Fakultät für Chemie
 
 
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Universität Bielefeld > Fakultät für Chemie
  
Der Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Manfred Eigen (*1927 in Bochum, †2019 in Göttingen) war langjährig interfakultativ mit der Universität Bielefeld verbunden.
Prof. Dr. Manfred Eigen
Manfred Eigen 1999 in Bielefeld
(Foto: N. Langohr, Universität Bielefeld)

Im Alter von fast 92 Jahren ist am 6. Februar 2019 der Göttinger Nobelpreisträger Manfred Eigen verstorben. Manfred Eigen gilt als einer der vielseitigsten deutschen Naturforscher und genialen Denker mit legendärer Ausstrahlung weit über seine eigenen Fachgebiete der Physikalischen Chemie und der Biophysikalischen Chemie hinaus.

Der Universität Bielefeld ist Professor Manfred Eigen in vielfältiger Weise verbunden. So wurde 1983 die Infrastruktur der Fakultät für Chemie mit der Lehreinheit Biophysikalische Chemie erweitert. Sein erstes deutsches Ehrendoktorat erhielt Manfred Eigen 1985 von unserer Universität, für seine besonderen Verdienste bei der integrativen Gesamtschau naturwissenschaftlicher Disziplinen und geisteswissenschaftlicher Entwicklungen.

Manfred Eigen erhielt - erst 40-jährig - den Chemie-Nobelpreis 1967 für die Messung und Analytik ultra-schneller chemischer Reaktionen. Die auch medizin-therapeutisch so fruchtbar gewordene Evolutive Biotechnologie, für die der Chemie-Nobelpreis 2018 an drei US-Amerikanische Forscher verliehen wurde, basiert auf Eigens biophysikalisch-molekularer Evolutionstheorie und seinen grundlegenden Arbeiten von 1984. Manfred Eigen ist der Gründer des renommierten Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie (Karl-Friederich- Bonhoeffer-Institut) in Göttingen. Neben Wissenschaft galt Manfred Eigens Leidenschaft der Musik. Als begabter Pianist spielte er unter anderem als Solist bei Mozart-Aufnahmen des Kammerorchesters Basel (unter Paul Sacher) und dem New Orchestra of Boston (unter David Epstein).

Weltweit berühmt sind Manfred Eigens Winterseminare. Das nun schon legendäre Manfred- Eigen-Winterseminar, im Jahre1966 gegründet und ab 1976 im Sport(und Seminar)hotel Klosters (Schweiz) organisiert, versammelte alljährlich die Elite der Wissenschaft, darunter 40 Nobelpreisträger, viele davon mehrere Male. Das seither kontinuierlich weitergeführte Winterseminar ist wohl einzigartig in der Verbindung von anspruchsvoller Wissensvermittlung und ausgleichendem Wintersport. Besondere Höhepunkte waren auch die Abend-Konzerte, die von Seminarteilnehmern gestaltet wurden, und Abend-Vorträge mit Themen aus Kunst und Literatur sowie Archegeologie von Troja und Alt-Kleinasien.

Das Winterseminar wurde (nach Eigens Emeritierung) von 1995 bis 2010 von der Fakultät für Chemie (Physikalische und Biophysikalische Chemie) organisiert. Das Winterseminar hatte nachhaltigen Einfluss auf viele Bielefelder Wissenschafts-und Lehrbereiche sowohl der Biophysik, Biologie und Biotechnologie als auch der Biochemie, Bioorganischen und Bioanorganischen Chemie und der Physikalischen und Biophysikalischen Chemie.

Das Manfred Eigen Winterseminar war eine besonders geschätzte und beliebte Lehreinheit des hiesigen interfakultativen Graduierten-Kollegs Strukturbildungsprozesse, initiiert vom Universitäts-Schwerpunkt Mathematisierung. Die direkte Begegnung mit Manfred Eigen war auch ein besonderes Erlebnis für die Kollegiatinnen und Kollegiaten, die mit Kurzvorträgen und Posterbeiträgen aktiv das Seminar mitgestalteten.

