

Fachveranstaltung zum Thema
Armut im Alter -
Zur Bewältigung von Altersarmut
Die Frage nach Generationengerechtigkeit bei der Alterssicherung rückt nicht erst wieder durch den politischen Anstoß nach einer „Zuschussrente“ ins öffentliche Blickfeld. Mit dem demografischen Wandel, einer stetig schwankenden Zahl von Arbeitslosen und prekären Beschäftigungsverhältnissen, verschärft sich die Debatte um die Zukunft der Alterssicherung. In dem Wissen, dass das bisherige Solidarmodell der Alterssicherung einer Neuauflage bedarf, werden eine Vielzahl von Modellen von Politik, Verbänden und Wissenschaft diskutiert, deren Tragfähigkeit zur Bewältigung von Altersarmut geprüft werden muss.
Im Rahmen der Fachveranstaltung, die in Kooperation mit der Landesseniorenvertretung NRW gemeinsam vom Seniorenrat der Stadt Bielefeld und der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld durchgeführt wird, sollen verschiedene Modelle und Konzepte zur Abwendung von Altersarmut diskutiert und Konsequenzen für die kommunalen Haushalte vorgestellt werden. Letztlich geht es aber nicht nur um Finanzierungsfragen, sondern darum, wie Altern in Würde für gegenwärtige und zukünftige Generationen gesichert werden kann.
Weitere Informationen und Anmeldung siehe Flyer:
Fachtag "Neue Steuerung 2.0 - Wer rudert die Kinder- und Jugendhilfe?" (26.10.2012)
Wer rudert die Kinder‐ und Jugendhilfe?
Seit dem Ende der 1980er Jahre ist die Kinder‐ und Jugendhilfe zunehmend dazu aufgefordert, ihren Nutzen auszuweisen und ihre Leistungserbringung im Hinblick auf Mitteleinsatz und Zielerreichung zu optimieren. Politik, Verwaltung und Erbringungsebene der Kinder‐ und Jugendhilfe werden dabei in ein neues Verhältnis gesetzt. In diesem Zuge sind Konzepte betriebswirtschaftlicher Rationalität und tatsächlicher oder vermeintlicher Optimierung des Managements pädagogischer Qualität bis ins SGB VIII vorgedrungen. Das Versprechen dieser ‚Neuen Steuerung’ war und ist es, die Effektivität und Qualität und letztlich auch die Wirtschaftlichkeit der Kinder‐ und Jugendhilfe sicherzustellen und zu erhöhen.
Gegenwärtig findet eine erneute Diskussion um die Weiterentwicklung der Kinder‐ und Jugendhilfe statt. Diskutiert wird u.a., ob sich der Fokus von der Gewährleistung individueller Hilfen auf sozialraumorientierte Angebote und infrastrukturelle Maßnahmen verschieben sollte; ob die Kinder‐ und Jugendhilfe stärker am Regelsystem Schule zu orientieren ist und ob es zu einer „Wiedergewinnung kommunaler Handlungsfähigkeit“ einer Neujustierung der Steuerungskompetenzen von freien bzw. privaten und öffentlichen Trägern (zugunsten der Jugendämter) bedarf. Hintergrund dieser Überlegungen sind die Thesen der mangelnden Leistungsfähigkeit bisheriger Angebote einerseits und zunehmende Fallzahlen bei knappen kommunalen Kassen andererseits. Inwiefern die Ziele der „neuen“ Neuen Steuerung dem professionellen Handlungsauftrag der Kinder‐ und Jugendhilfe auch über die Maßgabe der Kostendämpfung und Fallreduzierung hinaus gerecht werden, ist Gegenstand des Fachtags.
Dabei gehen wir davon aus, dass die Frage, wie die Kinder‐ und Jugendhilfe zu steuern sei, letztlich auf die fachlich‐politische Frage verwiesen ist, was und wie viel eine moderne Kinder‐ und Jugendhilfe leisten soll.
