Forschungsbericht 1997/98 - Inhalt
Forschungsbericht 1997/98
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27. Oberstufen-Kolleg

Oberstufen-Kolleg - Allgemeine Angaben

Homepage: http://www.uni-bielefeld.de/OSK/

I. Strukturdaten

(a) Wissenschaftliches Personal

Das Oberstufen-Kolleg verfügt über 92 Planstellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, für die eine spezielle Ausgestaltung des Amtes des Akademischen Rates/Oberrates bzw. der Akademischen Rätin/Oberrätin definiert worden ist. Eine Reihe der Planstellen sind mit Wissenschaftlichen Angestellten besetzt.
Die Leitung der Versuchsschule Oberstufen-Kolleg wird durch 4 Lehrende, die aus der Mitte des Kollegiums auf 4 Jahre gewählt werden, wahrgenommen. Die Leitung der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung Oberstufen-Kolleg liegt beim Wissenschaftlichen Rat (Vorstand) und dem Wissenschaftlichen Leiter, Prof. Dr. Ludwig Huber, als dessen Vorsitzenden, der zugleich als Professor für Pädagogik (Wissenschaftsdidaktick) Mitglied der Fakulttät für Pädagogik ist. Er wird bei seinen Leitungsaufgaben durch eine/einen aus dem Kollegium für zwei Jahre gewählte/n Stellvertreter/in und eine/n Wissenschaftliche/n Assistenten/in unterstützt.


(b) Eingeworbene Drittmittel

AOK Bielefeld, GUVV Münster:   160.313,04 DM
Bezirksregierung Detmold:   3.000,00 DM
Stadt Bielefeld:   1.750,00 DM
Stiftung Volkswagenwerk, Hannover:   13.418,50 DM



II. Organisatorische Aspekte und Schwerpunkte der Forschung

1) Die homepage der Einrichung mit allen wichtigen Informationen findet sich im Internet unter

http://www.uni-bielefeld.de/OSK/

2) In seiner Doppeleigenschaft als Versuchsschule und wissenschaftliche Einrichtung setzt sich das Oberstufen-Kolleg zwei Aufgaben:

1. Es entwickelt und erprobt ein alternatives Gesamtkonzept im Bereich Sekundarstufe II/Eingangssemester der Universität ("College").

2. Es entwickelt und erprobt übertragbare Materialien und Modelle curricularer Teilreform für diesen Bereich ("Curriculum-Werkstatt")

Dadurch ist auch ein besonderes Forschungskonzept bestimmt: Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, um die es in der wissenschaftlichen Einrichtung geht, sind immer solche, die mit Versuchen an und in der Versuchsschule einhergehen, sie vorbereiten, begleiten und auswerten. Die Forschungsvorhaben abstrahieren darum nicht von diesem Praxiskontext, wie es manche Grundlagenforschung tut, sondern sind systematische Erhebungen und Reflexionen, die auf allgemeine Fundierungen für diese Entwicklungsarbeiten oder allgemeine bzw. verallgemeinerbare Einsichten aus ihnen zielen.
Insofern können die konkreten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten nur künstlich von den pädagogisch-didaktischen Aktivitäten getrennt betrachtet und nicht unabhängig von ihnen organisiert werden. Potentiell ist jedes alltägliche Handeln im Unterricht, Beratung, Prüfung usw. zugleich unselbstverständlich, kann und sollte im Prinzip jederzeit (wieder) Gegenstand überprüfender und weiterentwickelnder Tätigkeiten werden.

Diese Tätigkeiten werden durch einen "Forschungs- und Entwicklungsplan" (FEP) strukturiert, der in der Regel alle zwei Jahre fortgeschrieben wird. Im Berichtszeitraum wurde der für 1995-1996 beschlossene und dann um ein Jahr verlängerte FEP 1995-1997 (einjährige Verlängerung) abgeschlossen und der FEP 1998-1999 vorbereitet.

