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Forschungsbericht 1997/98
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Zentrum für Lehrerbildung Sonderforschungsbereich 177

29. Transferstelle

Transferstelle


I. Strukturdaten

(a) Wissenschaftliches Personal

wissenschaftliche Mitarbeiter:


(b) Eingeworbene Drittmittel

  • "Regionaler Innovationstransfer-Verbund", Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, 1998: 204.168,26 DM, 1997: 133.000 DM
  • "Network for European Innovation Cooperation (NEICO)", EU, An-Finanzierung: 4.000 ECU


II. Organisatorische Aspekte und Schwerpunkte der Forschung

Der Arbeitsbericht 1997/1998 nimmt das Profil und die Perspektive auf, die im Bericht für 1996/97 vorgestellt wurden: Das Schwergewicht liegt in der gegenwärtigen Phase auf der Entwicklung weiterführender Organisationsformen des Transfers im Hinblick auf den Nutzen für Hochschulangehörige und Studierende sowie im Hinblick auf das regionale Standing der Universität.

Um die gegenwärtigen Schwerpunkte der Arbeit in ihren funktionalen Kontext einzuordnen, ist ein kurzer Blick auf die bisherige Entwicklung der Transferstellen vorteilhaft. Die in 1997 durchgeführte, umfangreiche Evaluation der Transferstellen wird hierzu weitere Hinweise geben.

Die Transferstellen an den Hochschulen NRW sind etwa Mitte der 80er Jahre entstanden, als sich die Auffassung durchsetzte, daß die Entwicklung des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Wettbewerbes (Technologieführerschaft) dazu herausforderte, die Umsetzungsgeschwindigkeit wissenschaftlichen Know hows in wirtschaftliches Handeln zu erhöhen und damit zugleich der Wissenschaft längerfristig die Gewinnung neuer Forschungsfragen und Lehrinhalte zu ermöglichen.

Die Transferstellen haben dabei, auch in Abhängigkeit von der sehr unterschiedlichen Ressourcenausstattung und Einbindung in die Hochschulen, differenzierte Profile und Arbeitsformen entwickelt. Gegenüber der in früheren Jahren dominierenden, zielgruppenneutralen Darstellung des "Angebotes" der Hochschulen hat sich jedoch die grundsätzliche Sichtweise zunehmend verändert: Vielerorts hat man verstanden, daß Transfer sich am "Bedarf" orientieren muß, um wirksam zu werden – Bedarf der Wirtschaft ebenso wie der Wissenschaft. Daher steht die Entwicklung bedarfsorientierter Transferinstrumente heute im Mittelpunkt des Interesses. Dies umfaßt zwei Zielfelder für den Transfer:
  1. Die Bereitstellung institutioneller Instrumente für den Bedarf, Kooperationen zwischen Forschung und Wirtschaft effizient und professionell zu realisieren,
  2. die Bereitstellung regionaler und technischer Netzwerke für den Bedarf, Kooperationschancen identifizieren und in wirksame Verwertungsformen umsetzen zu können.
In beiden Zielfeldern zeichnet es sich ab, daß hier aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, der Ressourcen und der Funktionalität zukünftig auch Kooperationen zwischen Hochschulen wesentlich das Erfolgsniveau mitbestimmen werden.

Um einzelne Themenfelder des Transfers zu profilieren und die Kooperationsstrukturen zu stabilisieren, sollte sich daher die Transferarbeit zumindest phasenweise auf inhaltliche Schwerpunkte und auf konkrete Netzwerke konzentrieren.

Dieser Situation trägt die im folgenden Bericht dargestellte Transferarbeit konzeptionell und praktisch Rechnung. Eine tragfähige Transferstruktur muß es ermöglichen, die Aufgabenfelder des Transfers (FuE: Information und Kommunikation, FuE: Verwertung) über geeignete Schnittstellen zu verbinden und damit Synergien auszulösen.

