Forschungsbericht 1997/98 - Inhalt Forschungsbericht 1997/98

Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft

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Allgemeine Psychologie II Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung

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Allgemeine und Angewandte Entwicklungspsychologie (AE 3)


I. Forschungsarbeiten

(a) Beteiligte Wissenschaftler/innen:
 
Hochschullehrerin: Prof. Dr. Hannelore Grimm
Wiss. Mitarbeiterinnen: Dipl.-Psych. Hildegard Doil, Dipl.-Psych. Sabine Frevert, Dipl.-Psych. Tanja Jungmann, Dr. Sabine Weinert, Dr. Sabine Wilde Dipl.-Psych. Heidi Köpsel (DFG)

(b) Darstellung

In der Arbeitseinheit wird an fünf Forschungsthemen gearbeitet, die inhaltlich aufeinander bezogen sind.

Teilprojekt 1: Normale und abweichende Sprachentwicklung

In einer Längsschnittstudie wird die sprachliche Entwicklung von Risikokindern (Wortschatz < 50 mit 24 Monaten) und unauffälligen Kindern im Hinblick auf folgende Fragestellungen untersucht:

(1) Zeigen sich differentielle Entwicklungsmuster in sprachlichen, gestischen und nicht-sprachlichen Vorausläuferfähigkeiten der Sprachentwicklung über den Zeitraum von 12 über 18 bis 24 Monaten?

(2) Gibt es differentielle Entwicklungsmuster zwischen Wortschatz, Syntax und Morphologie vom 24. bis zum 36. Lebensmonat?

Teilprojekt 2: Diagnostik von Sprachverarbeitungsfähigkeiten

Ein Verfahren wird entwickelt, das bereits im Kindergartenalter eine umfassende und differentielle Diagnostik der Sprachverarbeitungsfähigkeiten ermöglicht. Das Verfahren beruht auf entwicklungspsychologisch bedeutsamen Zusammenhängen zwischen phonologischen Gedächtnisfähigkeiten und semantischen sowie syntaktisch-morphologischen Fähigkeiten im sprachproduktiven und rezeptiven Bereich. (Gefördert durch Drittmittel vom Hogrefe-Verlag, OZ. 27510)

Teilprojekt 3: Analyse von Zusammenhängen zwischen der formal-sprachlichen und der konzeptuell-semantischen Entwicklung

Im Rahmen experimenteller Studien zum kontrollierten Erwerb sprachanaloger und konzeptuell-semantischer Kategorien und Relationen wird die Wirksamkeit unterschiedlicher Lernprozesse (implizite versus explizite Lernprozesse) sowie die Bedeutung und das Zusammenwirken gezielt variierter (formaler und/oder konzeptueller) Inputstrukturen bei Erwachsenen und Vorschulkindern vergleichend untersucht. (DFG, Az. We 1478/3-1 und /3-2)

Teilprojekt 4: Kognitive Entwicklung und Spracherwerb

Bei dysphasisch-sprachgestörten und sprachunauffälligen Kindern sowie bei geistig retardierten Kindern werden vergleichend Zusammenhänge zwischen (a) unterschiedlichen sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, (b) Leistungen im Bereich des phonologischen Arbeitsgedächtnisses sowie (c) der Fähigkeit, sprachliche Hinweise für den Erwerb von und den Zugriff auf konzeptuelles Wissen zu nutzen, untersucht.

Teilprojekt 5: Beziehungen zwischen Sprachstörungen und psychosozialen Auffälligkeiten

In einer Studie an dysphasisch sprachgestörten und sprachunauffälligen Vorschulkindern werden mögliche Vermittlungsvariablen zwischen Sprachentwicklungsstörungen und psychosozialen Auffälligkeiten untersucht. Dazu werden formal-sprachliche und pragmatische Fähigkeiten sowie soziometrische und selbstkonzeptbezogene Variablen vergleichend miteinander in Beziehung gesetzt.



II. Drittmittelprojekte
  1. Prof'in Dr. Hannelore Grimm
  2. "Sprachentwicklungstest – Neukonstruktion. Diagnostisches Verfahren zur Erfassung rezeptiver und produktiver Sprachverarbeitungsfähigkeiten bei 2-5jährigen Kindern"
  3. Hogrefe-Verlag
  1. Dr. Sabine Weinert
  2. "Bedingungen des Erwerbs formal-sprachlicher und konzeptuell-semantischer Regularitäten - Lernmechanismen und Inputstruktur"
  3. DFG


III. Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Grimm, H. & Wilde, S. (1998). Sprachentwicklung: Im Zentrum steht das Wort. In H. Keller (Hrsg.), Lehrbuch Entwicklungspsychologie. Bern: Huber Verlag.

Grimm, H. (1998). Störungen der Sprachentwicklung: Grundlagen – Ursachen, Diagnose – Intervention – Prävention. Göttingen: Hogrefe.

Rice, M.L., Ruff Noll, K., & Grimm, H. (1998). An extended optional infinitive stage in German-speaking children with specific language impairment. Language Acquisition, 6(4), 255-295.

Weinert, S. (1997). Beziehungen zwischen Sprache und Denken im Kindesalter - entwicklungspsychologische Perspektiven. In H. Mandl (Hrsg.), Bericht über den 40. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in München 1996. (S. 481-490) Göttingen: Hogrefe.

Weinert, F.E. & Weinert, S. (1998). History and systems of developmental psychology. In A. Demetriou, W. Doise & C.F.M. van Lieshout (Eds.), Life-span development psychology. (pp. 1-33). Chichester: Wiley.

Herausgeberschaft

Prof'in Dr. Hannelore Grimm:

Sprache & Kognition (Mitherausgeberin)



IV. Promotionen

Doil, Hildegard. Prädiktion und Beschreibung differentieller Sprachentwicklungsverläufe.

Frevert, Sabine. Welche Auswirkungen haben frühe Sprachstörungen auf spätere Entwicklungs- und Lernprobleme? Längsschnittliche Analyse differentieller Entwicklungsmuster.

Jungmann, Tanja. Die sozial-kommunikative, kognitive und motorische Entwicklung von Kindern mit sehr niedrigem Geburtsgewicht.



Allgemeine Psychologie II Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung