Der Frauenanteil bei Professuren beträgt an der Universität Bielefeld aktuell (31.10.2010) 22 Prozent. Das sind über drei Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Trotzdem bleiben Frauen auch an der Universität Bielefeld im Vergleich mit ihrem Anteil an Studierenden, Promovierenden und Habilitierenden bei weitem unterrepräsentiert. Allerdings gibt es auch Erfolge: So konnten im Zuge des Erfolges beim Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder drei Professorinnen neu berufen werden, davon eine als vorgezogene Neuberufung. Für weibliche Führungskräfte in Wissenschaft und Verwaltung hat die Universität ein hochkarätiges Führungskräfteprogramm eingekauft, an dem sich derzeit acht Professorinnen beteiligen. Seit Wintersemester 2010/2011 gibt es zudem eine Gender-Gastprofessur, die verstärkt Genderthemen in die Lehre einbringen soll. Die hohen Frauenanteile sind nicht zuletzt ein finanzieller Vorteil für die Universität Bielefeld: In der Vergangenheit waren die Mittelzuweisungen für Erfolge in der Gleichstellung aus dem Strukturfonds NRW stets substanziell.
Trotz aller Erfolge verläuft die Steigerung des Frauenanteils bei Professuren jedoch auch an der Universität Bielefeld noch zu schleppend. Wichtige Impulse von Außen, zum Beispiel im Zuge der Exzellenzinitiative oder der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG, werden zwar von der Leitungsebene positiv aufgenommen, aber die Umsetzung in der gesamten Organisation ist gerade auf Professurebene noch unbefriedigend.
Um für mehr Anreize zu sorgen hat sich die Uni Bielefeld entschieden, den erreichten Frauenanteil der Professuren in den verschiedenen Fakultäten zum jährlichen Stichtag zu veröffentlichen. Diese Transparenz soll dazu beitragen, den Wettbewerb anzuregen und die Motivation, die für 2012 gesetzten Zielzahlen zu erreichen, steigern.
Der aktuelle Stand des Frauenanteils bei Professuren wurde zuletzt im Rahmen des Zwischenberichts zum Gleichstellungskonzept erhoben. In der nachfolgenden Übersicht ist dieser Zwischenstand im Verhältnis zu der Ausgangslage und den Zielzahlen in den Gleichstellungsplänen der Fakultäten dargestellt.
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Gleich- stellungsplan Stichtag 30.06.2009
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Zwischenbe- richt Stichtag 31.10.2010
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Evaluation der Gleich- stellungspläne der Fakultäten Stichtag 30.06.2011
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Daten des DFG- Abschluss-berichts vom 31.10.2012
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Zielzahlen des Gleich- stellungsplans zum 31.12.2012* |
| Fakultäten/Abteilungen: |
W2 |
W3 |
W2 |
W3 |
W2 |
W3 |
W2 |
W3 |
W2** |
W3** |
| Biologie |
11% |
8% |
0% |
15% |
0% |
15% |
0% |
15% |
22% |
19% |
| Chemie |
25% |
30% |
25% |
30% |
25% |
30% |
25% |
30% |
- |
40% |
| Erziehungswiss. |
75% |
30% |
75% |
33% |
75% |
33% |
60% |
33% |
- |
44% |
| Geschichtswiss. |
33% |
20% |
33% |
20% |
33% |
20% |
25% |
20% |
40% |
- |
| Gesundheitswiss. |
0% |
43% |
0% |
43% |
0% |
43% |
0% |
43% |
- |
- |
| Lili |
44% |
14% |
25% |
30% |
40% |
20% |
50% |
28% |
50% |
21% |
| Mathematik |
20% |
7% |
14% |
8% |
16,7% |
7,7% |
13% |
8% |
60% |
14% |
| Philosophie |
100% |
0% |
100% |
0% |
100% |
0% |
100% |
0% |
- |
33% |
| Physik |
13% |
0% |
13% |
0% |
10% |
0% |
10% |
0% |
- |
14% |
| Psychologie |
33% |
22% |
0% |
22% |
0% |
22% |
50% |
13% |
33% |
- |
| Rechtswiss. |
50% |
19% |
50% |
18% |
50% |
17,7% |
60% |
19% |
40% |
19% |
| Soziologie |
63% |
15% |
46% |
21% |
50% |
25% |
57% |
25% |
56% |
29% |
| Sportwiss. |
50% |
25% |
50% |
50% |
50% |
25% |
100% |
25% |
50% |
50% |
| Tech. Fak. |
33% |
0% |
50% |
0% |
50% |
8,3% |
33% |
8% |
50% |
10% |
| Theologie |
0% |
0% |
0% |
0% |
0% |
0% |
0% |
0% |
- |
50% |
| Wiwi |
0% |
0% |
50% |
0% |
50% |
0% |
50% |
0% |
33% |
- |
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(* In den Fällen, in denen keine Angaben gemacht wurden, können für den Zielzeitraum keine entsprechenden Stellen besetzt werden.)
(** Die Angaben W2 und W3 beinhalten die Zahlen der C3 bzw. C4 Stellen.)
Die Tabelle zeigt, dass zum Zeitpunkt des Abschlussberichts am 31.10.2012 nur einige der 16 Fakultäten und Abteilungen ihre selbst gesetzten Ziele erreicht haben. Überwiegend sind weitere Bemühungen erforderlich, die in der Fortschreibung der Gleichstellungspläne berücksichtigt werden und in die neuen Zielsetzungen bis 2015 eingehen werden.
Gleichstellungskonzept zur Bewerbung im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder als [PDF...]
Informationen zu Think Leadership & Act finden Sie hier: [Link...]
Im Studienjahr 2012/13 führt die Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft die Gender-Gastprofessur mit Frau Prof. Dr. Maryemma Graham, University of Kansas, fort. In der Vergangenheit war die Gender-Gastprofessur in den Fakultät für Rechtswissenschaft sowie der Fakultät für Gesundheitswissenschaften angesiedelt.
Doppelausstellung zu Geschlechtergerechtigkeit und Wissenschaftskarrieren
Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März und des „Equal Pay Days“ am 21. März zeigt das Gleichstellungsbüro die beiden Wanderausstellungen „Frauen, die forschen“ und „Fair A Gender? – Geschlechterreflexionen an der Universität. Ein studentisches Projekt“. Die Ausstellungen sind noch bis zum 4. bzw. bis zum 21. April in der Universitätsbibliothek auf Ebene C1 zu sehen.
Mehr Infos
Abschlussbericht zur Umsetzung der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG verabschiedet
Seit der Einführung des Konzeptes der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG 2009 hat sich bei der Verwirklichung der Chancengleichheit an der Universität Bielefeld sehr viel getan.
Der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht zeigt die Wirksamkeit der seit '09 verstetigten Gleichstellungsstrukturen und -Maßnahmen - Ergebnisse, die sich sehen lassen können.
So wurden alle geplanten Gleichstellungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt und größtenteils bereits konsolidiert. Damit ist der Grundstein für eine stetige Steigerung der Frauenanteile in den entsprechenden Bereichen sowie einen weiteren Ausbau der Gleichstellungsstrukturen gelegt!
Zur Online-Version
MINTlive - Videopodcast
In regelmäßigen Abständen werden in den etwa 3minütigen Filmen Einblicke in unterschiedliche Berufsbereiche der MINT-Fächer gewährt. Zum aktuellen Film geht es hier