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AG Profil

 

Die Arbeitsgruppe „Pädagogische Beratung“ vertritt in der Ausbildung junger Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler das selten angebotene Profil der Pädagogischen Beratung in Forschung und Lehre.

Die „Geburtsstunde“ der Pädagogischen Beratung wird in den 1960er Jahren verortet. Mit einem Essay zur Beratung als eigentlich „unpädagogisches“ Phänomen wendeten sich zwei bedeutende Erziehungswissenschaftler (Mollenhauer/ Müller 1965) vor allem gegen die autoritäre und entmündigende pädagogische Praxis in Jugendämtern, Kinderheimen, Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen. Beratung sollte fortan eine wichtige Methode in der Pädagogik und gleichzeitig ein eigenes professionelles Profil, z.B. im Feld der Erziehungsberatung, Bildungsberatung, sozialpädagogischen Beratung (Sozialtherapie), werden. In den auslaufenden 1960er und in den 1970er Jahren wurden jedoch, vor allem in Folge von Sparmaßnahmen und professionellen Kämpfen zwischen Pädagogik und Psychologie, die Pädagogische Beratung und ihre Professionalisierungsbestrebungen marginalisiert. Seit Ende der 1970er Jahre ist die Pädagogische Beratung wieder deutlicher als eigenständiges professionelles Profil nachgefragt und, seit den 1980er Jahren, in eine breite beratungswissenschaftliche Diskussion eingebettet.

Beratung kann heute mit einer entsprechenden Zusatzausbildung bzw. mit einem Zusatzstudium z. B. als Supervision, Mediation oder Coaching, die sich als explizit nicht-psychologische Beratungsformen etabliert haben, eigenständig angeboten werden. In Feldern der Sozialberatung sind zudem neue Profile entstanden, die für Pädagoginnen und Pädagogen aussichtsreich sind, bspw. geschlechtersensible Beratung, interkulturelle Beratung, Beratung Älterer und ihrer Familien und Pädagogische Beratung im Gesundheitswesen. In diesen professionellen Feldern verortet sich Pädagogische Beratung explizit als interdisziplinär ausgerichtet, wobei vor allem die Soziologie als Nachbardisziplin der Pädagogik, neben der Psychologie, der Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaft, an herausragender Stelle steht.

Das Studium der Pädagogischen Beratung setzt insgesamt eine gute theoretische Fundierung, vor allem in der Allgemeinen Pädagogik, der Sozialpädagogik und im Bereich der qualitativen und aktionalen Forschungsmethoden (Soziometrie, Beobachtung (im Feld), Gruppenforschung, Biografieforschung, Kasuistik), voraus.

Die Veranstaltungen im Rahmen der Arbeitsgruppe „Pädagogische Beratung“ zentrieren darauf aufbauend beratungswissenschaftliche Diskussionen in einer Verknüpfung mit beratungspraktischen Elementen.




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