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Forschungsbericht 1997/98
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Institut für die Simulation komplexer Systeme Interdisziplinäres Frauenforschungs-Zentrum

23. Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT)

Institut für Wissenschafts- und Technikforschung

Homepage: http://www.uni-bielefeld.de/iwt/

I. Strukturdaten

(a) Wissenschaftliches Personal

Am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung arbeiteten im Berichtszeitraum 17 Wissenschaftler. Die entsprechenden Stellen wurden vom IWT (3), von den Fakultäten für Soziologie, Geschichtswissenschaft und Philosophie (3) und aus Drittmitteln finanziert.


(b) Eingeworbene Drittmittel
DFG 1.140.970.-
EU 1.059.377.-
MSWWF 201.492.-
Stifterverband 12.000.-
VW 487.300.-
Summe 2.413.839.-


II. Organisatorische Aspekte und Schwerpunkte der Forschung

Wissenschaft und Technik sind die zentralen Innovationsinstanzen moderner Gesellschaften. Dennoch gilt seit geraumer Zeit nicht mehr die einfache Beziehung zwischen wissenschaftlich-technischem und gesellschaftlichem Fortschritt. Spätestens seit der Mitte des 20. Jahrhunderts existiert eine größere Sensibilität für die Konfliktträchtigkeit und die negativen Folgewirkungen wissenschaftlicher und technischer Innovationen. Die mit dem technischen Einsatz neuen Wissens einhergehenden Probleme haben zur Reflexion auf die Voraussetzungen und auf die Folgen unseres Wissenschaftsverständnisses geführt.

In wissenschaftlicher Weise werden diese Probleme in der Wissenschafts- und Technikforschung behandelt. Sie untersucht die Ursachen für die bestehenden Konflikte, die Bedingungen der Genese wissenschaftlich-technischer Erkenntnis und die Rückkopplung zwischen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft. Diese Untersuchungen sind verschiedenen Erkenntnisinteressen zugeordnet: Zum einen geht es um praktische Ziele der Analyse und Bewertung möglicher Entwicklungsalternativen in Wissenschaft und Technik, zum anderen um theoretische Erklärungen der Entwicklungsmuster und Theoriestrukturen. Diesen unterschiedlichen Zielen entsprechen verschiedene gesellschaftliche Erwartungen, etwa die Bereitstellung nützlicher Entscheidungshilfen mit Blick auf umfangreiche Forschungsinvestitionen, die Formulierung von Orientierungswissen im öffentlichen Diskurs oder auch die kritische Aufklärung über fortschrittgläubige oder -feindliche Ideologien. Diese Selbstreflexion der Wissenschaft geschieht in der Regel nicht im Rahmen traditioneller Forschungsprogramme, sondern nur in einer langfristigen und disziplinen-übergreifenden Projektforschung. Mit der Einrichtung des Instituts für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) hat die Universität Bielefeld hierfür die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen.

Das Forschungsprogramm des IWT umfaßt Analysen zu

- den Entwicklungsbedingungen von Wissenschaft und Technik,
- ihren Verflechtungen mit Politik und Wirtschaft,
- ihren sozialen Folgen und
- ihren Auswirkungen auf kulturelle und ethische Werte.

Diese Analysen verbinden historische, soziologische, philosophische und naturwissenschaftliche Ansätze und Methoden. Die Arbeiten am IWT lassen sich in vier Forschungsschwerpunkte gliedern: Soziotechnische Innovationen, Geschichte und Philosophie der Wissenschaften, Wissenschaftsindikatoren und quantitative Wissenschaftsforschung sowie Laborstudien (Wissenskulturen).

Zusammen mit den Fakultäten für Geschichtswissenschaften und Philosophie sowie Soziologie und dem Institut für Didaktik der Mathematik betreibt das IWT das Graduiertenkolleg "Genese, Strukturen und Folgen von Wissenschaft und Technik".