A. Der FEP 1995-1997

Er orientierte anders als die früheren die Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf ein Thema "Revision der Wahlfachcurricula". Revision wurde dabei im umfassenden Sinne verstanden: Wiederbesichtigung mit, soweit möglich, neuem Blick; Überprüfung im Licht bisheriger Erfahrungen und künftiger Anforderungen; Weiterentwicklung, wo nötig; neue Darstellung für verschiedene Verwendungs-zwecke. Es ging darin zum einen um eine Bilanz der Arbeit des Oberstufen-Kollegs in seiner Eigenschaft als Curriculumwerkstatt im Bereich des Wahlfachunterrichts - eine Aus- und Bewertung derselben auch im Hinblick auf Aufgaben und Probleme, die sich Schulen mit größerer Selbständigkeit, wie sie jetzt in der bildungspolitischen Diskussion favorisiert werden, künftig allgemein stellen werden. Zum anderen galt es, dies auch noch einmal unter der Perspektive der derzeit laufenden Überarbeitung der Richtlinien und Lehrpläne für die gymnasiale Oberstufe in NRW zu betrachten und in die Lehrplankommissionen hineinzutragen.

Aus dem FEP sind hervorgegangen:

a) ein zweibändiger Abschlussbericht
b) neue Fassungen der Wahlfachcurricula
c) ein Aufsatz, in dem über die Erfahrungen mit dem Prozess berichtet wird.

B. Der FEP 1998/99

Für den neuen FEP gibt es kein gemeinsames Thema. Vielmehr können die Mitarbeiter/innen jetzt einzelne Projekte anmelden. Dazu ist entlang eines Kriterienkatalogs, der gemeinsam mit dem Kollegium und den Gremien erarbeitet und verabschiedet worden ist, ein Projektantrag zu formulieren, der durch die Gremien geprüft wird. Bis zum Redaktionsschluss dieses Berichts liegen 25 Projekte vor, die - beantragt durch Einzelpersonen oder Gruppen - als besonders förderungswürdig eingestuft worden sind und noch etwa ebenso viele, die sich ohne die Beantragung von zusätzlichen Ressourcen mit einer kleinen Forschungs- und/oder Entwicklungsfrage beschäftigen bzw. ein größeres Projekt vorbereiten und in den FEP aufgenommen worden sind.

Die Kurzbeschreibungen der Projekte werden im Juni 1999 in das Internet unter der oben genannten Anschrift eingestellt.

C. Erprobung und Evaluation des neuen Aufnahmeverfahrens

Einen weiteren Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt setzt das Oberstufen-Kolleg seit 1997 auf die Erprobung und Evaluation eines veränderten Bewerberauswahlverfahrens. Nach der Vorlage der "konventionellen" Unterlagen (Lebenslauf, letztes Zeugnis, Bewerbungsschreiben, Produkt/Arbeitsprobe) werden die Bewerberinnen und Bewerber zu einem Auswahlgespräch eingeladen, in dem sie gegenüber zwei Lehrenden und einem Kollegiaten bzw. einer Kollegiatin ihr besonderes Interesse für die angezielten Studienfächer und die Institution darlegen sollen. Am Ende des Gesprächs erfolgt eine Einstufung, die maßgeblich ist für die spätere Zulassung zur Ausbildung am College. Für die Wahrnehmung dieser neuen und verantwortungsvollen Aufgabe bedarf es einerseits einer kontinuierlichen Fortbildung der beteiligten Interviewer/innen, andererseits einer begleitenden Evaluation. Letztere wird durch eine interne Gruppe (AG Aufnahme und Burkhard Hoffmann) sowie zusätzlich durch eine externe Arbeitsgruppe durchgeführt (Prof. Dr. Rainer Dollase, Fak. für Psychologie und Sportwissenschaft; Dr. Karin Schäfer-Koch, Wiss. Assistentin am Oberstufen-Kolleg und an der Fak. für Pädagogik).



III. Habilitationen und Wissenschaftspreise

Habilitationen

Dr. Barbara Koch-Priewe habilitierte sich im Dezember 1997 am Fachbereich Erziehungswissenschaft an der Universität Potsdam. Sie wurde im August 1998 als Professorin für "Allgemeine Pädagogik" an die Universität Köln berufen.

Dr. Jörn Stückrath habilitierte sich im Sommersemester 1998 im Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften an der Universität Frankfurt a.M. Er wurde zum Wintersemester 1998/99 an die Universität Lüneburg als Professor in den Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften berufen.

Wissenschaftspreise

Maria Kublitz-Kramer erhielt im April 1997 gemeinsam mit acht weiteren Dozentinnen für das Kolloquium "Frau und Stadt: kulturelle Rollen- und Geschlechterdifferenzen in der Moderne" den Landeslehrpreis der Universität Tübingen und des Landes Baden-Württemberg



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