Forschungsbericht 1997/98 - Inhalt Forschungsbericht 1997/98

Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft

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Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie Lernen und Denken in Erziehung und Unterricht

9.1 Abteilung für Psychologie  >>  B. Spezielle Darstellung

Arbeitseinheit Interaktion und Intervention (AE 11)


I. Forschungsarbeiten

(a) Beteiligte Wissenschaftler/innen:
 
Hochschullehrer: Prof. Dr. Diether Höger
Wiss. Mitarbeiter: Dr. Ulrich Pfingsten, Dr. Doris Velten-Jochmann (beurlaubt, Vertretung durch Dipl.-Psych. Julia Leithäuser und Dipl.-Psych. Natalie Schmiedl mit je ½ Stelle).

(b) Darstellung

Bereich Psychosoziale Kompetenzen

Aufgrund vorhergehender Arbeiten und unter Einbeziehung neuerer Forschungsergebnisse wurde ein aktuelles theoretisches Modell zur Entstehung sozialer Kompetenzprobleme entwickelt und formuliert (Pfingsten, 1998a, b). Eine allgemeine Systematik zur Übertragbarkeit dieses Modells und daraus abgeleiteter Interventionsmaßnahmen auf spezielle Klientengruppen wurde vorgestellt (Pfingsten, 1998c). Die Brauchbarkeit dieses Vorgehens wurde am Beispiel der Entwicklung verhaltenstherapeutischer Trainingsprogramme für sozial unsichere Mädchen in der Adoleszenz und für weibliche Strafgefangene empirisch überprüft.

Bereich Interventionsforschung

(1) Nach der fortlaufenden praktischen Erprobung und empirischen Evaluation verhaltenstherapeutischer Selbstmodifikationsprojekte bei insgesamt nunmehr über 300 Studierenden wurde ein revidiertes Manual für derartige Projekte im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Selbsterfahrung formuliert und publiziert (Ziesing & Pfingsten, 1997).

(2) Im vorhergehenden Berichtszeitraum waren mit dem "Bielefelder Klienten-Erfahrungsbogen (BIKEB), dem "Bielefelder Fragebogen für Klientenerwartungen (BFKE)" (Höger, im Druck) und der deutschen Übersetzung und Adaptation des "Feelgings, Reactions, and Beliefs Survey (FRBS)" von D.S. Cartwright Instrumente für die Prozeßforschung in der Psychotherapie entwickelt worden. In Zusammenarbeit mit mehreren niedergelassenen Gesprächspsychotherapeutinnen und -therapeuten wurden diese Instrumente zusammen mit international etablierten Fragebögen bei dem bereits 1996 begonnenen Projekt zur Psychotherapie-Prozeßforschung eingesetzt. Dieses auf mehrere Jahre angelegte Projekt wurde fortgeführt. Aufgrund bereits vorliegender Daten konnte erstmals ein empirischer Beleg für den nach dem allgemeinen Forschungsstand wichtigsten Wirkmechanismus "Therapeutische Beziehung" in beziehungsorientierten Psychotherapien auf bindungstheoretischer Grundlage erbracht werden (Schmiedl & Höger, 1998). Ebenfalls im Rahmen dieses Projekts werden zur Zeit anhand des BIKEB (s.o.) "günstige" bzw. "ungünstige" "Stundentypen" identifiziert und validiert. Sie sollen es dem praktizierenden Therapeuten ermöglichen, den Stand einer laufenden Therapie nach objektiven Kriterien zu beurteilen und ggf. die Angemessenheit des eigenen Vorgehens zu überdenken.

(3) Bei der Entwicklung des BFKE (s.o.) zeichnete sich die Entdeckung eines neuen, in der internationalen Bindungsforschung bisher nicht identifizierten spezifischen Bindungsmusters (unsicher-vermeidend-kooperativ) ab. Dieses Muster konnte in einem neu entwickelten zum BFKE parallelen Fragebogen, dem "Bielefelder Fragebogen zu Partnererwartungen (BFPE)" repliziert werden. Eine Reihe teils abgeschlossener (Schmidt, Höger & Strauß. im Druck), teils laufender Untersuchungen sind der Validierung dieses sowohl für die Ätiologie als auch die Therapie psychischer Störungen relevanten Bindungsmusters gewidmet.



II. Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Hinsch, R. & Pfingsten, U. (Hrsg.)(1998a). Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)(Dritte, überarbeitete Auflage). Weinheim: PVU.

Hinsch, R. & Pfingsten, U. (1998b). Effektivität des GSK. In R. Hinsch & U. Pfingsten (Hrsg.) Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)(S. 72 - 80). Weinheim: PVU.

Höger, D. (1997). Der Beitrag der Gesprächspsychotherapie zu einer allgemeinen Psychotherapietheorie. In: H. Mandl, Hrsg.), Bericht über den 40. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie 1996 in München (S. 667-673). Göttingen: Hogrefe.

Höger, D. (im Druck). Der Bielefelder Fragebogen zu Klientenerwartungen (BFKE). Ein Verfahren zur Erfassung von Bindungsstilen bei Psychotherapie-Patienten. Psychotherapeut.

Höger, D. & Eckert, J. (1997). Der Bielefelder Klienten-Erfahrungsbogen (BIKEB). Ein Verfahren zur Erfassung von Aspekten des "Post-Session Outcome" bei Psychotherapien. Zeitschrift für Klinische Psychologie, 26, 129-137.

Pfingsten, U. (1998a). Soziale Kompetenzen und Kompetenzprobleme. In R. Hinsch & U. Pfingsten (Hrsg.) Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)(S. 11- 35). Weinheim: PVU.

Pfingsten, U. (1998b). Entstehung sozialer Kompetenzprobleme. In R. Hinsch & U. Pfingsten (Hrsg.) Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)(S. 36 - 43). Weinheim: PVU.

Pfingsten, U. (1998c). Indikationshinweise und Anpassung des GSK an spezielle Klientengruppen. In R. Hinsch & U. Pfingsten (Hrsg.) Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)(S. 147- 151). Weinheim: PVU.

Pfingsten, U. (1998d). Kognitive Verhaltenstherapie bei sozialen Ängsten, Unsicherheiten und Defiziten. In M. Hautzinger (Hrsg.), Kognitive Verhaltenstherapie bei psychischen Störungen (S. 133-158). Weinheim: PVU.

Schmidt, S., Höger, D. & Strauß, B. (im Druck). Bindung und Coping. Zeitschrift für Medizinische Psychologie.

Schmiedl, N. & Höger, D. (1998). Zusammenhänge zwischen der therapeutischen Beziehung, erlebter Zuversicht und Veränderungserleben in der Gesprächspsychotherapie. Forschungsreferat auf dem 41. Kongreß der Deutschen Gesellschaft f. Psychologie, 28.9.-1.13.1998 in Dresden.

Ziesing, F. & Pfingsten, U. (1997). Selbstveränderung. Ein Projekt als Einführung in die Verhaltenstherapie (Zweite, überarbeitete Auflage). Tübingen: DGVT-Verlag.



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