III. Forschungsprojekte

Graduiertenkolleg "Genese, Strukturen und Folgen von Wissenschaft und Technik"

Antragsteller: Rüdiger Bittner, Martin Carrier, Karin Knorr-Cetina, Wolfgang Krohn, Günter Küppers, Peter Lundgreen, Michael Otte, Joachim Radkau, Peter Weingart

Mittelgeber: DFG

Bewilligungssumme: 818.350 DM

Das IWT ist zusammen mit der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie, der Fakultät für Soziologie und dem Institut für Didaktik der Mathematik institutioneller Träger des 1993 gegründeten Graduiertenkollegs "Genese, Strukturen und Folgen von Wissenschaft und Technik". Das Kolleg behandelt in einem interfakultativen Ausbildungs- und Forschungsprogramm Fragen der Wissenschafts- und Technikgeschichte, der Wissenschafts- und Techniksoziologie sowie der Wissenschaftsphilosophie und -ethik. Zur Zeit arbeiten 16 geförderte DoktorandInnen und zwei PostdoktorandInnen im Kolleg. Zum 1.4.1999 startete das Kolleg nach erfolgreicher Weiterbewilligung seitens der DFG in seine dritte Förderperiode. Bis zum 31.3.2002 stehen 1.427.380 DM zur Verfügung, mit denen 14 Doktorandinnen und vier PostdoktorandInnen unterstützt werden können. Neben dem regelmäßigen Forschungskollquium bilden Blockseminare und Workshops, die einem speziellen Thema aus dem Forschungsprogramm des Kollegs gewidmet sind, Foren des interdisziplinären Austauschs zwischen den KollegiatInnen, den HochschullehrerInnen des Kollegs und den MitarbeiterInnen des IWT. Im Rahmen des Kollegs wurden bisher 13 Dissertationen gefördert, betreut und erfolgreich abgeschlossen.


Computermodelle der Wissenschaftsentwicklung

Antragsteller: Petra Ahrweiler, Mitarbeiter: Rolf Wolkenhauer

Mittelgeber: MWF

Bewilligungssumme: 213.142 DM

Beginn: 1995
Abgeschlossen: Dezember 1998

Im Projekt "Computermodelle der Wissenschaftsentwicklung" wird das System SiSiFOS entwickelt. SiSiFOS - simulating studies on the internal formation and the organization of science - simuliert als Computermodell Evolutionstheorien der Wissenschaft- und Technik-forschung. Dabei werden epistemologische, wissenschaftssoziologische und wissenschaftshistorische Theorieansätze auf den Rechner gebracht, zueinander in Beziehung gesetzt, auf konkrete Fallstudien angewendet und als integrierte Hypothesen-Sets mit den empirischen Verläufen wissenschaftlicher Entwicklungen verglichen. Ziel dieses Verfahrens ist es unter anderem, Theorien der Wissenschafts- und Technikforschung im Hinblick auf ihre Konsistenz und Produktivität zu evaluieren bzw. neue Hypothesen über die Zusammenhänge zwischen epistemischen und empirischen Faktoren der Wissenschaftsentwicklung zu generieren.


Globaler Klimawandel - zur medialen Konstruktion von Wahrnehmungsmustern
DFG-Schwerpunktprogramm "Mensch und globale Umweltveränderungen - sozial- und verhaltenswissenschaftliche Dimensionen"

Antragsteller: P. Weingart, Mitarbeiterinnen: A. Engels, P. Pansegrau

Mittelgeber: DFG

Bewilligungssumme: 214.900 DM

(Es handelt sich um ein Fortsetzungsprojekt zu "Kommunikationen über Klimawandel zwischen Wissenschaft, Politik und Massenmedien". Ein weiteres Fortsetzungsprojekt mit dem Titel "Klimawandel als wissenschaftliche Fiktion und politische Verschwörung? Eine Analyse des Backlash in der Klimadebatte" wurde bis Mitte 2000 bewilligt)

