Fakultät für Erziehungswissenschaft
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Universität Bielefeld > Fakultät für Erziehungswissenschaft > AG 3 : Schultheorie > DGfE Grundschulforschungstagung 2016
  

Hauptvorträge 

Montag, 26.09.2016 (15.00-16.00 Uhr)

Prof.'in Dr. Margarete Götz (Universität Würzburg)

"Grundschulpädagogik als wissenschaftliche Disziplin - Versuch einer Bilanzierung für die Zukunft"

Aus Anlass der Bielefelder Jubiläumstagung analysiert der Vortrag rückblickend die Entwicklung der Grundschulpädagogik von einem vormals akademischen Lehr- und Ausbildungsfach für eine pädagogische Profession zu einer wissenschaftlichen Disziplin. Mit Blick auf die gegenwärtigbeobachtbare disziplinäre Verfassung der Grundschulpädagogik werden deren aktuell gepflegten Theorie- und Forschungsambitionen gekennzeichnet sowie die Probleme identifiziert, die sich angesichts der doppelten Bezugnahme der Grundschulpädagogik einerseits auf disziplinäre Standards und andererseits auf professionelle Erwartungen für die Zukunft abzeichnen.

Dienstag, 27.09.2016 (11.30-12.30 Uhr)

Prof.'in Dr. Dagmar Hänsel (Universität Bielefeld)

"Ansprüche der inklusiven Sonderpädagogik an die Grundschule"

Mit dem Begriff der „inklusiven Sonderpädagogik“ wird das widersprüchliche Selbstverständnis der Sonderpädagogik als inklusive Pädagogik und als besondere Pädagogik gefasst. Der Vortrag setzt sich mit dem sonderpädagogischen Verständnis von Inklusion und mit Ansprüchen der Sonderpädagogik kritisch auseinander, die diese an die Grundschule und ihre Profession richtet. In den Blick genommen werden der Anspruch auf moralische und der Anspruch auf fachliche Überlegenheit, die für sonderpädagogische Lehrkräfte gegenüber Grundschullehrkräften geltend gemacht werden.  Diese Ansprüche werden in ihren unterschiedlichen Ausprägungen im historischen Prozess der Hilfs- und Sonderschulentwicklung in Deutschland dargestellt.

Mittwoch, 28.09.2016 (12.00-13.00 Uhr)

Prof. Dr. Joachim Kahlert (Ludwig-Maximilians-Universität München)

"Bin ich (noch) gut genug? - Lehrerarbeit zwischen Professionalität und wissenschaftsbasierter Fremdbestimmung"

Die Leistungen von Schule, und damit auch die von Lehrerinnen und Lehrern, werden seit Jahren in einem recht unruhigen, ja nervösen bildungspolitischen Umfeld wahrgenommen und beurteilt. Nicht nur die Neigung, die komplexen Leistungen von Bildungssystemen in eingängigen, aber reduktionistischen Ranglisten abzubilden, spielt dabei eine Rolle; auch der Reformeifer, mit dem Schulen in kurzen Fristen eine Neuerung nach der anderen verordnet wird, ist von Belang. Kompetenzmodelle für allgemeine und spezielle Aufgaben des Lehrerberufs konkurrieren um Aufmerksamkeit; Professionalisierung lautet das Versprechen, mit dem sowohl Forderungen nach Veränderungen in der Lehrerbildung als auch nach Weiterentwicklung von Haltungen und Fähigkeiten in der Lehrerschaft umrahmt werden. Allerdings kann auch die beste Lehrkraft nie allen Ansprüchen gerecht werden. Umso wichtiger ist es, Defizitanzeigen und Verbesserungsmaßnahmen umsichtig zu begründen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Berücksichtigung der Komplexität von Schule und Unterricht mit dem Bewusstsein dafür, dass auch die mit (bildungs)wissenschaftlichen Befunden begründeten Anforderungen an die Praxis unerwünschte Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen können. Ansonsten besteht, ein wenig zugespitzt formuliert, die Gefahr, dass Professionalisierung drauf steht, aber Deprofessionalisierung herauskommt.

Aktuelles

Ab sofort steht eine detaillierte Programmübersicht mit den Beiträgen zur Verfügung.