Die Beiträge des Fachtags analysieren die gegenwärtige Situation und erörtern die politischen und fachlichen Debatten um die Steuerung der Kinder‐ und Jugendhilfe. In diesem Kontext kommt auch der Frage nach der Zukunftsfähigkeit sozialpädagogischer Professionalität eine besondere Bedeutung zu.
Es erwarten Sie Vorträge renommierter Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis.
Die Folien zu den Vorträgen der einzelnen ReferentInnen finden Sie hier:
Norbert Wohlfahrt, Bochum
Tim Kähler, Bielefeld
Stephan Grohs, Konstanz
Andreas Langer, Hamburg
Fachtag "Jugendhilfe als Armutsbeauftrage: Helferin, Kontrolleurin, Verwalterin?" (13.04.2012)
Die Prekarisierung familiarer Lebenslagen und die daraus folgende Einschränkung der Aufwachsensbedingungen junger Menschen sind eine kaum bestreitbare Tatsache. Der Kinder- und Jugendhilfe fällt in diesem Zusammenhang häufig die Aufgabe einer Armutsbeauftragten zu. Aber ist Armut ein durch Erziehung und Beratung zu lösendes Problem - oder fehlt allen Beteiligten nur das nötige Kleingeld?
Wird Armut als individuell zu bearbeitendes Problem konzipiert, kann dies ein Verständnis von Armut als selbstverschuldetes Scheitern befördern und riskiert damit die Stigmatisierung der betroffenen Familien. Zugleich ist fraglich, ob sozialpädagogische Angebote als Hilfe oder als paternalistische Kontrolle und Disziplinierung wahrgenommen werden.
Wenn die Kinder- und Jugendhilfe die gesellschaftlichen Bedingungen, die Prekarität und Armut hervorbringen, kaum verändern kann - und ihr Anspruch dennoch über die bloße Verwaltung von Armut hinausgeht -, stellt sich die Frage, was sie stattdessen zu bieten hat und leisten kann?
Der Fachtag hat diese Fragen aufgegriffen und bot interessierten WissenschaftlerInnen und PraxisvertreterInnen ein Forum, Perspektiven, Konzepte und Handlungsstrategien zu betrachten und zu diskutieren.
Die Folien zu den Vorträgen der einzelnen ReferentInnen finden Sie hier:
Dr. Kira Funke, LVR Landesjugendamt-Rheinland, Köln
Antje Asmus, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V., Berlin
Prof. Dr. Ullrich Bauer, Universität Duisburg-Essen
Prof.'in Dr. Karin Böllert, Universität Münster
Regelmäßig stattfindende Tagungen:
nächster Termin: Empirie-AG 29./30. Juni 2012, Bielefeld-Sennestadt, Haus Neuland. (Weitere Informationen finden Sie hier (Rückantwort)):
Zurückliegende Tagungen / Veranstaltungen (aufgeführt seit 2000):
* Qualität und Wirkung in den Hilfen zur Erziehung - Sozialpädagogische Familienhilfe als erfolgreiche Hilfeform in der Kinder- und Jugendhilfe? 19./20. Oktober 2006
* Why Social Work? - Gesellschaftliche Perspektiven öffentlicher Wohlfahrt, 12.-14. Oktober 2006
* Grenzenlose Cyberwelt? Digitale Ungleichheit und neue Bildungszugänge für Jugendliche, 09.-11. Februar 2006
* What Works - Welches Wissen braucht die Soziale Arbeit? 10-12. November 2005
* New Professionalism in Social Work - Soziale Arbeit zwischen Deprofessionalisierung und Neuer Fachlichkeit, 28.-30. Oktober 2004
* Ganztagsbildung in der Wissensgesellschaft, 09.-11. Oktober 2003
* Spacing Social Work - Zur Territorialisierung des Sozialen, 14.-16. November 2002
* Negotiating Qualities? - Soziale Dienste zwischen Kostenkontrolle und Nutzerorientierung, 17.-19. Oktober 2002
* Geteilte Kindheiten - vereinte Jugend? Die nachwachsende Generation in der neuen Bundesrepublik, 22./23. Februar 2001
* Playing the Market Game? Steuerungsmodelle für die Jugendhilfe, 09.-11. März 2000