Beginn: 1.4.1995
laufendes Projekt

Ziel des Projekts ist es, die Schnittstelle zwischen gesellschaftlichen Diskursen und individuellen Wahrnehmungsprozessen zu analysieren. Es wird dabei von der Schlüsselfunktion der Massenmedien für gesellschaftliche wie auch individuelle Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsprozesse ausgegangen. Die gesellschaftliche Wahrnehmung von globalen Umweltveränderungen - und damit auch die Möglichkeit der politischen Reaktion auf diese - wird durch die Komplexität der Zusammenhänge und z.T. prinzipiell bestehende Ungewißheiten ihrer wissenschaftlichen Erfassung erschwert. Aus diesem Sachverhalt leiten sich die zwei Ziele für das Projekt ab: Erstens soll die spezifische Verarbeitungsweise wissenschaftlicher Ungewißheit in den Massenmedien untersucht werden; zweitens soll - in Kooperation mit psychologischen Projekten - die Schnittstelle zwischen Mediendiskurs (gesellschaftliche Themengenerierung) und individueller Wahrnehmung untersucht werden.


Climate Change Research and Its Integration Into Environmental Policy: Conditions for the Establishment of an European Climate Region?

Antragsteller: P. Weingart (Koordinator), Mitarbeiter/in: Jutta Borchers, Carsten Krück

Partner: B. Wynne (Universität Lancaster), A- Elzinga (Universität Göteborg), C. Kwa (Universität Amsterdam)

Mittelgeber: EU

Bewilligungssumme: 441.102 DM (gesamt: 1.138.000 DM)

Beginn: l.4.1996
Abgeschlossen: 31.12.1998

Das Projekt untersucht die Forschung zum globalen Klimawandel, sowohl vergleichend auf der Ebene von vier europäischen Staaten (Deutschland, Großbritannien, Schweden, Niederlande) als auch auf der EU-Ebene. An der Klimaforschung interessiert insbesondere (a) die Bewältigung der erheblichen wissenschaftlichen Unsicherheit der Problemlage sowie (b) die Frage der Integration diverser wissenschaftlicher Disziplinen und Forschungskulturen in einem "post-normalen" Forschungsfeld.

Zweiter Schwerpunkt ist die Interaktion zwischen Wissenschaft und Politik, d. h. wie die Politik die Erkenntnisansprüche der Wissenschaft wahrnimmt, verarbeitet und in politische (In)aktivität umsetzt, andererseits aber auch wie die Forschung durch politische Kriterien in ihrer Entwicklung beeinflußt wird.


Können epistemisch und empirisch orientierte Interpretationen der Wissenschaftsentwicklung integriert werden?
Überlegungen zur theoretischen Fundierung der interdisziplinären Wissenschaftsforschung

Antragsteller: Petra Ahrweiler

Mittelgeber: DFG (Habilitationsstipendium)

Bewilligungssumme: 158.000DM

Beginn: 1.4.1996
Abgeschlossen: 31.3.1999

Das Habilitationsprojekt beschäftigt sich mit den Interdisziplinaritätsproblemen der Wissenschaftsforschung. Wissenschaftsphilosophie auf der einen Seite und die empirischen Disziplinen der Wissenschaftsforschung, vor allem Soziologie und Geschichtswissenschaft, auf der anderen Seite legen teilweise konkurrierende Interpretationen der Wissenschaftsentwicklung vor. Im Projekt werden die Eigenschaften beider Vorgehensweisen im Hinblick auf ihre mögliche gegenseitige Anschlußfähigkeit theoretisch untersucht. Dabei wird ein informationstheoretischer Ansatz vorgeschlagen, um die verschiedenen Bearbeitungsstrategien zu integrieren.