In der gegenwärtigen Phase liegt das Gewicht auf den im folgenden dargestellten "Entwicklungsschwerpunkten", die durch drei Drittmittelprojekte im Transferbereich vorangebracht werden; die inhaltlichen Ausführungen orientieren sich daher an den konkreten Arbeitskontexten (Projekten).

Von besonderer Bedeutung dabei ist die enge Verbindung zwischen dem Projekt "Regionaler Verbund für Innovationstransfer" (RVI) und dem Projekt "Hochschul-Inkubator", da beide Projekte sich in einer ständigen Kooperation entwickeln und perspektivisch focussieren.


1. Transferstelle mit assoziierten Projekten

  • Pilotprojekte des Landes NW
  • EU
Der Universitätsbeauftragte für Transfer

Dr. Burckhard Kaddatz (Leiter)
Ludwig Pleus (wiss. Mitarbeiter)
Beate Florian (Sekretariat)
N.N. (nichtwissenschaftliche Stelle mit Sperre)

Projekt "Regionaler Verbund für Innovationstransfer" (RVI)
Pilotprojekt des Landes NRW zur Entwicklung des Transfers
Finanziert durch MWF

Laufzeit: 05/1997 – 04/1999
Volumen: 399.000 DM
Mitarbeiter: Dr. Burckhard Kaddatz (Leiter) Raphael Jonas (wiss. Mitarbeiter) Anette Traude (wiss. Mitarbeiterin) Lydia Ortkraß (wiss. Hilfskraft)

Projekt "Hochschul-Inkubator"
Pilotprojekt des Landes NRW zur Verbesserung von Existenzgründungen aus der Hochschule
Finanziert durch MWMTV, Sparkasse Bielefeld, Sparkasse Herford

Laufzeit: 09/1997 – 06/2000
Volumen: 1,1 Mio
Mitarbeiter: Dr. Burckhard Kaddatz (Leiter) Doris Bleiching (wiss. Mitarbeiterin): Dr. Peter Jonk (wiss. Mitarbeiter) Josef Steffens (wiss. Mitarbeiter)

Projekt "Network for European Innovation Co-operation" (NEICO)
Finanziert durch DG XIII der EU
Definitionsphase

Laufzeit: 04/98 – 09/1998
Volumen: 4.000 ECU
Mitarbeiter: Dr. Burckhard Kaddatz (Leiter des Bielefelder Teilprojektes) Anette Traude (Bearbeitung)


2. Arbeitsschwerpunkte des Transferbereichs

2.1. Regionaler Verbund für Innovationstransfer (RVI)

Das Projekt RVI hat die Aufgabe, weiterführende Transferinstrumente in regionaler Orientierung zu entwickeln. Dies beruht zum einen auf den positiven Erfahrungen, die von seiten der Transferstelle der Universität Bielefeld in den vorigen Jahren mit den "Regionalen Transferagenturen" (RTA) bei den Kreisen Herford, Gütersloh und Minden-Lübbecke gemacht wurden, zum anderen auf dem Interesse des Landes NRW, die bisher geläufigen Transferinstrumente nachhaltig zu verbessern.

Diese für das Gesamtprojekt wichtige Entwicklungsphase führte dazu, daß zwei neuartige Transferinstrumente pilothaft entwickelt werden sollten:
1. Das "Innovationsforum" und
2. die "FuE - Kooperationsbörse".

Unter dem Begriff "Innovationsforum" wird ein sachfeldbezogenes, regional strukturiertes Organisationsgefüge verstanden, das von Zielprojektionen geleitet ist und auf einer zeitlich stabilisierten Basis verschiedene Aktionsformen (Beratungen, Veranstaltungen, Projektentwicklungen) integriert und ausformt. In Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität wurden auf diese Weise drei Innovationsforen definiert:

  • Innovationsforum Multimedia
  • Innovationsforum Telearbeit
  • Innovationsforum Biotechnologie.

