

| Aktuelle Projekte
Grundschullehrkräfte im Entscheidungsprozess zur Meldung auf Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs: Soziale Konstruktion und subjektive Theorie
Gefördert durch zentrale Forschungsmittel der Universität Bielefeld
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Susanne Miller
MitarbeiterInnen: Herr Prof. Dr. Stefan Fries, Frau Dr. Brigitte Kottmann, Frau Franziska Gauglitz
Kurzdarstellung:
Forschungsinteresse und Fragestellung
Die Bildungsungleichheit stellt derzeit eine der größten Herausforderungen unseres Bildungswesens dar. Die Gliederung unseres Schulwesens in verschiedene selbstständige Schulformen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Selektion in die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen stellt dabei die nachhaltigste und folgenschwerste Selektion im deutschen Bildungssystem dar. Ein erheblicher Anteil der Schüler verlässt die Förderschule Lernen ohne Schulabschluss, der Weg in die Armut und der Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe ist vorgezeichnet. Für den Grundschulbereich ist diese Thematik deshalb von besonderem Interesse, weil hier neben der Selektion durch Zurückstellung vom Schulbesuch (je nach Bundesland), Klassenwiederholung sowie Zuweisung zu verschiedenen Schulformen des Sekundarbereichs zugleich auch die Entscheidung gefällt wird, ob eine Überprüfung auf sonderpädagogischen Förderbedarf erfolgen soll.
Grundschullehrkräfte handeln als Professionelle in diesen widersprüchlichen Anforderungen zwischen Förderung und Selektion und gestalten durch ihre spezifische Professionalität, durch ihre Kompetenzen und Erfahrungen eigene Handlungsspielräume. Wie sie dies genau tun und welche Vielfalt es dabei gibt, soll in dieser Studie genauer untersucht werden. Konkret geht es darum, wie Grundschullehrkräfte die Entscheidung treffen, ein Kind mit Lernschwierigkeiten zur Überprüfung auf sonderpädagogischen Förderbedarf zu melden oder eventuell auch nicht zu melden. Wir gehen davon aus, dass in dieser Entscheidungssituation u.a. auch die konkreten Rahmenbedingungen in der Grundschule und die subjektive Theorien der Lehrkräfte eine wesentliche Rolle spielen. Empirische Ergebnisse darüber, was eine Grundschullehrkraft zu der Entscheidung bewegt für einen Schüler ein AO-SF- Verfahren zu eröffnen oder auch nicht zu eröffnen, liegen bisher nicht vor.
Methodisches Vorgehen
Im Rahmen dieser qualitativen Explorationsstudie werden 8 leitfadengestützte Interviews mit Grundschullehrkräften geführt. Inhaltliches Ziel ist es herauszuarbeiten, wie sich der Blick von Grundschullehrkräften auf Kinder, welche von der Eröffnung eines AO-SF- Verfahrens bedroht sind, begründet und in welcher Art und Weise sie ihre Entscheidungen als Akteure im Schulsystem ausgestalten. Die Auswertung der Interviews erfolgt mittels der qualitativen Inhaltsanalyse um aus den Angaben der Lehrkräfte die dahinterliegenden Kategorien im Entscheidungsprozess über die mögliche Eröffnung eines AO-SF- Verfahrens zu identifizieren und eine quantitative Studie anzuschließen.
Sozial-emotionale Kompetenzen im Elementar- und Primarbereich: Beobachten, begleiten und unterstützen
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Susanne Miller,
MitarbeiterInnen: Britta Bartholomäus, Dr. Birgit Holler-Nowitzki, Sabine Menzel, Bianca Reinisch, Katrin Velten
Zielsetzung
Das Projekt "Sozial-emotionale Kompetenzen im Elementar- und Primarbereich: Beobachten, begleiten und unterstützen" wurde im Rahmen des Aufbaus der BiSEd gefördert. Es ist an der Fakultät für Erziehungswissenschaft angesiedelt und hat die Zielsetzung konzeptionelle und curriculare Vorschläge zu entwickeln, wie elementarpädagogische Inhalte in die zukünftige Grundschullehrerausbildung integriert werden können. Die Integration und Verzahnung ist insbesondere für die Frage des Übergangs vom Elementar- zum Primarbereich von hoher Bedeutung.
Schwerpunkt
Inhaltlich wird im Rahmen dieses Projekts ein besonderer Schwerpunkt auf den
sozial-emotionalen Bereich gelegt, wobei zukünftig durch eine Kooperation mit den Fachdidaktiken eine Ausweitung der Schwerpunkte möglich und erwünscht ist.
Die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen wird im Vergleich zum Erwerb fachspezifischer Kompetenzen häufig unterschätzt; dabei bildet diese die Grundlage für anschlussfähige Bildungsprozesse. Insbesondere für sogenannte "Risikokinder" gelten sozial-emotionale Kompetenzen als wichtige Schutzfaktoren im Kontext eines erfolgreiche Bildungs- und Entwicklungsverlaufes. Als Dimensionen sozial-emotionaler Kompetenzen können benannt werden:
Umsetzung
In den Bildungswissenschaften finden sich insbesondere in den Modulen "Berufsfeldpraktikum Diagnostik und Förderung" und "Pädagogik des Elementar- und Primarbereichs" Möglichkeiten der curricularen Verankerung und zwar sowohl in eher theoretisch angelegten Elementen, als auch in integrierten Praxisphasen.