Daten zum Stand der deutschen Grundlagenforschung im internationalen Vergleich 1981-1995. Wissenschaftsindikatoren auf bibliometrischer Basis

Antragsteller: P.Weingart Mitarbeiter: M.Winterhager

Mittelgeber: BMBF

Bewilligungsssumme: 64.750 DM

Beginn: 1.12.1996
Abgeschlossen: 30.8.1997

Ziel ist die Untersuchung der Publikationsaktivität und der Rezeptionswirkung der deutschen Grundlagenforschung im internationalen Vergleich. Der aktuelle Status und die Trends der letzten Jahre werden für Deutschland und die anderen G7-Nationen analysiert. Zur Beurteilung der Publikationsaktivität wird die Zahl der Veröffentlichungen in den ca. 6.500 einflussreichsten und international führenden Fachzeitschriften aus allen Bereichen der Naturwissenschaften incl. Medizin und Mathematik sowie den Sozialwissenschaften ausgewertet. Zur Analyse der Rezeptionswirkung wird die Zahl der erhaltenen Zitierungen pro (deutscher) Publikation erhoben und in Relation zum internationalen Durchschnitt gesetzt.


Vom Müllplanet zum Erdgarten-Illusion oder machbare Hoffnung?

Antragsteller: Wolfgang Krohn, Mitarbeiter: Ralf Herbold

Mittelgeber: VW-Stiftung

Bewilligungssumme: 140.000 DM

Beginn: 1997
laufendes Projekt

In dem Projekt wurde eine Ausstellungsidee zum Themenpark "Mensch-Natur-Technik" der EXPO 2000 entwickelt, die in Zusammenarbeit mit den Szenographen umgesetzt wird. Im Mittelpunkt steht dabei der gesellschaftliche Umgang mit Abfällen als Nebenfolge der Industrialisierung und Versuche, die mit der Moderne unterbrochenen Stoffkreisläufe wieder zu schließen.


The role of Europe in world-wide science and technology monitoring and evaluation in a context of global competition

Antragsteller: P.Weingart, Mitarbeiter: M.Winterhager, H.Schwechheimer

Mittelgeber: EU

Bewilligungssumme: 354.378 DM

Beginn: 1.1.1997
laufendes Projekt

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Centre for Science and Technology Studies (CWTS) der Universität Leiden (NL) durchgeführt. Ziel ist die Entwicklung eines vielseitigen empirischen Ansatzes zur Bestimmung, Abgrenzung, Analyse, Beobachtung und Bewertung wissenschaftlicher und technischer Entwicklungen für strategische und sozioökonomische Anwendungen in der Politik. Dabei stehen bibliometrische Methoden im Vordergrund, insbesondere Ko-Zitationsanalyse und "bibliometric mapping".


Landwirtschaft und Umwelt in Deutschland 1945-1995
Verbände, Wissenschaft und Staat als kollektive Akteure zwischen agrarischer Modernisierung und Umweltschutz

Antragsteller: P. Lundgreen, Mitarbeiter: J. Büschenfeld

Mittelgeber: VW-Stiftung

Bewilligungssumme: 347.300 DM

Beginn: 2.10.1997
laufendes Projekt

Untersuchungsgegenstand des Projekts ist die Landwirtschaft als ein in vielerlei Hinsicht seit den 1959er Jahren modernisierter Wirtschaftssektor. Die Modernisierung der technischen Ausstattung und der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung landwirtschaftlicher Betriebe trägt aber auch zu ganz wesentlichen Teilen zur aktuellen Umweltkrise bei. Die Entwicklung zur Intensivwirtschaft mit ihren ökologischen Folgen soll unter dem Leitmotiv der historischen Umweltforschung untersucht werden, die vor allem auf die unbeabsichtigten Langzeitwirkungen menschlichen Handelns zielt und dabei synergistische Effekte und Kettenreaktionen mit Naturprozessen in ihre Arbeit einbezieht.
Mit Problemfeldern wie Artenschutz, Schutz von Wasser, Boden, Luft sowie der Belastung von Nahrungsmitteln werden Interessenkonflikte, Aushandlungsprozesse und Kompromisse in "Policy-Netzwerken" deutlich, in die ganz unterschiedliche Akteure involviert sind (v.a. Agrarwirtschaft, agrarische Interessenvertretungen, Interessenverbände des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes, Wissenschaft, Technik, Staat und Politik). Das Handeln dieser kollektiven Akteure soll zunächst in der analytischen Unterscheidung von Wirtschaft, Wissenschaft und Staat untersucht und schließlich im Rahmen eines Fallbeispiels zum Pestizideinsatz in der Landwirtschaft problemorientiert zusammengeführt werden.


