Fakultät für Erziehungswissenschaft
 
 
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"Selbstbestimmung und Geschlecht" - Bildungsqualitäten genderpädagogischer Angebote der Jugendarbeit und im Kontext der (Ganztags-)Schule

Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Projektlaufzeit
09/2013 bis 08/2016

Projektleitung

Dr. Ulrike Graff

ProjektmitarbeiterInnen
Dipl. Päd'in Katja Kolodzig
Nikolas Johann M.A.

Zwischenbericht: Ergebnisse der Onlinebefragung genderpädagogischer Schulkooperationen der Jugendarbeit in NRW 2013/2014
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Einführung

Pädagogik ist nach wie vor gefordert, Jungen und Mädchen Raum und Beziehung für die Auseinandersetzung mit sich verändernden Geschlechterverhältnissen zur Verfügung zu stellen. Genderpädagogische Ansätze im Rahmen der Jugendarbeit verfolgen als Mädchenarbeit, Jungenarbeit und in gemischten Gruppen dieses Anliegen. In der Ganztagsschule wird diese außerschulische Expertise zunehmend abgerufen. Eine vergleichende Untersuchung der Bildungsqualitäten dieser Ansätze (vgl. Bollig/ Kelle 20121) im Hinblick auf a) die Relevanz geschlechtshomogener und -gemischter Settings und b) bezogen auf den Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen (außerschulisch = an Orten der Jugendarbeit / als Angebot im Ganztag im Rahmen von Kooperation) steht bisher aus. Ziel des Forschungsprojektes ist daher eine Annäherung an Bildungsqualitäten genderpädagogischer Angebote der Jugendarbeit und im Kontext der Kooperation mit der Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen.

Leitende Forschungsfrage

Wie lassen sich Bildungsqualitäten (i.S.v. Beschaffenheiten) in genderpädagogischen Angeboten beschreiben?

Forschungsfelder

Genderpädagogik ist vor allem im Rahmen Offener Jugendarbeit und außerschulischer Bildung entwickelt worden und gehört – umgesetzt als Mädchen- und Jungenarbeit – zum Standardrepertoire von Einrichtungen. Für die Forschung wird die Altersstufe 12 bis 16 Jahre gewählt. Untersucht werden sollen im Feld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Angebote der Mädchen- und der Jungenarbeit, sowie geschlechterreflektierende koedukative Angebote.

Über die Kooperation mit außerschulischen Trägern verbreitern sich genderpädagogische Ansätze und es werden auch Jugendliche erreicht, die Angebote der Jugendarbeit nicht wahrnehmen. Dies ist für die geplante Forschung insofern interessant, als sich der Kreis der einbezogenen Jungen und Mädchen erweitert: es werden nicht nur die Jugendlichen erreicht, die von sich aus ein genderpädagogisches Angebot auswählen. Chance (Neues kennenlernen) und Schwierigkeit (Unfreiwilligkeit der Teilnahme) der Schulkooperation der Jugendarbeit für Jugendliche werden hier exemplarisch deutlich.

Forschungszugänge

Ein ethnographischer Forschungszugang wird von Rose/ Schulz (20072) vor dem Hintergrund ihrer Studie zu Genderinszenierungen in der Jugendarbeit zutreffend er-klärt: „Ethnographie als sozialwissenschaftliche Erhebungsmethode ist darauf spezialisiert, kulturelle Praxen von sozialen Gruppen in ihrer natürlichen Umgebung deskriptiv einzufangen und ihre Sinnzusammenhänge aus der Perspektive der Akteure (…) zu entschlüsseln. Ihr zentrales Instrument ist die teilnehmende Beobachtung, die zum Teil durch mündliche oder schriftliche Befragungen und Dokumentensammlungen (…) unterstützt wird.“ (S. 24f.)

Zugänge an Bildung als kulturelle Praxis (vgl. Tervooren 20093)


Weitere Informationen zum Datenschutz


1Bollig, Sabine; Kelle, Helga (2012): Vergleichen und Kontrastieren. Zur analytischen Konstruktion von Feldern und Vergleichsobjekten in der ethnographischen Forschung. In: Barbara Friebertshäuser, Helga Kelle und u.a. (Hg.): Feld und Theorie. Herausforderungen erziehungswissenschaftlicher Ethnographie. Opladen [u.a.]: Budrich, S. 201–216.

2Rose, Lotte; Schulz, Marc (2007): Gender-Inszenierungen. Jugendliche im pädagogischen Alltag. Königstein/Taunus: Helmer

3Tervooren, Anja (2009): Bildung als kulturelle Praxis. Skizze einer ethnographischen Bildungsforschung. In: Christoph Wulf, Michael Göhlich und u.a. (Hg.): Der Mensch als Maß der Erziehung. Festschrift für Christoph Wulf. Weinheim: Beltz, S. 77–90.