie kostet Zeit

Ein naturwissenschaftliches Studium dauert lange, auch die Chemie ist da keine Ausnahme. Die Regel sind drei Jahre für den Bachelor, zwei Jahre für den Master und noch einmal drei Jahre für die Promotion (das Erlangen des Doktortitels, in der Chemie für die meisten Jobs noch immer eine Pflicht). In vielen Fällen dauert das Studium gar noch ein wenig länger. Aber seien wir fair: Auch andere Berufe wie Jura und Medizin sind nicht schnell gelernt, denn es schließt noch das Referendariat bzw. die Facharztausbildung an das eigentliche Studium an. Und bereits während der Doktorarbeit verdient man sein erstes (zugegeben niedriges) Gehalt.

Schwerer wiegt die Zeit, die man während des Studiums aufbringen muss, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Vorlesungen, Übungen und Praktika halten die Studenten während des Semesters und der vorlesungsfreien Zeit (von Vielen leichtfertig als „Semesterferien” bezeichnet) gut beschäftigt. Die wenigsten Studenten können sich leisten, nebenbei einen zeitintensiven Nebenjob auszuüben. Das legendäre „Partyleben” eines Studenten ist (zumindest in den Naturwissenschaften) nur ein Mythos.



Was muss ich mitbringen?

Die allerwichtigsten Voraussetzungen für die Aufnahme eines Chemiestudiums sind Interesse und Motivation! Ein Vorwissen in den Bereichen Physik, Chemie, Mathematik und Biologie ist hilfreich, aber keine Pflichtvoraussetzung, denn Wissen kann mit Zeit und Hingabe erarbeitet werden. Wichtig sind darüber hinaus eine analytische Denkfähigkeit, da experimentelle Ergebnisse analysiert und interpretiert werden müssen, keine Berührungsängste mit Mathematik (Chemie ist deutlich mathematischer als man vermutet, siehe Stolperfalle Mathematik) oder Englisch (die meisten guten Bücher und nahezu alle modernen wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind auf Englisch verfasst, siehe English, please) und Geduld sowie Frusttoleranz: Klappt das Experiment heute nicht, klappt es - vielleicht - morgen.

Es schadet auch nicht, sich bereits vor Aufnahme des Studiums Gedanken über die Finanzierung zu machen, denn wie erwähnt schließen sich naturwissenschaftliche Studiengänge und Nebenjobs in der Regel aus.



Noch Fragen?

Ihr habt noch mehr Fragen? Seid neugierig und möchtet vielleicht auf ein persönliches Gespräch vorbeikommen? Kontaktiert uns unter fachschaft.chemie@uni-bielefeld.de



Für den eiligen Leser

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