Wir trauern um den Verlust dieses einzigartigen Wissenschaftlers und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Für die Fakultät für Chemie.
Prof. Dr. Eberhard Neumann
(Professor a.D. für Physikalische und Biophysikalische Chemie)

Aus den Arbeitsgruppen 

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Photochromic compounds can be switched back and forth by two photons of different frequency. Here, the Kottke group established a new technique (two-color step-scan) for photochromic compounds to investigate the red light sensor phytochrome, a bistable switch common in nature. Time-resolved infrared spectroscopy revealed the sequence of events in the switching mechanism. Supported by molecular dynamics simulations, the structure of the key intermediate Lumi-R is presented.

J. Ihalainen, E. Gustavsson, L. Schroeder, S. Donnini, H. Lehtivuori, L. Isaksson, C. Thöing, V. Modi, O. Berntsson, B. Stucki-Buchli, A. Liukkonen, H. Häkkänen, E. Kalenius, S. Westenhoff, and T. Kottke, J. Am. Chem. Soc. 140 (2018), 12396–12404

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Forschungsprofil der Fakultät für Chemie

  1. Molekül-basierte Materialien
    Ghadwal, Glaser, Godt, Hellweg, Hoge, Kohse-Höinghaus, Kühnle, Mitzel
  2. Life Science Chemistry
    Dierks, Fischer v. Mollard, Gröger, Hellweg, Kottke, Lübke, Niemann, Sewald
  3. Gasphasen- und Atmosphären-Chemie
    Brockhinke, Eisfeld, Kohse-Höinghaus, Koop, Manthe, Mitzel
  4. Public Understanding of Science
    Kohse-Höinghaus, Lück, Mitzel

Große aktuelle Themenblöcke im Bereich Molekül-basierte Materialien sind molekulare Magneten, biomimetische Katalysatoren, Cytostatika, fluorierte Verbindungen, Organometallverbindungen, Silane, Spinsonden und Modelle für die EPR-Spektroskopie, Mikrogele und Mikroemulsionen.

Im Bereich von Life Science Chemistry wird Proteinkristallographie betrieben sowie Sulfatasen, lysosomale Hydrolasen und Membrantransport untersucht. Ein Schwerpunkt in diesem Bereich sind bioorganische und biokatalytische Themen in Gruppen der Organischen Chemie, die auch von biochemischen Gruppen in der Fakultät für Chemie bearbeitet werden.

Die Gasphasen- und Atmosphärenchemie befasst sich mit Verbrennungsprozessen, atmosphärischen Aerosolen und Eisbildung. Ein EU-weites Alleinstellungsmerkmal ist das von der DFG geförderte Gerätezentrum „Gas-Elektronenbeugung und Strukturaufklärung von kleinen Molekülen“ (GED@BI, N. Mitzel).

Der Bereich Public Understanding of Science widmet sich schwerpunktmäßig der Forschung zur Vermittlung von Chemie im frühen Kindesalter.

Wie die Universität Bielefeld insgesamt zeichnet sich auch die Fakultät für Chemie durch ausgeprägte Interdisziplinarität aus. Im Schwerpunkt Molekül-basierte Materialien bestehen intensive Kooperationen mit Physikern der Universität Bielefeld.

Der Themenbereich Life Science Chemistry wird gestärkt durch Zusammenarbeiten mit der Fakultät für Biologie, der Technischen Fakultät und dem CeBiTec.
Das „Centrum für Molekulare Materialien“ CM2 (Koordinator B. Hoge), eine wissenschaftliche Einrichtung mit Gruppen aus Chemie und Physik, wurde gegründet, um technisches Know-how industrieller Kooperationspartner mit aktuellen Erkenntnissen universitärer Grundlagenforschung zu verbinden.
Jede Arbeitsgruppe forscht zusätzlich in nationalen und internationalen Kooperationsprojekten.


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