Fakultät für Erziehungswissenschaft
 
 
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Uni von A-Z
Universität Bielefeld
  

Familien als Akteure in der Ganztagsgrundschule






Qualitative Fallstudien zur elterlichen und kindlichen Aneignung ganztägiger Bildungssettings

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB)

In Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Begleitung „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG)

Laufzeit: 01. November 207 – 31. Dezember 2009

Im Rahmen von qualitativen Einzelfallstudien von Eltern, Kindern und Lehr- sowie weiteren pädagogischen Fachkräften wurden elterliche und kindliche Aneignungsformen ganztägiger Bildungssettings analysiert. Es wurde untersucht, wie Familien als Akteure die Ganztagsgrundschule als sozialen, zugleich gesellschaftlich machtvoll strukturierten Raum wahrnehmen, konstituieren und für sich nutzbar machen. Die Perspektive der Lehr- und weiteren pädagogischen Fachkräfte wurde dabei systematisch mit einbezogen.
Die vorliegenden empirischen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die professionellen Thematisierungsweisen von Familialität und Elternschaft sowie die Adressierung von Müttern, Vätern und Kindern die Aneignung ganztägiger Bildungssettings maßgeblich strukturieren und damit unterschiedliche Formen des Passungsverhältnisses zwischen Familie und Ganztagsgrundschule zur Folge haben.
Zudem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Frage nach der Konzeptionierung von elterlicher sowie professioneller Verantwortung mit Blick auf Erziehung, Bildung und Betreuung sowohl die Kooperationsformen als auch die Aushandlungsprozesse um Zuständigkeiten bzw. Zuständigkeitsverschiebungen zwischen den Beteiligten prägen. Dieser Aspekt wird zusammen mit der empirische Analyse von Familienbildern im Rahmen des Anschlussprojektes „Familien und ihre Rollen in der Ganztagsgrundschule“ vertiefend  untersucht.

Methodisches Vorgehen
Die Rekonstruktion der unterschiedlichen Akteursperspektiven (Eltern, Kinder, Lehr- und weitere pädagogische Fachkräfte) wurde über eine Verknüpfung verschiedener qualitativer Methoden empirischer Sozialforschung vorgenommen. Die Datenerhebung erfolgte in Form von teilnehmenden Beobachtungen, ethnographischen und leitfadengestützten Interviews.
In den vier Bundesländern Bremen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen wurden auf der Grundlage der jeweiligen förderalen Struktur (offene, teilgebundene oder gebundene Settings) jeweils zwei Ganztagsgrundschulen nach ihrem Einzugsgebiet und ihrer pädagogischen Gesamtkonzeption ausgewählt. In den ausgewählten Schulen wurde in jeweils einer dritten Klasse die Datenerhebung durchgeführt.
Für die Samplebildung der Familie fanden Kategorien wie Familienform, Beruf, Beschäftigungssituation und Geschlecht des Kindes Berücksichtigung. Befragt wurden auch Eltern, deren Kinder nicht am Ganztag teilnahmen.
Die Auswahl der Lehr- und weiteren pädagogischen Fachkräfte in den Ganztagsgrundschulen wurde mittels ihrer Rolle/ Funktion in der ausgewählten dritten Klasse vorgenommen. Befragt wurden in der Regel die Schulleitung, die/der KlassenlehrerIn und eine weitere pädagogische Fachkraft, die eine entscheidende Bedeutung in der Gestaltung und Umsetzung des Ganztagssettings in der Klasse einnahm.

Veröffentlichungen (Auswahl):
Richter, Martina/ Müncher, Vera/ Andresen, Sabine (2008): Eltern. In: Coelen, Thomas/ Otto, Hans-Uwe (Hg.): Grundbegriffe Ganztagsbildung. Das Handbuch, Wiesbaden: VS Verlag: 49-57.
Richter, Martina (2008): Familien und Bildung. In: Böllert, Karin (Hg.): Von der Delegation zur Kooperation. Bildung in Familie, Schule, Kinder- und Jugendhilfe. Wiesbaden: VS Verlag, 33-46
Richter, Martina (2009): Zur Adressierung von Eltern in Ganztägigen Bildungssettings
In: Kessl, Fabian/Plößer, Melanie (Hg.): Differenzierung, Normalisierung, Andersheit. Soziale Arbeit als Arbeit mit den Anderen. Wiesbaden: VS Verlag, 25-33
Andresen, Sabine/ Kloss, Daniela/ Koch, Nicole/ Richter, Martina (2010): Familiale Aneignung ganztägiger Bildungssettings. In: Bollweg, Petra/ Otto, Hans-Uwe (Hg.): Bildungslandschaft – Befähigung und Handlungschancen für junge Menschen“. Wiesbaden: VS Verlag, im Erscheinen

Gesamtleitung:
Prof.´in Sabine Andresen
Prof. Dr. Dr. mult. h.c. Hans-Uwe Otto

Mitarbeiterinnen:
Daniela Kloss
Nicole Koch
Constanze Lerch
Martina Richter
Anne-Dorothee Wolf

Studentische Mitarbeiter/innen:
Julia Abraham
Lena Blomenkamp
Maike Lippelt
Florian Rühle
Kathrin Wrobel

Kontakt:
Martina Richter (Projektkoordination)
(seit 01. 11. 2009)
Universität Vechta
Institut für Soziale Arbeit, Bildungs- und Sportwissenschaften (ISBS)
Driverstraße 22
49377 Vechta

martina.richter@uni-vechta.de