    2.2. FuE - Kooperationsbörse

    Die FuE - Kooperationsbörse (Schwerpunkt: Vermittlung von Diplomarbeiten / Beratungsanfragen) ist eine auf Internet-Technologie basierende Schnittstelle zwischen der Hochschule und der regionalen Wirtschaft. Ziel der Internet-FuE - Kooperationsbörse ist eine einheitliche Anlaufstelle für die Vermittlung von Diplomarbeitsthemen, Personalkontakten, studienbegleitenden Aufgaben etc. Bisher aufgelaufene Erfahrungen im Transferbereich haben gezeigt, daß es eine deutliche Nachfrage für eine Dienstleistung in der Form einer FuE - Kooperationsbörse gibt.

    2.3. EU-Projekt zur Förderung von Patentaktivitäten im Hochschulbereich: Network for European Innovation Cooperation (NEICO)

    Das Projekt NEICO zielt auf die Verbesserung der Verwertung von Schutzrechten (Intellectual property rights, IPR) im Hochschulbereich, insbesondere durch Spin-offs bzw. Existenzgründungen. Dazu wird es als erforderlich angesehen, daß zum einen professionelle Verwertungsmöglichkeiten bestehen, zum anderen Maßnahmen oder Instrumente vorhanden sind bzw. geschaffen werden, um Spin-offs zu fördern und zu begleiten.

    Von Bielefelder Seite sind die Instrumente, die in dieses Projekt eingebracht werden können, das Inkubator-Modell und der regionale Verbund für Innovationstransfer (RVI).

    Partner in dem Projekt sind

    • EURO CONSULT; Universität Bonn, Deutschland
    • Universität Bielefeld, Deutschland
    • PINA NRW GmbH, Deutschland
    • Centro de Transferencia de Technologia (C.T.T.), University of Valencia, Spain
    • Ecole Polytechnique, Palaiseau, France
    • Politecnico of Milano, Italy
    • Dublin Institute of Technology, Dublin, Ireland
    • Loughborough University, Great Britain
    • Finntech Finnish Technology Ltd. Oy, Finland
    Der Bielefelder Abschlußbericht der Definitionsphase "Regional assessment of the use of intellectual property rights (IPR) in German Universities/Polytechnics – a case study in the region of Eastern Westphalia and Lippe" liegt inzwischen vor und wird – da Bielefeld zu den "Gebern" im Projekt gehört –in die Entscheidung der Kommission über die Realisierung der Durchführungsphase einbezogen.

    2.4. Messen

    Die Beteiligung der Hochschulen an Messen stellt weiterhin einen wichtigen Bestandteil des Hochschulmarketings dar; sie dient der Unterstützung von Wirtschaftskooperationen und von beabsichtigten Existenzgründungen.

    M e s s e k a l e n d e r 1 9 9 7

    28.-30.01.1997 Softwarebörse Multimedia-Transfer 97, Karlsruhe
    (im Rahmen der LEARNTEC ´97)
    Exponat: VRXUNI - virtual explorable University. Fachbereich: Virtual Reality
    Herr Faisal, Technische Fakultät

    17.-21.02.1997 didacta, Düsseldorf
    Modellprojekt Lehrveranstaltung
    "Medienkompetenz in der Lehrerausbildung"
    Prof. Dr. Dieter Baacke, Herr Hugger

    14.-19.04.1997 HANNOVER MESSE
    "Arbeitsbedingungen auf dem sportmedizinischen Prüfstand"
    Prof. Dr. Elke Zimmermann, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft

    08.-11.06.1997 Medienforum, Köln
    1. "Multimedia und Telelearning in der betrieblichen Weiterbildung",
    AMMMa, Prof. Baacke, Meder,Treumann
    2. "Anwendungsbezogener Erwerb soziologischer Grundbegriffe", Dr. Webler
    3. "Biocomputing - eine virtuelle Vorlesung", Prof. Dr. Giegerich