Edgar Zilsels Schriften über die sozialen Ursprünge der Naturwissenschaft

Antragsteller: W. Krohn, Mitarbeiter: D. Raven, J. Kraai

Mittelgeber: DFG

Bewilligungssumme: 17.320 DM

Beginn: 1.12.97
laufendes Projekt

Ziel des Projekts ist die Edierung und Verwertung von Edgar Zilsels (1891-1944) Schriften über die sozialen Ursprünge der Naturwissenschaft. Diese Schriften wurden alle auf Englisch während Zilsels Exiljahre in Amerika (1938-1944) geschrieben. Obwohl W. Krohn diese wichtigen Arbeiten Zilsels bereits 1976 übersetzt und kommentiert hat, blieb eine Englische Ausgabe noch ein Desiderat. In kürze wird unsere Edition mit einer Einführung bei Kluwer als The Social Origins of Modern Science erscheinen. Zusätzlich wurde ein Archiv mit Zilsels Briefen, Projektskizzen und Rezensionen zusammengestellt. Des weiteren wird ein Aufsatzband mit Beiträgen zu Zilsels Arbeiten herausgegeben. Die Vorarbeit dieses Bandes wurde bei einer von uns organisierten Konferenz im Mai 1998 geleistet.


European RTD Networks and Policy Options in a Knowledge-Based Economy: The Structure and Dynamics of European RTD Policies

Antragsteller: Günter Küppers; Nigel Gilbert (Surrey), Mitarbeiter/in: Simon Dresner (Surrey); Jürgen Roth; Corinna Schlombs

Partner: P. van den Besselaar (Universität Amsterdam), L. Biggiero (Universität "La Sapienza", Rom), M. Boudourides (Democritus Universität, Thrace), H. Goorhuis (Universität Zürich)

Mittelgeber: EU

Bewilligungssumme: 234.830 DM (gesamt: 1.000 000 DM)

Beginn: 1.12.1997
laufendes Projekt

Im Rahmen des Projekts The Self-Organization of the European Information Society (SOEIS) untersucht ein Konsortium aus Sozialwissenschaftlern und Informatikern mithilfe von Theorien der Selbstorganisation verschiedene Aspekte des Übergangs zu einer Europäischen Informationsgesellschaft. Das vom Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (G. Küppers) gemeinsam mit der Universität Surrey (N. Gilbert) bearbeitete Teilprojekt untersucht die Struktur und Dynamik europäischer Forschungs- und Technologiepolitiken. Folgende Aufgaben stehen im Zentrum des Projekts:

1. Die Erarbeitung und Operationalisierung einer Theorie der Selbstorganisation von Forschungspolitiken,

2. Vergleichende Fallstudien der Forschungspolitik der EU, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und der Niederlande,

3. Die Modellierung der Dynamik forschungspolitischer Institutionen und Programme.


Begleituntersuchung zum Bürgerdialog Biotechnologien und Ernährung der Zukunft

Antragsteller: W. Krohn, J. Weyer, Mitarbeiter: Volker Vorwerk

Mittelgeber: MSWWF

Bewilligungssumme: 76.750 DM

Beginn: August 1998
Abgeschlossen: Dezember 1998

Das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen beabsichtigte einen "Bürgerdialog: Ernährung der Zukunft und Biotechnologie" zu initiieren. Das Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) hatte die Aufgabe, eine Evaluation des Projektes vorzubereiten. Da sich abzeichnete, daß der Bürgerdialog nicht in seiner ursprünglich geplanten Konzeption durchgeführt werden wird, wurden im Endbericht die Kontroversen sowie die bisherigen Erfahrungen mit Beteiligungsverfahren im Bereich der Bio- und Gentechnik zusammengefaßt und allgemeine Instrumente für eine Begleituntersuchung von Beteiligungsverfahren entwickelt.


