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Forschungsbericht 1997/98
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Interdisziplinäres Frauenforschungs-Zentrum IZHD (spezielle Darstellung)

25. Interdisziplinäres Zentrum für Hochschuldidaktik (IZHD)

IZHD - Allgemeine Angaben

Homepage: http://www.uni-bielefeld.de/IZHD

I. Strukturdaten

(a) Wissenschaftliches Personal

vier ständige wissenschaftliche Mitarbeiter
Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter aus Projektmitteln:
1997: 5, davon 1 ABM
1998: 6, davon 1 ABM


(b) Eingeworbene Drittmittel

(Bewilligungssummen für die Gesamtlaufzeit)

  1997 1998
Stifterverband 5.000 2.700
MWF NRW*) 404.714 184.700
Kathol. Fachhochschule Köln   307.000
Böckler-Stiftung 5.800  
Universitäts-Gesellschaft   2.000
Gesamt 417.514*) 494.400*)

*)Der Rückgang der Drittmittel in den beiden Berichtsjahren geht auf das Ausscheiden eines der vier Stammwissenschaftler und die Entwicklung neuer Projekte zurück, deren Förderung noch ausstand.



II. Organisatorische Aspekte und Schwerpunkte der Forschung

Das IZHD ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bielefeld unter der Verantwortung des akademischen Senats. Seine gesetzliche Aufgabe ist die Förderung der fachbezogenen und fächerübergreifenden Hochschuldidaktik (§ 35 UG NRW).
Hochschuldidaktik findet einerseits in der alltäglichen Praxis der Lehre, andererseits als Wissenschaft in systematischer Forschung und Entwicklung statt.
  1. Hochschuldidaktische Praxis ist die Kunst, Lehre auf Lernen zu beziehen. Zu diesem Zweck verbindet sie die Variablen von Lehr- und Lernprozessen, Lernende, wissenschaftliche Inhalte, Methoden und Lehrende unter Einbeziehung der Rahmenbedingungen (Ordnungen, Ressourcen, Zeit etc.), also Ziele (insbesondere wissenschaftliche Arbeitsweisen und Haltungen sowie darüber hinausgehende berufliche Qualifizierungen, eng verbunden mit Persönlichkeitsentwicklung), zu geeigneten Lernprozessen.
  2. Hochschuldidaktik als Wissenschaft kann als Ausbildungsforschung und (empirisch gesicherte) Studienreform gekennzeichnet werden. Sie erforscht die o.g. Variablen, insbesondere Rahmenbedingungen, Grundlagen und Prozesse und stellt die Erkenntnisse zur Verfügung (Grundlagenforschung und Evaluation). Sie entwickelt modellhaft geeignete Kombinationen der o.g. Variablen (in enger Kooperation mit den jeweiligen Fachdisziplinen) als Lehrveranstaltungen oder Teilstudiengänge, um mit wissenschaftlichen Methoden dazu beizutragen, die Praxis von Lehre und Lernen an Hochschulen diesen Erkenntnissen anzupassen.
  3. In Ausfüllung der vorstehenden Aufgaben versteht sich das IZHD als "Change Agency", als Partner für Qualitätssicherung, Curriculumreform sowie für Personal- und Organisationsentwicklung. Die bevorzugte Arbeitsform ist hierbei in der Regel das Projekt, in dem Vertreter verschiedener Fächer zusammenarbeiten.

Das Tätigkeitsprofil aus disziplinenübergreifenden Forschungsfeldern einerseits und (verwandte Disziplinen bündelnden) Kommunikations-, Entwicklungs- und Beratungsfeldern andererseits läßt sich am besten in Form einer Matrix darstellen. Die Aufschließung des wissenschaftlichen Gegenstandes erfolgt durch die Ausdifferenzierung von 10 Forschungsfeldern. Sie bilden die eine Seite der Matrix:
  1. Übergang Schule / Hochschule, Wissenschaftspropädeutik, Studierfähigkeit, Zulassungskriterien
  2. Curriculumentwicklung I: Studienverlauf, Kulturen der Fächer in ihrer Auswirkung auf Lehre und Studium, Wissenschaftsdidaktik, Forschungsbezug der Lehre, Forschungskommunikation (u.a. Tagungsdidaktik)
  3. Curriculumentwicklung II: disziplinenkombinierende und interdisziplinäre Studiengänge und Lehrveranstaltungen; Integration der Komponenten der Lehrerausbildung (Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Erziehungswissenschaft und Schulpraxis)
  4. Empirische Lehr- und Lernforschung: Didaktik und Organisation der Lehre, Zielgruppenforschung für hochschuldidaktische Aus- und Fortbildung
  5. Mediendidaktik: Präsentationstechniken, Visualisierungen, Computer in der Lehre, interaktive Studienprogramme, Multimedia
  6. Qualitätssicherung,Evaluation, Rückmeldung,Prüfungsforschung
  7. Studierendenforschung, Hochschulsozialisation, Beratungsforschung (Studienberatung, Lernberatung)
  8. Forschung in ihrer Auswirkung auf die Lehre, Wissenschaft als Beruf, wissenschaftlicher Nachwuchs, Graduiertenkollegs, Habilitationen, Forschung über Hochschullehrer/-innen
  9. Ziele des Studiums, Schlüsselqualifikationen, Übergang Hochschule / Beruf, Auswirkungen des Arbeitsmarktes auf Studienverhalten, Praxisbezug der Lehre
  10. Rahmenbedingungen von Lehre und Studium, internationaler Vergleich, Wissenschaftsberichterstattung / Lehrberichte, "Public Understanding of Science"

Die Felder spiegeln Fragestellungen wider, sind aber unterschiedlich umfangreich, daher auch nicht identisch mit der Abgrenzung von Arbeitsgebieten, die einzelnen Personen zugeordnet werden könnten. Die jeweiligen Wissenschaftler/innen arbeiten im Laufe der Jahre mit unterschiedlichen Schwerpunkten (die sich nach Interesse, Finanzierungschancen und Kooperationsmöglichkeiten verändern) und decken die Felder erst allmählich, d.h. immer in Auswahl, ab.

Die anwendungsbezogenen Entwicklungs- und Beratungsfelder auf der anderen Seite der Matrix orientieren sich an den in den ostwestfälischen Hochschulen vertretenen Studiengängen:
  1. Geisteswissenschaften
  2. Sozialwissenschaften
  3. Rechts- und Wirtschaftswissenschaft (inkl. Immobilienwirtschaft)
  4. Kunst, Musik, Design, Architektur, Innenarchitektur
  5. Mathematik, Informatik
  6. Physik, Biologie, Chemie, Lebensmitteltechnologie
  7. Ingenieurwissenschaften.

An den ostwestfälischen Hochschulen werden z.Zt. ca. 60 verschiedene Studiengänge angeboten. Nach dem Voranstehenden sind sie somit gleichzeitig empirisches Feld der Forschung wie auch Felder der Kooperation, Entwicklung und Beratung.


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