    21.-23.10.1997 BioTechnica, Hannover
    "CeDeX 2: Ein integriertes Analysesystem zur vollautomatischen Bestimmung von Zelldichten"
    Fachbereich: Zellkulturtechnik
    Prof. Dr.-Ing. Jürgen Lehmann, Technische Fakultät

    07.-09.11.1997 2. Multimedia-Tag der Bielefelder Hochschulen
    div. Projekte und Firmen

    M e s s e k a l e n d e r 1 9 9 8

    20.-25.04.1998 Hannover-Messe
    "CeDeX2: Ein integriertes Analysesystem zur optischen Bestimmung von Zelldichten"
    Fachbereich Zellkulturtechnik, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Lehmann, Technische Fakultät

    20.-25.06.1998 ED-MEDIA & ED-TELECOM 98, Freiburg
    1."KunstKommt!" Michelle Adolfs, Prof. Baacke,    Pädagogik:
    2. Vortrag "Hypertext Learning Environments as Model Activity Systems: A Pilot Study": Horsmann, Redeker, Seeger, Fakultät für Pädagogik

    26.-30.08.1998 CeBIT HOME, Hannover
    AMMMA, Fakultät für Pädagogik
    Prof. Dr. Norbert Meder: "Bildung im Netz – Mit uns in die Wissensgesellschaft"

    2.5. Tagungen

    Die im Transferbereich veranstalteten Tagungen, Kongresse und Workshops stehen jeweils in einem inhaltlichen Zusammenhang mit den laufenden Arbeitsvorhaben. –
    24.04.97 "Existenzgründung" in Kooperation mit dem Arbeitsamt Bielefeld
    07.11.97 2. Multimedia-Tag der Universität Bielefeld
    07.11.97 "Multimedia im Regionalen Verbund für Innovation", mit Experten aus Region und Universität
    20./21.11.97 "Multimedia und Transfer", in Kooperation mit GTI
    20. - 22.10.98 Tage der Biotechnologie, in Kooperation mit TZ Bielefeld
    06./07.11.98 Existenzgründung durch Unternehmensnachfolge, in Kooperation mit FH Bielefeld
    11.11.98 Multimedia in KMU's, Mittelstandsforum "Technologietransfer", in Kooperation mit TZ Bielefeld und FH Bielefeld
    26./27.11.98 "Verwertung von Schutzrechten im Hochschulbereich", in Kooperation mit GTI

    2.6. Internet-Präsentationen

    An der Transferstelle wurde eine umfangreiche Internetpräsentation entwickelt. Diese verfolgt das Ziel, die Serviceleistungen des Transferbereichs möglichen Interessenten aus der Wirtschaft und aus der Hochschule selbst transparent zu machen und eine leicht zugängliche Handlungsplattform für Anfragen zu bieten.

    2.7. Evaluation

    In 1997 sind die Transferstellen im Auftrag des Wissenschaftsministeriums NRW evaluiert worden. Mit der Evaluation war das Unternehmen Elle & Partner beauftragt; der Abschlußbericht soll in Kürze vorgelegt werden. Da das Evaluationsinstrument sehr aufwendig war und die Daten zu einem großen Teil in keiner Transferstelle vorab verfügbar waren, mußte ein nicht unerhebliches Zeitkontingent in die Evaluation investiert werden.

    2.8. Öffentlichkeitsarbeit

    Zeitnah zu ‚events' im Transferbereich wird regelmäßig Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Beispielsweise werden im Vorfeld der Messebeteiligungen Pressemitteilungen herausgegeben, in einem elektronischen Postfach für Wissenschaftsjournalisten werden die entsprechenden Produktinformationen bereitgehalten, es werden Rundfunk- und Fernsehinterviews organisiert usw. Die folgenden Zeitungsartikel (IHK-Zeitung "Ostwestfälische Wirtschaft", Tageszeitungen, Universitätszeitung, Info-Broschüre des Technologiezentrums) vermitteln exemplarisch einen Eindruck.



  • Zentrum für Lehrerbildung Sonderforschungsbereich 177