Forschungsbericht 1997/98 - Inhalt Forschungsbericht 1997/98
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Vorwort


Sehr geehrte Leserin.
Sehr geehrter Leser.

Forschung bedeutet, in das Unbekannte einzudringen. Forschung ist ein Weg des Entdeckens, der Freiheit, zu zweifeln und zu fragen. Forschung impliziert zugleich eine Mischung aus Notwendigkeit und Zufall, einen Zustand zwischen Freiheit und Verantwortung.

Vergleichsweise zeitnah zum Berichtszeitraum 1997-1998 können Sie sich im vorliegenden Forschungsbericht über die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Fakultäten und Einrichtungen der Universität Bielefeld informieren. Dieser gedruckten Fassung wird in nächster Zeit auch eine Internetauflage folgen, mit der wir dem Informationsbedürfnis zeitangemessen in elektronischer Form Rechnung tragen. So ist die gedruckte Version insbesondere in der Präsentation ausgewählter Publikationen knapper als das, was elektronisch für Sie dann umfangreicher recherchierbar ist. Wissenschaftliche Veröffentlichungen sind und bleiben ein unverzichtbarer deutlicher Nach- und Ausweis, daß die Forschungsaktivitäten erfolgreich sind und über die Ergebnisdarstellung in den Diskurs der wissenschaftlichen Gemeinschaft gestellt werden.

Aber auch Drittmitteleinwerbungen sind ein deutlicher Indikator für erfolgreiche Forschungsleistungen und Entwicklungen. Im Berichtszeitraum 1997-1998 stabilisierten sich die Drittmitteleinwerbungen auf einem Niveau, das niedriger lag als in den Jahren vorher, da die Auswirkungen weiterer beendeter Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs spürbar wurden. Durch erhöhte Einwerbungen im Rahmen des DFG-Normalverfahrens konnten diese Abgänge gut kompensiert werden. Zugleich gab es signifikante Steigerungen bei der Einwerbung von Fördermitteln privater Geldgeber und vor allem der Wirtschaft. Diese basieren auf einer zielgerichteten Kooperationsaktivität in Themenfeldern der neuen Technologien und neuen Medien sowie innovativen Forschungsbereichen, die durch eine strategische Entwicklungsplanung in den Fakultäten und Einrichtungen begünstigt wird.

Drittmittel nach Mittelgebern sowie Zentralmittel des Landes
(Mittelvolumen in TDM)

Mittelgeber 1996 1997 1998
DFG 24.207,7 22.793,4 20.233,1
Davon SFB 12.944,1 9.822,4 6.654,6
Davon GK 2.280,9 2.790,2 2.348,7
Bund 6.999,5 6.137,0 5.843,5
EU 2.753,1 2.648,7 1.788,8
VW-Stiftung 1.596,7 1.710,3 1.728,7
Wirtschaft/Private 1.789,6 2.775,8 3.522,7
Sonstige (Stiftungen) 2.251,0 2.095,2 2.534,0
Land NRW 4.250,7 4.458,7 4.796,2
Hochschule 43.848,3 42.619,1 40.447,0

Dank zahlreicher neuer Initiativen im Jahre 1998 für institutionelle Schwerpunktförderungen, seien es Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs oder Verbundprojekte, wird dieser oszillierende Verlauf eingeworbener Drittmittel absehbar wieder zu neuen Steigerungen führen. Einige bereits erfolgreich evaluierte Initiativen konnten ihre Arbeit beginnen, wie z.B. die durch die DFG geförderte Forschergruppe "Materie unter extremen Bedingungen" in der Fakultät für Physik, werden aber erst in den nächsten Jahren die umfänglichen Finanzierungshilfen in konkrete Forschungsaktivitäten umsetzen.
Als neuer Sonderforschungsbereich wurde am 1.1.1998 der SFB 549 mit einer zukunftweisenden Thematik "Prozessierung und Signalwirkung extrazellulärer Makromoleküle", eingerichtet. Hier arbeiten Wissenschaftler aus den Bereichen der Biologie, Chemie und der Technischen Fakultät.
Die Erwartungen an die universitäre Forschung, im Spannungsfeld öffentlicher Förderung und gesellschaftlichen Anspruchs, sind zunehmend geprägt von der Verknüpfung verschiedener Disziplinen, der internationalen Vernetzung und einer Verwebung von Grundlagenorientierung und Anwendungsbezug. Der Lust des Forschers steht der Frust der Leistungsbewertung mit Hilfe quantitativer Indikatoren, wie sie in der Struktur- und Entwicklungspolitik der politischen Entscheidungsträger zum Ausdruck gelangt, gegenüber.
Der Forschungsbericht 1997-1998 der Universität Bielefeld kann einmal mehr Einsichten in die Leistungsfähigkeit wissenschaftlicher Hochschulen jenseits quantitativer Kriterien eröffnen. Zugleich dokumentiert er – und legt damit zusätzliche Rechenschaft ab – wie nahe Forschung, Praxis und Qualifikation beieinanderliegen, sich bedingen, begründen und rechtfertigen. Wissenschaft und Vorbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse – insbesondere im Rahmen der Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses – sind konstitutive Elemente unserer Wissensgesellschaft und damit für die Lebens- und Entwicklungsfähigkeit der Gesellschaft überhaupt. Die Globalisierung allenthalben verlangt dabei unabdingbar nach internationalem Austausch und Vernetzung. Hier, und insbesondere in der interdisziplinären Ausrichtung wissenschaftlicher Aktivitäten, wird die Universität ermutigt, durch bisherige Erfolge auch zukünftig besondere Anstrengungen zu unternehmen, Akzente zu setzen und Profile herauszubilden.

Dieser Bericht wäre ohne die Zusammenarbeit aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und den Einsatz von Frau Ulrike Garus nicht so schnell erschienen.
Allen habe ich sehr zu danken.


Prof. Dr. Philippe Blanchard


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