Simulating Self-Organising Innovation Networks

Antragsteller: Günter Küppers; Mitarbeiterinnen: P. Ahrweiler, Sabine Paul

Partner: Nigel Gilbert (University of Surrey), Paolo Saviotti (INRA - University Pierre Mendés), Matthias Weber (IPTS/JRC), Paul Windrum (MERIT- University of Maastricht)

Mittelgeber: EU

Bewilligungssumme: 1.386.000 DM

Beginn: 01.12.98
laufendes Projekt

Ziel des Projektes ist über Rückgriff auf die Selbstorganisationstheorie zu einem besseren Verständnis der Strukturen und Dynamiken von Innovationsnetzwerken zu gelangen, d.h. heterogenen, flexiblen, nicht-hierarchischen Netzwerken aus Produzenten und Konsumenten. Zur Entwicklung eines dynamischen Simulationsmodells von Innovationsnetzwerken, verbindet das Projekt Ansätze wissenschaftlicher Politikstudien, der Evolutionsökonomie, Soziologie und Systemtheorie.

Das Projekt synthetisiert die Ergebnisse aus vier Fallstudien: biotechnologische Innovationsnetzwerke, wissensbasierte Dienstleistungen, Kraftwärmekopplung im Energiebereich und die Einrichtung eines virtuellen Zentrums in persönlicher und mobiler Kommunikation. Auf der Basis dieser Ergebnisse wird ein Simulationsmodell von Innovationsnetzwerken entwickelt, mit dessen Hilfe folgende Fragen beantwortet werden sollen: Wodurch sind die Lebenszyklen gekennzeichnet, welche Bedingungen unterstützen die Entstehung von Netzwerken, wo liegen Hindernisse für die Entstehung? Was für verschiedene Typen von Innovationsnetzwerken gibt es? Wie reagieren Innovationsnetzwerke auf Veränderungen in ihrer Umwelt? Welche Implikationen haben diese Ergebnisse für die Entwicklung politischer Richtlinien und Innovationsmanager?



IV. Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Ahrweiler, P. & Gilbert, N.(Hrsg.), (1998). Computer Simulations in Science and Technology Studies. London: Springer.

Ahrweiler, P., & Wörmann, S. (1998). Computer Simulations in Science and Technology Studies. In: P. Ahrweiler & N. Gilbert (Hrsg.), Computer Simulations in Science and Technology Studies, London: Springer.

Ahrweiler, P., & Wolkenhauer, R. (1998). SiSiFOS - Simulating Studies on the internal Formation and the Organization of Science. In: P. Ahrweiler & N. Gilbert (Hrsg.), Computer Simulations in Science and Technology Studies, London:

Büschenfeld, J. (1998). Visionen des Fortschritts: Grenzwerte in der Gewässerschutzdebatte um 1900. In: H.-L. Dienel (Hrsg.), Der Optimismus der Ingenieure. Triumph der Technik in der Krise der Moderne um 1900, 77-128. Stuttgart:

Carrier, M. (1997). Die Dynamik des Experiments: Neuer Experimentalismus und Theorienwandel. In: C. Hubig (Hrsg.), Cognitio humana - Dynamik des Wissens und der Werte. XVII Deutscher Kongreß für Philosophie, 411-421. Berlin: Akademie-Verlag.

Carrier, M. (1997). On the Difficulty of Keeping Consciousness Intact: Comments on Lahav. In: M. Carrier & P. K. Machamer (Hrsg.), Mindscapes: Philosophy, Science, and the Mind, 195-206. Pittsburgh/Konstanz: University fo Pittsburgh Press.

