Forschungsbericht 1997/98 - Inhalt
Forschungsbericht 1997/98
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Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung IMW (spezielle Darstellung)

20. Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung (IMW)

IMW - Allgemeine Angaben

Homepage: http://www.wiwi.uni-bielefeld.de/~imw/

I. Strukturdaten

(a) Vorhandenes Personal

(Stand 31.12.1998)

Hochschullehrer: 4
wissenschaftliche Mitarbeiter: 6 (2 + 4/2 Stellen)


(b) Eingeworbene Drittmittel (Sach- und Personalmittel)

Graduiertenkolleg 'Mathematische Wirtschaftsforschung', (OZ 65503),
Laufzeit: 01.10.1990 - 30.09.1999,
bewilligte Mittel ab 01.10.1996 - 30.09.1999 DM 1.052.400,-.

INTAS, (OZ 65460),
Laufzeit des gesamten Projekts: 01.04.1995 - 31.03.1999,
bewilligte Mittel DM 60.760,- (31.000 ECU).

TMR, (OZ 65520),
Laufzeit des EG-Projekts: 1996 - 2000,
bewilligte Mittel DM 473.760,-.

VOLKSWAGEN-Stiftung, (OZ 65410),
Laufzeit des Projekts: 01.08.1998 - 28.02.1999,
bewilligte Mittel DM 31.200,-.

'Multilaterale Politikentscheidung in der Europäischen Union', (OZ 65530),
Laufzeit des Projekts: 1997 - 1999,
bewilligte Mittel DM 55.050,-.


II. Organisatorische Aspekte und Schwerpunkte der Forschung

Mathematische Wirtschaftsforschung umfaßt mehrere Gebiete mathematisch-ökonomischer Modellbildung, so z.B. Spieltheorie, allgemeine Gleichgewichtstheorie, Optimierung, Operations Research, Oligopoltheorie und experimentelle Wirtschaftsforschung.

Am IMW sind die Schwerpunkte Spieltheorie, allgemeine Gleichgewichtstheorie und experimentelle Wirtschaftsforschung angesiedelt. Die Spieltheorie liefert dabei auch die Zusammenhänge zu den anderen Bereichen: spieltheoretische Denkweisen sind in vielen Gebieten der Ökonomie eingezogen. Sie finden auch Anwendungen in vielen Spezialbereichen wie Überwachungsprobleme, Evolutionstheorie, "Cost-Sharing" und politische Ökonomie. Dem steht eine Fülle mathematischer Methoden gegenüber. In der Spieltheorie und der allgemeinen Gleichgewichtstheorie wird der mathematische Apparat aus der Wahrscheinlichkeitstheorie, der Maßtheorie, der Statistik, der Funktionalanalysis, der konvexen Analysis und anderen Bereichen entlehnt.

Auch ist die algorithmische Behandlung vieler Probleme des Operations Research oder der Gleichgewichtstheorie unter spieltheoretischen Gesichtspunkten ein Schwerpunkt des Forschungsinteresses. Durch den Einsatz leistungsfähiger Rechner gewinnt dieser Forschungszweig mehr und mehr an Gewicht.

Die mathematische Wirtschaftsforschung entwickelt ihren eigenen Begriff rationalen Handelns. Daneben entsteht auch eine Theorie begrenzt rationalen Verhaltens, die die Verbindung zwischen rationalen Theorien, sozialen Verhaltensmustern und (kulturellen und genetischen) evolutionären Prozessen der Entwicklung solcher Muster herstellt.

Dies drängt die auf dem Gebiet der mathematischen Wirtschaftsforschung Tätigen auch zur Zusammenarbeit mit Sozialpsychologen, Politologen, Biologen und anderen. So werden theoretisch erarbeitete Konzepte überprüft und Anregungen praxisnah eingearbeitet.

Die experimentelle Wirtschaftsforschung versucht ihrerseits im Rahmen des Laborumfeldes "praxisnah" Anregungen zu erarbeiten. In Testreihen werden kooperative und kompetitive Situationen auf spieltheoretischer Grundlage analysiert; so soll z.B. die kooperative/kompetitive Verhandlungsführung von Wirtschaftsindividuen untersucht werden. Dies liefert Einsichten in die Grundstrukturen menschlichen Entscheidungsverhaltens und der Verhandlungsmechanismen in Gruppen.

Das Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung hat seit Oktober 1990 den Status einer zentralen Einrichtung. Die Mitglieder sind in der Lehre in den Studiengängen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (Diplom-Volkswirt, Diplom-Kaufmann) sowie im Studiengang Wirtschaftsmathematik (gemeinsam von den Fakultäten Mathematik/Wirtschaftswissenschaften getragen) tätig. Zum Oktober 1991 wurde ein Graduiertenkolleg "Mathematische Wirtschaftsforschung" eingerichtet, das das IMW gemeinsam mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften betreibt.


III. Habilitationen und Wissenschaftspreise

Habilitationen

Matthias Raith, 1997.

Wissenschaftspreise

Matthias Raith - Karl Peter Grotemeyer Preis für herausragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre, 1997
Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft

Elisabeth Naeve-Steinweg - Dissertationspreis, 1998
Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft



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