Umgang mit Gasflaschen

Eine kurze Einführung

Gase, die zum Arbeiten im Praktikum verwendet werden, sind in Gasflaschen komprimiert. Sie stehen dabei unter erheblichem Druck, was bei unsachgemäßer Handhabung der Gasflaschen und/ oder des Druckminderes zu (schweren) Unfällen führen kann. Es ist daher unbedingt erforderlich, den Umgang mit der Technik genau zu lernen.
Die sensibelste Stelle einer Druckgasflasche ist ihr “Kopf”, an dem sich das Hauptventil befindet. Zu dessen Schutz muss beim Transport von Gasflaschen immer (!!) eine Schutzkappe auf die Flasche aufgeschraubt werden (das Gewinde dazu ist in Abbildung 1 unter dem Hauptventil zu erkennen). Zu diesem Zweck muss der Druckminderer natürlich vorher vom Flaschenanschluss abgeschraubt werden. Egal, ob mit oder ohne Druckminderer: Gasflaschen müssen immer gegen Umfallen gesichert werden, indem sie z. B. mit Gurten oder Ketten fest mit dem Labortisch verbunden werden (vor den Abzügen sind dazu extra Metallringe angebracht) .


Abbildung 1: Die verschiedenen Bedienelemente eine Gasflasche in der Grundeinstellung (alle Ventile geschlossen).

Vor der Gasentnahme muss sichergestellt sein, dass alle Ventile geschlossen sind. Die Zeiger der beiden Druckanzeigen sollten “Null” anzeigen (vgl. Abbildung 1). Erst danach kann das Hauptventil langsam und vorsichtig geöffnet werden. Die rechte Druckanzeige zeigt nun den Druck an, unter dem sich das Gas in der Flasche befindet (vgl. Abbildung 2). Sollte die Anzeige trotz geöffneten Ventils immer noch “Null” anzeigen, ist die Flasche leer und sollte ausgetauscht werden.


Abbildung 2: Das Hauptventil ist geöffnet und der verbleibende Flaschendruck wird angezeigt (das Feinregelventil ist noch geschlossen).

Wie aus Abbildung 2 ersichtlich, beträgt der Flaschendruck noch etwa 75 bar. Da dieser Druck natürlich viel zu hoch zum Arbeiten ist, muss nun über das Feinregelventil der gewünschte Arbeitsdruck vorsichtig eingestellt werden. Das Gas strömt nun mit dem eingestellten Druck durch die angeschlossene Leitung/ den Schlauch. In dem in Abbildung 3 gezeigten Fall beträgt der Arbeitsdruck nun noch etwa 1.2 bar. Generell sollte der Arbeitsdruck immer den aktuellen Anforderungen angepasst werden: Für das Befüllen eines Ballons sollte ein anderer Druck gewählt werden, als für das Arbeiten unter Schutzgasatmosphäre.


Abbildung 3: Der Arbeitsdruck ist eingestellt und das Gas strömt durch die angeschlossene Leitung.

Komprimierte Gase sind teuer, weshalb sie sparsam eingesetzt werden sollten. Ist das Experiment beendet, oder wird kein Gas mehr benötigt, werden die Ventile an Druckminderer und Gasflasche geschlossen und der Schlauch wird gegebenenfalls von der Apparatur entfernt. Erst jetzt wird durch ein kurzes öffnen des Feinregelventils das restliche Gas aus dem Leitungssystem entfernt. Beide Anzeigen sollten nun 0 bar anzeigen. Nach nochmaliger überprüfung, ob auch alle Ventile geschlossen sind, ist der Versuch sicher beendet.