Carrier, M. & Machamer, P. K.(Hrsg.), (1997). Mindscapes: Philosphy, Science, and the Mind. Konstanz: University of Pittsburgh Press.

Carrier, M. (1998). In Defense of Psychological Laws. International Studies in the Philosophy of Science, 12, 175-191.

Carrier, M. (1998). New Experimentalism and the Changing Significance of Experiments: On the Shortcomings of an Equipment-Centered Guide to History. In: M. Heidelberger & Steinle.F. (Hrsg.), Experimental Essays - Versuche zum Experiment, 175-191. Baden-Baden: Nomos.

Carrier, M. (1998). Salmon1 versus Salmon2: Das Prozeßmodell der Kausalität in seiner Entwicklung. Dialektik, 2, 49-70.

Engels, A., & Weingart, P. (1997). Die Politisierung des Klimas. Zur Entstehung von anthropogenem Klimawandel als politischem Handlungsfeld. In: P. Hiller & G. Krücken (Hrsg.), Risiko und Regulierung. Soziologische Beiträge zu Technikkontrolle und präventiver Umweltpolitik, 90-115. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Herbold, R., Kämper, E., Krohn, W., & Vorwerk, V. (1997). Innovation in partizipativen Akteurkonfigurationen. Abfallwirtschaft im Spannungsfeld von Technik, Normung und Akzeptanz. In: M. Birke, C. Burschel, & M. Schwarz (Hrsg.), Handbuch Umweltschutz und Organisation. ÖkologisierungOrganisationswandelMikropolitik, 434-464. München:

Knorr Cetina, K. (1997). Sociality with Objects. Social Relations in Postsocial Knowledge Societies. Theory, Culture and Society, 14(4), 1-30.

Knorr Cetina, K. (1998). Constructivism. In: J. B. Davis, D. W. Hands, & U. Mäki (Hrsg.), Handbook of Economic Methodology, Cheltenham: E. Elgar Publ.

Knorr Cetina, K. (1998). Temporalität versus Sozialität. In: E. W. B. Hess-Lüttich & B. Schlieben-Lange (Hrsg.), Zeichen und Zeit, Tübingen: Narr.

Knorr Cetina, K. (1998). Epistemics in Society. On the Nesting of Knowledge Structures into Social Structures. Sociologie et Sociétés: Sociology´s Second Wind, 30(1), 37-50.

Knorr Cetina, K. (1998). German Translation of Sociality with Objects. Social Relations in Postsocial Knowledge Societies. In: W. Rammert (Hrsg.), Technik und Sozialtheorie, 83-120. Frankfurt a.M.: Campus.

Krohn, W. (1997). Die Innovationschancen partizipativer Technikgestaltung und diskursiven Konfliktmanagements. In: F. Gloede, L. Hennen, & S. Köberle (Hrsg.), Verständigung auf dem Prüfstand. Diskurse und Mediationen in Technkkontroversen,

Krohn, W. (1997). Rekursive Lernprozesse: Experimentelle Praktiken in der Gesellschaft. Das Beispiel der Abfallwirtschaft. In: W. Rammert (Hrsg.), Innovation - Prozesse, Produkte, Politik. Jahrbuch für Technik und Gesellschaft 9, 65-91.

Krohn, W. (1997). Konstruktion und Realität. In: W. Krohn & K.-M. Meyer-Abich (Hrsg.), Einheit der Natur - Entwurf der Geschichte. Begegnungen mit Carl Friedrich von Weizsäcker, 132-156. München: Hanser.

Krohn, W., & Japp, K.P. (1997). Soziale Systeme und Ökosysteme. In: O. Fränzle (Hrsg.), Handbuch zur Ökosystemforschung, Kiel:

Krohn, W., & Kowol, U. (1997). Modernisierungdynamik und Innovationslethargie: Auswege aus der Modernisierungsklemme. In: B. Blättl-Mink & O. Renn (Hrsg.), Zwischen Akteur und System, Stuttgart: Westdeutscher Verlag.