In den Praxisphasen wird das Prinzip des forschenden Lernens insofern umgesetzt, als dass die Studierenden Kinder mit einer konkreten Fragestellung beobachten, begleiten und in ihrer sozial emotionalen Entwicklung unterstützen.
Dabei bilden Beobachtungsverfahren wie
die Grundlage.
Der Schwerpunkt liegt auf einer genauen Beobachtung durch die Studierenden, womit sowohl freie als auch systematische stärken- und ressourceorientiert Beobachtungen gemeint sind. In der Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen und den Lehrkräften erfassen die Studierenden außerdem das Potential alltäglicher Situationen in der pädagogischen Praxis, und lernen diese im Sinne der Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen weiterzuentwickeln und selber zu initiieren.
Kooperationspartner
Für die Kooperation konnten bisher die folgenden Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Bielefeld gewonnen werden (Stand 01/2013):
Kindertageseinrichtungen:
Grundschulen:
Ein Stadtteil für starke Kinder in Oldenburg
Förderer: Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Susanne Miller, Frau Dipl. Päd. Strosche
Zielsetzung des Projekts „Ein Stadtteil für starke Kinder in Oldenburg“ ist:
Zugleich setzt das Projekt auf einen multiperspektivischen Förderansatz, der eine gestufte Angebotspalette im Rahmen eines neuartigen Frühfördernetzes bereithält, kontinuierlich ausbaut und Eltern befähigt, zunehmend selbst zu Akteuren zu werden und die Chancen unseres Bildungssystems zum Wohl ihrer Kinder zu nutzen. Beispielsweise sind die folgenden niederschwelligen Angebote Bestandteil des Projekts:
Wahrnehmung von Heterogenität in der Schule
aus der Perspektive von GrundschullehrerInnen und SonderpädagogInnen
Förderer: Max-Traeger-Stiftung
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Susanne Miller
Der Begriff „Heterogenität“ hat sich in der pädagogischen Diskussion zu einem wahren Modewort entwickelt. Auf einer programmatisch und normativen Ebene wird vielfach eine recht einfache Lösung geboten: Lehrerinnen und Lehrer sollen „Heterogenität als Chance“ sehen. Die Perspektive der Lehrerinnen und Lehrer wird dabei aber zu oft außer Acht gelassen.
Deshalb ist es das Ziel der quantitativ angelegten Studie, die persönliche Sichtweise von Lehrerinnen und Lehrern zu der Vielfalt von Schülerinnen und Schülern, zu den damit verbundenen Herausforderungen und Belastungen abzubilden.
Da zukünftig die Kooperation und Zusammenarbeit zwischen Grundschullehrkräften und SonderpädagogInnen im Sinne einer „Schule für alle“ immer notwendiger wird, geht es konkret auch um die Selbst- und Fremdwahrnehmung beider Professionen.
Prozessorientierte Verfahren der Bildungsdokumentation
Potentiale zur Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule
Drittmittelprojekt: gefördert vom BMBF und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union
Projektverantwortliche:
Universität Bielefeld: Prof. Dr. Michael Urban (Sprecher)
Leibniz Universität Hannover: Prof. Dr. Rolf Werning
Stiftung Universität Hildesheim: Prof. Dr. Peter Cloos, Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Marc Schulz
MitarbeiterInnen: Kapriel Meser, Sören Thoms, Annette Richter, Jenny Velten
| Promotionsvorhaben
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Emotionale und Soziale Schulerfahrungen von Grundschülern – Eine quantitative Studie Julia Carmen Nicklaussen | wiss. Mitarbeiterin Universität Oldenburg Erstbetreuer: Prof. Dr. Susanne Miller |
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Fragen stellen an die Welt – Eine empirische Untersuchung in der Sachunterrichtsdidaktik Vera Boegner | Stipendiatin Deutsche Studienstiftung für das deutsche Volk Erstbetreuer: Prof. Dr. Susanne Miller |
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N.N. Christine Hagemann | Lehrerin im Hochschuldienst der AG 3 Erstbetreuer: N.N. |
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N.N. Marie-Therese Langer | ehemalige Lehrerin im Hochschuldienst AG 3 Erstbetreuer: Prof. em. Dr. Dagmar Hänsel |
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Veränderungen des didaktischen Handelns von Lehrkräften im jahrgangsübergreifenden Unterricht der Grundschule Martin Pape | ehemaliger Lehrer im Hochschuldienst der AG 3 Erstbetreuer: Prof. em. Dr. Dagmar Hänsel |
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Arbeitszufriedenheit und Belastungen von Grundschulleitungen: Eine empirische Studie in NRW Iris Hohberg | Rektorin | freie Promotion Erstbetreuer: Prof. Dr. Susanne Miller |
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Professionsforschung - Wahrnehmung von Heterogenität von Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern Petra Kemena | wiss. Mitarbeiterin der AG 3 Erstbetreuer: Prof. Dr. Susanne Miller |
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Sachunterricht im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung - eine explorative Vergleichsstudie zur Unterrichtspraxis in der Förderschule und im Gemeinsamen Unterricht René Schröder | freie Promotion Erstbetreuer: Prof. Dr. Susanne Miller |