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Koordination in der Produktionsplanung: Prozeßteilkostenrechnung als Bestandteil des Produktionscontrolling
Eine steigende Anzahl von Kosteneinflußgrößen, die sich nicht unmittelbar auf die Beschäftigung zurückführen lassen, sowie eine veränderte Kostenstruktur stellen die Eignung traditioneller Kostenrechnungssysteme als Informationslieferanten für Produktionsplanungsmodelle in Frage. Diese Systeme sind zwar in der Lage, Informationen für die Stückkalkulation zu liefern, die zyklisch wiederkehrenden Entscheidungen über Produktionsprogramm und Verfahrenswahl werden jedoch nicht durch problemadäquate Informationen unterstützt. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, sinnvolle Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Entscheidungsmodellen der Produktionsplanung und der Kostenrechnung aufzuzeigen. Da aufgrund sachlicher und zeitlicher Interdependenzen zwischen den verschiedenen Planungsmodellen eine Simultanplanung auf Basis eines Totalmodells nicht lösbar und eine Sukzessivplanung auf Basis von Partialmodellen nicht ausreichend ist, werden die Modelle in eine hierarchische Planung integriert. Die Verbesserung der Koordination zwischen den Ebenen einer hierarchischen Planung durch adäquate Kosteninformationen ist ebenfalls Ziel des Forschungsvorhabens.
Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Serien- und Sortenfertigung, da hier zusätzliche Kosteninformationen erforderlich sind und die Interdependenzen und der daraus resultierende Koordinationsbedarf besonders ausgeprägt sind. Es wurde bereits gezeigt, daß die Anwendung einer Prozeßkostenrechnung auf Teilkostenbasis besonders geeignet ist, durch relevante Kosteninformationen die Losgrößenplanung sowie die Koordination zwischen Produktionsprogrammplanung und Losgrößenplanung entscheidend zu verbessern. Es wird ein geschlossenes Konzept einer Prozeßkostenrechnung auf Teilkostenbasis entwickelt und in ein System des Produktionscontrolling integriert. Für Teilbereiche der Produktionsplanung wird gezeigt, wie die Daten in die Modelle als Parameter bzw. in Form von Transferfunktionen integriert werden und welche Koordinationsmöglichkeiten sich daraus ergeben.
Produktionsplanung: Verknüpfung der mittelfristigen und der operativen Planung mit Hilfe hierarchischer Planung
Das Problem, die mittelfristige und die operative Produktionsplanung miteinander zu verknüpfen, wird insbesondere dann zu einer Herausforderung, wenn dezentrale PPS-Systeme zum Einsatz kommen. Der Vorteil dieser Ansätze, die momentan sehr stark diskutiert werden, liegt im verteilten und damit spezialisierten Problemlösen, was allerdings mit dem Nachteil eines sehr stark ansteigenden Koordinationsbedarfs verbunden ist. Dieses Koordinationsproblem konnte bislang nicht überzeugend gelöst werden. Um eine auch theoretisch fundierte Lösung zu finden, bietet sich die hierarchische Produktionsplanung an. So liefern die dort entwickelten Modelle und die inzwischen weit fortgeschrittene Theorie eine fundierte Basis zur Herleitung sinnvoller Koodinationsstrategien.
Neuere Ansätze in der Theorie der Optimierungsmethoden: Hybride Metaheuristiken zur Lösung kombinatorischer Optimierungsprobleme, z.B. des Common-Due-Date-Scheduling-Problems
Komplexe betriebswirtschaftliche Probleme können in der Regel nur heuristisch bewältigt werden. Neben den spezialisierten Verfahren haben sich dort die Metaheuristiken als robuste Lösungsstrategien bewährt. Werden Komponenten bestehender Verfahren ausgetauscht und/oder mit lokal intelligenten Heuristiken verbunden, so erhält man hybride Ansätze. Deren Leistungsfähigkeit wird zur Lösung von Common Due Date Scheduling Problemen empirisch erprobt.
Stochastik und Produktionsplanung: Lagerhaltung und Warteschlangen
Während traditionell deterministische Probleme der Produktionsplanung und Lagerhaltung untersucht wurden, rückt zunehmend die Modellierung der Stochastik und Dynamik in den Vordergrund. Insbesondere können mit dem Instrumentarium der Warteschlangentheorie wichtige generelle Zusammenhänge abgeleitet werden. Im Rahmen dieser Forschungen ist es gelungen, entscheidende und grundlegende Einwände zu einer der aktuell wichtigsten Arbeiten in diesem Gebiet, dem Modell von Karmarkar, zu finden.
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