Krohn, W. & Meyer-Abich, K.-M.(Hrsg.), (1997). Einheit der Natur - Entwurf der Geschichte. Festgabe für Carl Friedrich von Weizsäcker zum achtzigsten Geburtstag. München: Hanser.

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Krohn, W. (1998). Goethes Versuch über den Versuch. In: P. Matussek (Hrsg.), Goethe und die Verzeitlichung der Natur, 399-413. München: Beck.

Krohn, W. (1998). Wissenschaftsentwicklung zwischen Dezentrierung und Dekonstruktion. Eine epistemologische Analyse der Angriffe auf die Objektivität von Erkenntnis. In: M. Hauskeller (Hrsg.), Festschrift für Gernot Böhme, 20-49. Frankfurt:

Krohn, W., & van den Daele, W. (1998). Science as an Agent of Change: Finalization and Experimental Implementation. Social Science Information, 37(1)

Krücken, G. (1997). Risikotransformation: Die politische Regulierung technisch-ökologischer Gefahren in der Risikogesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Krücken, G. (1997). Risikotransformation. Voraussetzungen, Strukturen und Folgen der politischen Regulierung von Arzneimittelgefahren. In: P. Hiller & G. Krücken (Hrsg.), Risiko und Regulierung, 116-146. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Krücken, G., Weingart, P., & Hasse, R. (1997). Ciencia y entorno social. Una aplicación del enfoque neoinstitucionalista a los estudios sociales de la ciencia. Revista International de Sociología, 16, 117-137.

Krücken, G. & Hiller, P.(Hrsg.), (1997). Risiko und Regulierung. Soziologische Beiträge zur Technikkontrolle und präventiver Umweltpolitik. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Küppers, G. (1998). The Selforganization of Social Systems - A Simulation of the Social Construction of Knowledge. In: P. Ahrweiler & N. Gilbert (Hrsg.), Simulations in Science and Technology Studies, 145-156. Berlin/Heidelberg/New York: Springer.

Lundgreen, P. (1997). Mythos Humboldt Today: Teaching, Research, and Administration. In: M. G. Ash (Hrsg.), German Universities Past and Future: Crisis or Renewal?, 127-148. Providence/Oxford:

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Lundgreen, P. (1997). Professionalisierung, Akademisierung, Verwissenschaftlichung. Zum Verhältnis von Bildungs- und Beschäftigungssystem. In: G. Jäger & J. Schönert (Hrsg.), Wissenschaft und Berufspraxis. Angewandtes Wissen und praxisorientierte Studiengänge in den Sprach-, Literatur-., Kultur- und Medienwissenscahften, 95-101. Paderborn:

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Pansegrau, P. (1997). Dialogizität und Degrammatikalisierung in E-mails. In: R. Weingarten (Hrsg.), Sprachwandel durch Computer, 86-104. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Vorwerk, V., & Kämper, E. (1998). Externe Evaluation des Akademie-Projektes "Bürgerbeteiligung an der Abfallplanung für die Region Nordschwarzwald". TA-Informationen, 1, 21-24.

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Weingart, P. (1997). Interdisziplinarität - der paradoxe Diskurs. Ethik und Sozialwissenschaften, 8(4), 521-529.

Weingart, P. (1997). Replik - Interdisziplinarität im Kreuzfeuer: Aus dem Paradox in die Konfusion und zurück. Ethik und Sozialwissenschaften, 8(4), 589-597.

Weingart, P. (1997). Züchtungsuptopien. Zur Geschichte der Verbesserung des Menschen. Kursbuch, 128, 111-126.

Weingart, P., & Maasen, S. (1997). The Order of Meaning: The Career of Chaos as a Metaphor. Configuration, 5, 463-520.

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Institut für die Simulation komplexer Systeme Interdisziplinäres Frauenforschungs-Zentrum